Bereits die ganze Saison 2019 waren die Husqvarna Werksfahrer auf Michelin Reifen unterwegs und haben in der WESS Serie mit dem ENDURO XTREM NHS von Michelin, der bis vor kurzem für die breite Masse nicht erhältlich war, immer top Platzierungen eingefahren. Jetzt hat das Team von Enduro Austria die Möglichkeit bekommen das Material der Profis auf Herz und Nieren zu testen. Anbei unser Erfahrungsbericht...

 

0121 michelin reifentest

 

Das Setup für den Bericht:

- Michelin Enduro XTREM NHS 140/80-18 hinten, Michelin Enduro Medium 90/90-21 vorne
- Mitas Mousse SOFT (140/80-18)
- Testmotorrad: Beta RR 300
- Getestet wurde unter verschiedensten Bedingungen: Bachbette, wurzelige Waldböden, felsiger Untergrund, von gefroren, über griffig, bis hin zu schlammig, vorwiegend Hardenduro.

Der Reifen im Test:

Bereits bei der Montage fallen die sehr weiche, fast schon zäh wirkende Gummimischung, und die im Vergleich zur Konkurrenz etwas stabilere Karkasse auf. Die Montage selbst ist, wie bei so weichen Reifen üblich, relativ einfach und unspektakulär. Auch bei den derzeit vorherrschenden tiefen Temperaturen bleibt der Reifen weich und geschmeidig.

Schon auf den ersten Metern vermittelt der Reifen, bzw. die Kombination aus Vorder- und Hinterreifen, einen sehr stabilen und spurtreuen Eindruck, die fast schon dem einer härteren Mischung gleicht. Doch seine wahren Stärken spielt der Michelin Enduro XTREM NHS ganz klar im harten und technisch schwierigen Gelände aus. Er baut auf nahezu allen Untergründen unglaublich Traktion auf und durch die etwas steifere Seitenflanke nutzt er das Profil optimal aus, da das Umklappen der Stollen somit quasi nicht auftritt.

Trotzdem walkt der Reifen sehr schön (Gewicht Testfahrer: 80kg) und stellt mit einer breiten Aufstandsfläche eine optimale Verbindung zum Untergrund her. Im harten und felsigen Gelände schmiert er trotz der weichen Mischung sehr wenig bis gar nicht und verzeiht dem Fahrer viele Fehler. Auch auf Schrägfahrten zeigt der Michelin keine Schwächen und lässt das Vertrauen des Fahrers zum Material stetig wachsen!

Sogar in schnellen und technisch weniger anspruchsvollen Sektionen bleibt das Motorrad sehr ruhig und stabil, was man von so einem Extremenduro-Reifen absolut nicht erwarten würde. Der Reifen verhält sich auch unter nassen und schlammigen Bedingungen sehr zuverlässig und gutmütig. Durch die stabilere Grundstruktur neigen die Stollen einfach weniger zum umknicken, was auch hier der Spurstabilität sehr zugute kommt.

Nach drei Testtagen weist die neue Waffe von Michelin nur mittelmäßigen Verschleiß auf und ist noch lange nicht an der Grenze seiner Lebensdauer angelangt. Das Profil selbst fährt sich gleichmäßig ab und weist keinerlei Schnitte oder Risse an der Karkasse oder den Stollen auf. Auch das vereinzelte Ausbrechen mancher Stollen ist nicht festzustellen.

Die wirklich überraschend lange Lebensdauer relativiert ein wenig den höheren Anschaffungspreis. Man muss aber auch sagen, mit fast 100,-- Euro pro Stück ist dieser Reifen im Vergleich sehr teuer!

Das Ergebnis im Schulnoten-System:

Seitenhalt bei schnellen Kurven: 1
Seitenhalt in Schrägfahrten: +2
Traktion auf Wurzeln: 1
Traktion auf Steinen: 1
Traktion Waldboden: 1
Verschleiß: 2
Preis/Leistung: 3

Im Großen und Ganzen liegen heutzutage alle Hardenduro-Reifen in Sachen Performance wirklich nah beieinander, was es den Herstellern nicht einfach macht sich von der Masse abzuheben.

Der neue Michelin Enduro XTREM NHS zeigt aber in keiner Hinsicht wirkliche Schwächen und platziert sich sofort im Spitzenfeld der angebotenen Reifen, was sich aber leider auch im Preis wiederspiegelt.

Diese Reifen wurden für den Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt von: Michelin / www.entouroshop.at - Vielen Dank dafür!

Bericht: Enduro-Austria, T.B.

 


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