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Im Juli 2018 wurden der nationalen Offroad-Presse im Vorfeld der Enduro Trophy Rothenfels/Lachtal die WP Aftermarket Fahrwerke und Husqvarna Modelle 2019 vorgestellt. Enduro-Austria konnte mit ausgewählten Husqvarna Modellen 2019 diese Fahrwerke unter die Lupe zu nehmen...

Was sind Aftermarket Fahrwerke von WP?

Dazu haben wir WP Performance Sport GMBH, Sales Manager Christian Diesslbacher interviewt, der auch die Fahrwerke für unseren Test eingestellt hatte: Der größte Unterschied vom Serienfahrwerk zum Aftermarket Fahrwerk besteht demnach unter anderem darin, dass mehr Ölfluss in der Gabel stattfindet, weil es größere Querschnitte durch den WP Cone-Adapter und WP Cone-Kegel gibt. (Kegelventil) Durch den WP Cone-Kegel kann ganz einfach viel mehr Öl durchgebracht werden als durch einen Cone-Shims. Das ist bautechnisch so gelöst und hat den Vorteil, dass die Gabel schneller arbeiten kann und dadurch mehr Reserven zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind diese Teile noch genauer gearbeitet als bei den Serienmodellen.

 

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Zur individuellen Einstellung gibt es auch einen „Setting-Koffer“ mit den Bauteilen den allerdings nur der Händler hat. Dieser kann dann die Gabel für den Fahrer anpassen. Beim Kauf sind jedoch 3 verschiedene Federn für den Kunden dabei mit denen das Fahrwerk an das Gewicht des Fahrers angepasst werden kann.

Es gibt in Österreich derzeit sechs Händler die von WP ausgewählt wurden und über diese Spezialteile verfügen.

WP Authorized Centers: Martin Brandstätter/Kirchberg, Haslacher Suspension/Thalgau, KTM Braumandl GmbH/Wels, Bachner Sportmotorradhandelsges.m.b.h./Lunz am See, BERNHARD WALZER GMBH/Spielberg und JAK RACING MOTORCYCLES/Klagenfurt

Hier findest du das WP Händlerverzeichnis: https://www.wp-group.com/de/ac

 

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Brauche ich ein WP Aftermarket Fahrwerk?

Vorab muss man sagen, dass man mit den WP Aftermarket Fahrwerken schon sehr nahe an die Factory Fahrwerke der Vollprofis herankommt. Die WP Aftermarket Fahrwerke sind also die absolute Vorstufe zu den Fahrwerken der Weltspitze-Piloten. Dort sind natürlich Komponenten verbaut die noch mehr Leistung bringen, teils geheim sind aber eben auch viel Entwicklungsarbeit für die After Market Fahrwerke leisten. Man kann also schon sagen, dass die WP Aftermarket Fahrwerke von den absoluten High-End Fahrwerken abgeleitet sind.
Zum einen werden diese Fahrwerke den Spitzenpiloten die notwendigen letzten Sekunden bringen, womit sich das Fahrwerk also schon mal auszahlt. Diese Spitzenfahrer sind auch die Zielgruppe der WP Aftermarket Fahrwerke.

Zum anderen werden aber auch die Hobbyfahrer- und Fahrerinnen von diesen Fahrwerken profitieren weil man sich um einiges leichter tun wird. Er oder Sie hat mehr Reserven, mehr Sicherheit, mehr Durchschlagssicherheit als bei einem Serienfahrwerk. Und dadurch, dass das Fahrwerk schneller arbeiten kann, ist auch die Kraftersparnis auf Dauer nicht zu unterschätzen. Man kann einfach noch länger und auch sicherer fahren.

Die Vorteile der Cone Valve Gabel:

Leichte Konstruktion
Höherer Komfort bei aggressiven Setups
Alle Einstellungen können extern gemacht werden
Minimaler Druckabfall durch Reduzierung der Dichtungsfläche
Die uneingeschränkte Öffnungsfähigkeit der WP Cone Valve Gabel verringert das abrupte Härtegefühl
Das Cone Valve System reduziert die Anzahl an Scheiben (shims), was die Wahrscheinlichkeit für verbogene Scheiben verringert
Hochwertige Beschichtung

HD-Video mit Querschnitt der Dämpfungselemente:

 

Videolink: https://youtu.be/HwzTckGDz4I 

 

Der Trax Dämpfer:

Beim Trax Absorber findet im Vergleich zur Serie, ein um 2/3 höherer Ölfluss statt. Dadurch kann das System viel schneller arbeiten. Im Gesamten sind auch die Materialen viel hochwertiger verarbeitet. Beim Federbein kann man das sogenannte Trax entweder aktivieren, deaktivieren oder auf 50% einstellen. Serienmäßig ist das Trax aktiviert.

