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Alles andere als ein Faschingsscherz sind die 2018er Enduromodelle von Sherco. Um dies am eigenen Leib zu erfahren gab es am 11.11.2017 einen Testtag in Bleiburg, auf dem Endurogelände der Allout Enduro Union!

Die Sherco-Fangemeinde ist stetig am Wachsen, die Modellreihe ist größer denn je und umso wichtiger ist es, diese der breiten Masse zu präsentieren und eine Testmöglichkeit zu geben! Diese Möglichkeit wurde jetzt von den Firmen Salbes MX-Enduro Store und JAK-Racing ermöglicht und so traf man sich letztes Wochenende auf der Strecke der Allout´s in Bleiburg/Kärnten.

Sowohl optisch als auch technisch geizen die Franzosen aus Nimes nicht mit Reizen, über die komplette Modellreihe sind WP Fahrwerke mit der neuesten XPLOR Gabel verbaut, robuste Felgen von Excel, neue Plastics mit Inmould-Technologie, motortechnisch wurde einiges überarbeitet und die Reifen kommen von Michelin.

Soviel zur Theorie, nun zur Praxis:

Zum Testen gab es die komplette Modellreihe 2018, also für alle 2-Takt Fans die SE-R 125, SE-R 250, SE-R 300 und für alle 4-Taktfahrer die SEF-R 250, SEF-R 300 und SEF-R 450.

SE-R 125:
Die 125er wurde für das Jahr 2018 komplett neu entwickelt, entgegen den Trends von anderen Marken, hat Sherco extrem viel Arbeit in die Entwicklung eines komplett neuen Motors und Rahmens investiert und präsentiert eine optimale Alternative für alle Nachwuchsfahrer. Im Test fühlte sich die 125er natürlich extrem wendig an, auch wenn ich schon lange kein jugendliches Gewicht mehr unter 70kg habe, macht das extrem viel Spaß und man kann, wenn man die richtige Technik und Kondition hat, richtig am Kabel ziehen und es fliegen lassen. Das Fahrwerk von WP war trotz meines Gewichtes bei „gemächlichem“ Tempo nicht überfordert, wird aber für „richtige“ 125er Piloten aus der Kiste heraus super passen!

SE-R 250 und SE-R 300:
Die großen Zweitakter präsentieren sich rundum modellgepflegt, die Ausstattung ist auf Höhe der Zeit, einzigartig ist aber auf jeden Fall die elektronische Auslasssteuerung, welche per Zündkurvenschalter in 2 Stufen einstellbar ist. Da ich selber über eineinhalb Jahre eine 300er von Sherco gefahren bin, habe ich mich oft genug von dieser Einstellmöglichkeit begeistern lassen. So kann man auf engen und rutschigen Streckenteilen, speziell im Extremendurobereich, die „zahme“ Leistungsstufe wählen und erhält quasi eine „trialartige“ Motorcharakteristik mit etwa 70% der Leistung, wird die Strecke wieder weiter und offener, gibt man wieder mit voller Leistung Schub! Die Fahrwerke von WP sind absolut Stand der Technik und aus der Kiste heraus etwas härter abgestimmt als die der Mitstreiter, somit auch über weite Teile hin breiter aufgestellt und auch für schnellere Fahrer passender.

 

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SEF-R 250 und SEF-R 300:
Die Motorräder, die von den Franzosen am längsten angeboten werden, sind die Viertakter mit 250 und 300ccm (lässt man die alten Modelle der frühen 2000er Jahre mit dem EXC-Motor außen vor) und diese sind von Anfang an der große Wurf gewesen, wenn auch anfangs mit leichten Schwächen in Ausführung und Haltbarkeit. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, es ist einfach nur begeisternd, wie einfach sich diese Bikes fahren lassen.
Da ich in der Früh nicht rechtzeitig aus den Federn gekommen bin, habe ich leider keinen Termin mehr bekommen, um die 250F testen zu können, das war auf jeden Fall eines der heiß begehrten Testmodelle. Durch die Bank war aber zu hören, dass es ein ultrawendiges und leicht zu fahrendes Motorrad sein soll.
Die Allzweckwaffe schlecht hin ist aber die 300F, welche ich selber auch schon seit einem Jahr fahre. Handlichkeit nahezu wie ein Zweitakter, lineare Kraftentfaltung und Leistung ähnlich einer 350er, gepaart mit einem super abgestimmten Serienfahrwerk, hat viele der Testfahrer begeistert. Kaum ein Motorrad lässt sich kräfteschonender um den Parcours zirkeln.

SEF-R 450:
Lange erwartet und nun erhältlich, ist die 450er von Sherco. Im Fahrbetrieb fällt natürlich sofort das Mehrgewicht im Vergleich zur leichteren 300er Viertakt auf, was aber nicht heißt, dass das Fahrgefühl als träge zu bezeichnen wäre. Mächtig Schub aus dem Drehzahlkeller zoomen den Piloten aus den Kurven hinaus auf die nächste Gerade, sodass man froh ist, dass die feinfühlig zu bedienenden Bremsen kraftvoll vor der nächsten Kurve verzögern. Das engste Geläuf ist sicher nicht die Paradedisziplin des großen Viertakters, für schnelle Strecken aber sicher eine gute Wahl.

 

Wie immer ist die Wahl des eigenen Motorrades eine Mischung aus Fahrgefühl und Optik, speziell bei den „kleineren“ Marken bekommt man nicht so häufig die Chance, eine Testfahrt durchzuführen und die wenigsten unter uns kaufen ein Motorrad um über 9.000 Euro, ohne vorher eine Probefahrt gemacht zu haben.

Umso erfreulicher ist es, dass dieser Testtag durchgeführt worden ist. Ein großer Dank gilt den Firmen, welche den Testtag durchgeführt haben, sowie Sherco Österreich, welche keinen geringeren geschickt haben, als den mehrfachen deutschen Enduro Champ Marcus Kehr, welcher mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist.

Link: http://www.sherco.com/ 

 

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Test und Bericht: P.B. / Enduro-Austria-Racing-Team E.A.R.T.

 


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