Nach zwei Jahren Pause fand endlich das legendäre „Roots of Türnitz“ wieder statt. Dieses Jahr inklusive der österreichischen Enduro Staatsmeisterschaft. Es machten sich also ca. 350 Fahrer auf den Weg nach Türnitz. Da das Event über 2 Tage geht und sowieso übernachtet werden musste, reisten viele schon am Freitag an...

 

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Die begehrtesten Campingplätze neben dem Bach waren zwar schnell besetzt, das Fahrerlager war aber groß genug, sodass alle einen ebenen Platz gefunden hatten. Sogar die Anmeldung war am Abend schon besetzt, so konnte am Samstag dann direkt am Morgen mit dem Training begonnen werden.

Die Runde startete mit einem Single-Track zwischen Bäumen und ging über alte Forstwege weiter. Und obwohl es sehr heiß war, blieb es hier immer feucht. Es war also Vorsicht geboten. Nach einer kurzen Auffahrt dann das erste mal Vollgas am Schotterweg. Die Schotterpassagen waren am Anfang super zu fahren, rechts auf Laut, im Laufe des Tages wurden die Spuren jedoch immer tiefer und tückischer. Im Gegensatz zu den Waldpassagen. Am Anfang noch voll mit rutschigen teils versteckten Ästen, entwickelten sich diese Abschnitte zu richtig schönen Enduropassagen. Nicht zu einfach, aber mit richtiger Linienwahl und einer vernünftigen Gashand hat es wirklich Spaß gemacht auf den Harvesterspuren rauf und runter zu jagen. Zum Ende hin gabs wieder Verbindungsstücke auf Schotterwegen und zum Schluss ein kleiner Rundkurs auf einer Wiese und schon war man wieder in der Wechsel bzw. Tankzone.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann um 14:00 Uhr um die Startaufstellung. Im Gegensatz zu anderen Events, aber nicht eine Runde pro Fahrer, sondern ein gezeitetes Training. Mit der „FiPe sports results“ Zeitnehmung wird einfach beim Trainieren die Zeit mitgestoppt und die schnellste Runde ist dann die Quali-Zeit.

Bei einer Streckenlänge um 6 km ergaben sich dann Rundenzeiten um die 10 Minuten. Ok, Bernhard Schöpf brauchte nur 8:07 aber diese Zeit ist für die meisten ja eher nur theoretischer Natur. Sogar seine direkten Konkurrenten, allen voran die Feichtinger Brüder, blieben 20 Sekunden hinter dem Tiroler.

Am Sonntag hieß es dann zeitig aufstehen. Zumindest für die ÖM und E Klassen. Fahrerbesprechung um 8 Uhr und gleich darauf Start um 8:30 Uhr. 3 Stunden wurden vom Veranstalter gefordert, also galt es auch 3 Stunden zu fahren bzw. zu überstehen. Es war nämlich um 8 Uhr morgens bereits mehr als warm genug, und die Sonne hatte kein Erbarmen und ließ das Thermometer im laufe des Tages noch ordentlich ansteigen.

 

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Gestartet wurde nach Qualifikationszeit in einer „Schlange“. Der Veranstalter Philipp Bertl ging dann mit der Fahne vom Ersten bis zum Letzten durch und startete im Sekundentakt die Fahrer. Uns hat dieser Startmodus sehr gefallen. Weil so ist man von Anfang an mit gleich schnellen Fahrern unterwegs. Also viel weniger Gedränge und hektische Überhohlvorgänge als nach einem Massenstart. Ist bestimmt ein großer Sicherheitsgewinn, auch wenn es für die Zuseher weniger spektakulär ist.

Beim Rennen selbst merkte man dann doch gleich, dass nach anfänglicher Motivation alle einen Gang zurückschalteten. Drei Stunden können wirklich lang werden. Es hat mehr Wert ohne Fehler schön rund zu fahren als übermotiviert sein ganzes Pulver bereits in den ersten Runden zu verschießen. Die größte Herausforderung war das sichere Überrunden. An vielen Stellen war es nämlich recht eng, und auf den Schotterwegen konnte jeder Gas geben. Hier war vorausschauendes Fahren und auch mal etwas Geduld gefragt.