Trax Shock Absorber Vorteile:

Höherer Komfort
Mehr Traktion des Hinterrades, bessere Beschleunigung
Weniger „Zusammenstauchen“ nach wiederholten Bodenwellen
Geringere physische Belastung des Fahrers

 

WP will dahingehend keine Aussage treffen welche Einstellung jetzt für wen die Richtige ist, das ist ja auch eine Geschmacksfrage jedes einzelnen Fahrers. Die Umstellung selbst kann nicht über einen Schalter oder ähnliches erfolgen weshalb man sich im Vorfeld schon überlegen sollte welche Einstellung man fürs Erste vornimmt.
Der Preis: Das komplette Fahrwerk kostet ca. 5000,-- Euro wobei das Trax ca. 1920,- kostet. (Herstellerangabe)

 

Husqvarna 2019:

Im Gespräch mit Brand Manager Johannes Ketter gab uns dieser auch einen Einblick in die Husqvarna Modelle 2019: Mit einer Husqvarna der Modellreihe 2019 ist man natürlich auch im Seriensegment bereits sehr gut bedient. Das Line-Up der Modelle 2019 hat weitere Veränderungen erfahren. Die Motorräder wurden in vielen Details weiter optimiert. Die größten Veränderungen gab es am Fahrwerk. Die Feder in der Gabel ist jetzt eine Federrate härter. Das Setting wurde verändert - Das Federbein ist dazu angepasst worden und das Motorrad wurde in der Grundauslegung straffer als das letztjährige Modell und ist deshalb einen Tick sportlicher ausgelegt.

Andererseits sind die 2-Takt Einspritzer die 2017 gelauncht wurden über das ganze letzte Jahr insbesondere im Bereich Mapping optimiert worden. Es gab letztes Jahr bereits laufende Updates und auf Grund der Feedbacks von vielen Fahrern und auch der Offroad-Presse ist die Technik für die 2019er noch weiter optimiert worden. Status: Next Level im Mapping.

Betreffend der Aftermarket Fahrwerke wurden von Husqvarna generell über ganz Europa die bestehenden Händler aus den Betriebsnetzen evaluiert und es wurden auch unabhängige Spezialisten angesehen. Aus allen diesen Spezialisten gehen für Österreich die oben angeführten Fahrwerkspartner hervor. Die Auswahl erfolgte aus viel Erfahrungswerten.

Links: 

https://www.wp-group.com/de/ 
http://www.husqvarna-motorcycles.com/at/ 

 

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Erfahrungsbericht:

Rüdiger Wolfgruber vom Enduro-Austria-Racing-Team zu den Husqvarna Enduro Modellen 2019 und den WP Aftermarket Fahrwerken: 

„Obwohl ich selbst eine fast neue 2018er 501er Husqvarna in der Garage habe und diese, ich würde mal sagen top-gewartet ist, funktionieren die neuen Modelle doch einfach noch besser. Speziell bei der 501er. Die Neue hat zusätzlich noch ein strafferes Fahrwerk. Der Zündkurvenschalter funktioniert auch besser. Endlich ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Kurven. Dann noch das Motorgehäuse. Nicht, dass man das beim Fahren bemerken würde. Aber das neue Gehäuse hat einfach keine Aufnahme für den Kickstarter mehr. Ein Ding das vorher einfach unnötig war. Dann gibt’s noch einige andere Neuerungen.

Die wesentlichen Innovationen auf einen Blick:

Neues Fahrwerkssetting mit mehr Durchschlagsreserve
Neue stärkere Li-Ionen Batterie
Keine Kickstarteraufnahme mehr bei den 4-Taktern
Neue Software bei der Motorsteuerung
Neuer Zylinderkopf bei den hubraumstärkeren 4-Taktern
Neues Design
Verbesserungen an Details zur Erhöhung der Zuverlässigkeit

Ich konnte zusammen mit Teampartner Christian Resinger vom Enduro Austria Racing Team die neue Modellgeneration vor der Enduro Staatsmeisterschaft in Rothenfels testen. Unser Eindruck:

Die Fahrwerke waren wirklich merklich straffer. Mit dem zum Gewicht passenden Federn kann man ohne weiteres beim dortigen Endurorennen erfolgreich sein. Wenn man Richtung Pro-Level unterwegs ist, nicht ganz in das Gewichtsschema passt oder vorwiegend auf Cross-Strecken oder crosslastigen Enduro-Tracks unterwegs ist, wünscht man sich bei manchen Situationen naturgemäß eine Federung mit mehr Sicherheit.

