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Seit drei Jahren wartet die Fangemeinde auf die Erscheinung des Nachfolgemodells des legendären Wüstenschiffs Yamaha Ténéré, schlank sollte sie werden, sportlich und ohne viel Schnickschnack sollte sie sein und der Preis sollte auch passen. Spätestens mit der Inszenierung der Ténéré 700 World Raid im vergangenen Jahr, wo man die verschiedensten Yamaha-Ikonen wie Stephan Peterhansel auf das neue Motorrad gesetzt hatte und auf den schönsten Plätzen der Welt eindrucksvoll in Szene setzte, waren die Erwartungen riesig.

Mit der Einladung zu der Ténéré World-Demo-Tour am RedBull-Ring in Spielberg haben auch wir bei Enduro-Austria über den Tellerrand geschaut und mit großer Freude an den Testfahrten der sportlichen Großenduro teilgenommen.
Beim ersten Kennenlernen wurde uns folgende Updates nähergebracht: Der Zweizylindermotor wurde von der MT07 übernommen, dieser hat 689ccm Hubraum und über 70PS. Der Stahlrahmen ist komplett neu, die Silhouette ist aggressiv und schlank, das Fahrwerk ist voll einstellbar und mit 20cm Federweg ausgestattet. Die Felgengrößen sind Sportenduro-like mit 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten und mit offroadtauglicher Bereifung bestückt, der Tank fast 16 Liter Sprit und soll für bis zu 400km Reichweite sorgen und zur Unterstreichung der Sporttauglichkeit gibt es keinerlei elektronischen Firlefanz außer ein abschaltbares ABS-System.

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Die Farbgebung reicht von unauffälligen schwarz (tech black), über schwarz-blau (ceramic ice) bis hin zum agressiven weiss-rot (competition white). Wirklich unglaublich ist aber der Preis, denn als Einführungsangebot gibt’s die Ténéré um 10.490 Euro inklusive einem 500 Euro Zubehörgutschein, ausgeliefert wird ab September 2019.

Doch nun zum Fahrbericht, meine letzte Onroaderfahrung liegt schon einige Zeit zurück, deswegen habe ich mich zuerst ein wenig zurückgehalten, doch schon das erste Aufsitzen war sehr angenehm. Die Sitzposition war komfortabel, eines der zur Verfügung stehenden Modelle hatte die etwas höhere Sportsitzbank verbaut, die hat mir noch etwas besser gefallen, zumal ich bei einer Größe von 185cm kein Problem mit der Sitzhöhe habe und den Boden immer leicht erreiche.

Starten und losfahren, zuerst einige Runden am Handlingkurs auf Asphalt, danach kreuz und quer über die Begleitstraßen und Wege des RedBull-Ringes um zum Schluss einen Abstecher auf die Schotterwege des Offroadtracks. Schon die Runden am Handlingparcour waren extrem lustig zu fahren, sportlich und zielgenau lässt sich das Motorrad dirigieren, aufs Hinterrad geht sie bis in den dritten Gang ohne Probleme, die Bremsen verrichten unauffällig ihren Dienst. Das ABS kann man nur bei stehendem Motorrad deaktivieren und bei jedem Neustart ist es wieder aktiviert, da merkt man die Genauigkeit bzw. den Sicherheitsgedanken der japanischen Ingenieure, auch wenn das in der Praxis etwas nervend sein kann.

Auf Schotter fühlt sich das Ganze auch ziemlich neutral an, mit Gewichtsverlagerung über den Lenker und Druck auf den Fußrasten lässt sich die große Fuhre auch richtig geil im Drift fahren. Schade, dass wir nicht etwas mehr Offroad unterwegs waren. Ich habe noch versucht die Instruktoren anzustacheln und den Endurotrack in Angriff zu nehmen, doch waren für etwaige Zwischenfälle keine Ersatzteile vor Ort und rund 400 weitere Probefahrten für dieses Wochenende angesagt ;-)
Die neue Yamaha Ténéré 700 wird auf jeden Fall ihre Käufer finden, um wenig Geld bekommt man viel Motorrad, welches sich sowohl auf Straße, wie auch auf Schotter wohl fühlt, ohne großes Elektronikpaket daherkommt und geil ausschaut.

Link: Alle Infos zur Yamaha Tenere 700 und eine 360 Grad Ansicht des Modells

 

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Infos von Yamaha auf einen Blick:

Viertakt-CP2-Motor mit 689 ccm Hubraum mit hoher Drehkraft

Neuer leichter tubulärer Doppelschleifen-Stahlrahmen

Schlanker, kompakter und ergonomischer Körper und Sitz

Aggressive Rallye-erprobte Vorderfront mit 4-LED-Scheinwerfern

Verstellbare Upside-Down-Gabel mit 43 mm für Langstrecken

Manuell einstellbare Hinterradfederung - per Handrad

Cockpit im Rallye-Stil mit konifiziertem Lenker

21-Inch/18-Inch Speichenräder mit Abenteuerreifen

Schlanker 16-Liter-Treibstofftank für große Reichweite

Kompakte Multifunktions-Instrumente im Rallye-Stil

Abschaltbares ABS

Windschild und Handprotektoren bieten guten Fahrerschutz

 

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Text: Paul Bernsteiner EART. Fotos: Herwig Peuker für Yamaha Austria


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