Wie schon am Anfang erwähnt, einige Stellen blieben feucht und sehr rutschig. Um 11:30 Uhr dann endlich die Erlösung in Form der Schwarz-Weiß karierte Flagge. Lebloser Blick, unkoordinierte Bewegungen, ausgetrocknete Körper und auf der Suche nach einer Erfrischung. Für einen Zombiefilm hätten da die meisten nicht mehr extra geschminkt werden müssen.

 

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Gewonnen hat der 5-fache Staatsmeister Bernhard Schöpft. Er hat als einziger 21 Runden geschafft. Die Plätze 2 und 3 gingen an die Feichtinger Brüder.

Bei den ÖM Junioren gab es einen neuen Sieger. Klaus Bischof zeigt allen, dass er nicht nur schnell ist, sondern auch topfit. Er verwies Hecher Thomas und Purgstaller Moritz auf die Plätze 2 und 3.

Auch bei der ÖM Jugend konnte Kropitsch Luca sein erstes ÖM Rennen gewinnen. Dicht gefolgt von Hutter Valentino und Steinkellner Lorenz. Aber nicht nur die Meisterschaftsfahrer, auch die Starter der E-Klassen haben hart gekämpft.


E1
1. Wunderlich Jan
2. Eder Manuel
3. Schermann Philipp

E2
1. Iby Jeremias
2. Edlinger Anton
3. Hölzl Roman

E3
1. Scharl Robert
2. Rehrl Valentin
3. Leitner Stefan

 

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Am Nachmittag standen dann die restlichen Läufe auf dem Programm. Damen, Senioren, Junior und der Team-Bewerb. Durch die steigenden Temperaturen wurde jedoch die Renndistanz auf 2 Stunden verkürzt. Es hat sich niemand darüber beschwert. Die Strecke hat sich zum Glück gut gehalten und so konnte auch der zweite Lauf ohne Probleme über die Bühne gebracht werden. Wirklich knapp wurde es nur im Teambewerb. Das Omnibiotic Powerteam war von der Zeit her zwar zweiter, da sie jedoch immer außerhalb der Wechselzone den Fahrerwechsel vollzogen haben gab es eine Strafzeit von 5 Sekunden je Wechsel. Somit konnten unser E.A.R.T. - Team auf den zweiten Platz vorrücken. Gut zu sehen, dass der Veranstalter auch schaut, dass alles mit rechten Dingen abläuft.

Die Gewinner und Gewinnerinnen von Lauf 2

Damen
1. Schal Jana
2. Thierbach Lisa
3. Buhmann Samanta

Senioren:
1. Leitner Oliver
2. Schmölz Markus
3. Konrad Hannes

Junior
1. Kaltenbrunner Fabian
2. Logar Yannick
3. Straif Alexander

Team:
1. KTM Sturm / MSC Mattighofen
Beier Andreas + Indlekofer Phillipp

2. Enduro Austria Racing Team
Stocker Willi + Wolfgruber Rüdiger

3. Omnibioticpowerteam
Böhm Thomas + Schalko Thomas

 

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Abschließend möchten wir und noch beim Veranstalter-Team bedanken, dass heuer endlich wieder ein „Roots of Türnitz“ stattfinden konnte. Die Strecke war gut und lustig zu fahren. Es kommt halt schon mal vor, dass es im Sommer heiß ist und dass es dann auch mal staubt. Enduro kommt von Endurance und somit ist eigentlich eh alles gesagt. Wer es leichter will soll Motocross fahren…

Das Rennen und das drumherum war alles bestens organisiert. Es gab wie schon erwähnt tolle Campingplätze, saubere Toiletten, der X-Grip Racetruck war vor Ort und die Zeitnehmung hat auch alles richtig gemacht. Besonders lobend müssen wir noch die Verköstigungsstationen hervorheben. Für vielfältiges Essen und reichhaltige Getränke war bestens gesorgt. Viel „Spritz“ war nicht im Spritzwein und der Burger war Weltklasse.

Also freuen wir uns aufs nächste Jahr. Dann müssen höchstwahrscheinlich alle nur mehr 2 Stunden fahren ;-)

Link: https://www.rootsoftuernitz.at/

Fotos: Niki Peer hat wieder viele Fotos für euch auf ihrer Facebook Site!

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Enduro-Austria, E.T. Fotos: https://www.facebook.com/nikipeerphotography

 


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