Sonst ist nicht viel aufgefallen was noch nicht bekannt ist. Mit fortlaufender Erfahrung bezüglich der Mappings werden diese auch ständig verbessert. Man merkt nun den Unterschied zwischen den Zündkurven viel deutlicher. 

Ein paar Kommentare zu den Gerätschaften:
TE125: Für uns ist das nichts. Macht zwar Spaß beim Fahren ist aber bei 50 kg schweren Nachwuchspiloten besser aufgehoben. Finanziell durchwegs interessant.
TE250: Geht oben fast wie die 300er, erfordert aber einen aufwändigen Fahrstil da unten einfach weniger Power da ist.
TE300: Die 2-Takt Waffe. Ist der 250er fast überall überlegen.
FE250: Uns hat dieses Motorrad sehr gut gefallen. Es überfordert einen einfach nie. Andererseits hat man bei diesem Teil immer das Gefühl dass der Motor viel mehr zeigen könnte aber nicht darf. Er wirkt ziemlich gedrosselt. Nicht umsonst ist in der E1 Klasse jeder mit Akrapovic-Auspuffanlage am Start.
FE350: Kann alles und ist Sauschnell
FE450: Am Ende ist alles eine Geschmacksache. Für uns: Die 350er finden wir agiler und die 501er macht mehr Spaß.
FE501: Spaßmaschine. Wer gerne zwischendurch mal wheelt. Das ist das richtige Gerät.

 

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Beim Umstieg vom Serienfahrwerk zum WP Trax/Cone Valve ist mir anfangs wenig aufgefallen. Im Neuzustand spricht auch das Serienfahrwerk sehr sensibel an. Für Hardenduro sehe ich ohnehin keinen Vorteil beim After Market Fahrwerk. 

Aber: Bei zunehmend druckvoller Fahrweise in der Endurorunde war ich dann aber deutlich schneller mit dem edlen WP Aftermarket Fahrwerk. Man springt einfach viel lieber über Wurzeln und Wellen und in Summe bringt das Zeit und vor allem ein Sicherheitsgefühl. Das Fahrwerk bringt mehr Reserven und es macht auch mehr Spaß!

Ich habe schon einige Trax-Fahrwerke diverser Meisterschaftsfahrer getestet und diese waren mir viel zu hart. Dieses Setting von WP fand ich sehr gut und ich bin bereits am überlegen ob nicht zumindest vorerst die Gabel schon mal bald auf meinem Bike Platz findet. Mal schauen. Vielleicht wird schon im Winter aufgerüstet!!!

 

Ossi Reisinger als Markenbotschafter beim Test:

„Die WP Aftermarket Fahrwerke sind ein großer Schritt in Richtung professionelle Fahrwerke. Ich bin hier selbst das erste Mal damit gefahren. Es ist sehr interessant da du viele Möglichkeiten zur Abstimmung hast. Für mich wäre es noch interessant die verschiedenen Federn zu probieren. Die Grundeinstellung heute war aber schon sehr gut…“

 

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Husqvarna Minis:

Die Minis von Husqvarna sind Wettbewerbsmotorräder beginnend mit einer TC50 Mini wo man bereits mit 4 -5 Jahren Offroadsport erleben kann. Weiter geht es dann über die TC 50 und 65 bis zur TC 85. Die TC 85 wird dann auch bereits in der MX Staatsmeitsterschaft gefahren. Das sind dann schon DIE Einstiegsgeräte für jeden der weiter MX- oder Enduro fahren will. Mit der 125er ist man dann bei den „Großen“ angelangt.
Im Zuge des WP After Market Fahrwerk Test haben wir auch einen kleinen Fahrer auf einer neuen Husqvarna Mini begleitet. Diese Motorräder sind bei den Kids natürlich sehr beliebt und Nachwuchsfahrer Fabian Bachler hat sich mit seinen 8 Jahren auch von den Steilhängen der Teststrecke nicht gefürchtet und diese auch ohne Probleme bezwungen.

Fabian Bachler: „2013 bin ich ein Rennen mit einer Elektro-Trial gefahren. 2016 bin ich dann mit einer 50er KTM und dann mit einer 65er KTM gefahren. Heute konnte ich mit der 65er Husqvarna fahren und es hat mir sehr gut gefallen. In zwei Tagen fahre ich wieder ein Rennen bei der Kids-Trophy mit. Da sind insgesamt ca. 40 Kinder am Start und ca. 13 in meiner Klasse. Ich bekomme meistens zu Weihnachten und bei den Geburtstagen wieder neue Sachen…“

Fazit: „Wir Großen können uns bei diesem Nachwuchs bald gaaanz warm anziehen…“

 

Bericht Enduro-Austria
Fotos: Irina Gorodnyakova

 


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