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Nach mehreren, teilweise sehr trockenen Jahren rund um das Kaolinwerk in Aspang, gab es ausgerechnet bei der 15-jährigen Jubiläumsveranstaltung des Aspangrace ein richtiges Unwetter welches das Rennen wohl zu einem der Schwierigsten der vergangenen Jahre machte. Früher, als es noch den MAC-Cup gab, war das Rennen im Kaolinbergwerk gefürchtet. Die damaligen 6-Stundenrennen hatten eine andere Streckenführung und waren bei Schlechtwetter richtige Materialvernichter. Bremsbeläge und Antriebssätze waren an der Grenze und die Beläge mussten beim Tanken manchmal sogar getauscht werden. Da gab es einige, die bei einem Hauch von Regen das Motorrad wieder eingepackt haben und unverrichteter Dinge heimgefahren sind. 

Die Crew vom Kaolinwerkrennen/Aspangrace hat das Rennen dann mit Dauer, Termin und Streckenführung so verändert, dass sich das alte Image über die Jahre komplett geändert hat. Wenn man sich für das Rennen anmeldet, hat man eher wenige Gedanken an Materialvernichtung. Man denkt vielmehr an spannende Zweikämpfe um die Platzierungen und die lässigen Anlieger, aus denen man mit Vollgas raus fräst. Die Steilhänge sind auch genial, wenn man über die Kuppe springt und oben gleich links umlegt und in den Anlieger rein sticht.

 

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Heuer sind die großen Mühen des Veranstalters im Wasser versunken. Es hat geregnet wie noch nie. Dabei hatten die Fahrer des 1. Rennens am Samstag anfangs noch ganz gute Bedingungen und konnten einigermaßen problemlos ihre Runden absolvieren. Auch wenn da bereits schon teilweise knietief das Wasser im Wald stand konnte man lässig durchsurven. Mal ein ganz anderes Bild im Wald - Fazit: Jetzt erst richtig geil...

Zum Schluss wurde es mit dem einsetzenden Regen trotz der Verkürzung auf 2 Stunden dann aber sehr kernig. Das war aber noch nichts im Vergleich zum 2. Rennen. Im ebenfalls verkürzten 2. Lauf gab sich unter anderem die Staatsmeisterschaftsklasse die Ehre. Man tat gut daran das Rennen mit neuen Bremsbelägen zu beginnen. Die wurden sonst unter den strömenden Fluten bis zur Rennhälfte geopfert. Die Strecke ist trotz Herausnahme der schwierigsten Passagen unter den Wassermassen versunken. Ab Rennmitte waren nur mehr wenige Fahrer auf der Strecke.

 

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Bernhard Schöpf im Enduro Austria Interview zum Rennen und zur Strecke:

„Ich habe einen guten Start erwischt und bin als Zweiter weggekommen. Nach 5 Kurven habe ich mit einem riskanten Überholmanöver die Führung übernehmen können, und versuchte mich abzusetzen. Danach habe ich geglaubt, ich versinke im Wasser. Die Wasserlacken waren so tief und lang, dass ich aufpassen musste, dass das Motorrad kein Wasser ansaugt. In den tiefen Lacken habe ich das Tempo ganz rausnehmen müssen, um das Motorrad zu schonen. Anfangs habe ich noch bemerkt, dass Tom Hostinsky hinter mir war. Mit einer frischen Brille konnte ich das Tempo zwischen den Lacken nochmals steigern. Danach habe ich keinen mehr gesehen. Insgesamt habe ich 3 RollOff Brillen gebraucht."

 

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Die Sieger vom Samstag:
Rennen 1
Klasse 5 - über 250ccm bis 26 Jahre: Krimbacher Marcel
Klasse 6 - über 250ccm, 26 bis 35 Jahre: Kofler Christoph
Klasse 7 - über 250ccm, 35 bis 45 Jahre: Wolfgruber Rüdiger
Klasse 8 - Golden League (ab 45 Jahre): Markl Roman

Rennen 2
Klasse 1 - AspangRace-Elite / ÖM: Schöpf Bernhard
Klasse 2 - Team: Schöpf Marco / Mulec Toni
Klasse 3 - bis 250ccm bis 26 Jahre: Riegler Mario
Klasse 4 - bis 250ccm, 26 bis 45 Jahre: Wagenhofer Michael

Das Abendprogramm: Die Party beim Kaolinwerkrennen ist mittlerweile ebenso legendär wie das Rennen. Neben Siegerehrung, Tombola und diversen Auftritten spärlich bekleideter Damen werden wichtigste Benzingespräche geführt, an die sich am nächsten Tag keiner mehr erinnern kann. Bis zur Verlosung der wirklich guten Sachpreise (Unter anderem eine nagelneue KTM EXC) usw. platzt das Zelt aus allen Nähten. Danach feiern viele weiter bis in der Früh. Der Samstagabend hat traditionell großen Einfluss auf den Ausgang des Rennens am Sonntag ;-)

 

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Das Sonntagsrennen:

Dieses beginnt aus gutem Grund etwas später als am Samstag. Man kann sich schon bei der Anmeldung mit guter Taktik von Haus aus in eine gute Position bringen. So kann man zum Beispiel nur Sonntags fahren und die geniale Party auslassen. Das macht einem eine Spur fitter als die anderen. Nebenbei sind am Sonntag auch viel weniger Fahrer am Start. Prinzipiell eine sehr gute Strategie. Der Nachteil ist aber, dass man auf den Spaß im Zelt verzichten muss. Wie auch immer. Die richtigen Aspangrace-Protagonisten buchen das komplette Programm.

Das Rennen selbst wurde witterungsbedingt auf einer sehr entschärften Strecke ausgetragen und war gut fahrbar. Diese war naturgemäß sehr ausgefahren und Bernhard Schöpf war wieder nicht zu schlagen. Nicht einmal annähernd. Er dominiert heuer die Staatsmeisterschaft nach Belieben.

Sonntag:
Klasse 1 - AspangRace-Elite: Schöpf Bernhard

Klasse 2 - Team: Taucher Philipp / Dietler Patrick
Klasse 3 - bis 250ccm bis 25 Jahre: Riegler Mario
Klasse 4 - bis 250ccm, 26 bis 45 Jahre: Andreas Knöchl
Klasse 5 - über 250ccm bis 26 Jahre: Krimbacher Marcel
Klasse 6 - über 250ccm, 26 bis 35 Jahre: Arnberger Markus
Klasse 7 - über 250ccm, 35 bis 45 Jahre: Tretnjak Reinhard
Klasse 8 - Golden League (ab 45 Jahre): Pertl Volker

 

Aus Fahrersicht war die Veranstaltung sehr unterschiedlich. Im Ersten Lauf am Samstag bin ich gemeinsam mit einem Kumpel ins Ziel gekommen. Das Erste, was wir gesagt haben ist: Eigentlich wars richtig geil. Das war auch die Meinung vieler anderer. Eigentlich richtig lässig - mal wieder ein hartes und anspruchsvolles Schlechtwettertennen wo es eher darum geht überhaupt noch durchzukommen.

Im 2. Lauf haben das vielleicht ein paar Fahrer weniger so gesehen, da war dann doch noch ein Tick mehr Wasser in der Strecke. Aber so ist das eben beim Outdoorsport. Jetzt war es zig Jahre perfekt. Einmal musste es ja so kommen. Statistisch müsste das nächste „Drecksrennen“ in Aspang erst wieder in 12 Jahren kommen. Das motiviert!!!

 

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Am Sonntag war die Strecke ganz ok. Nicht so wie in vergangen Jahren bei Topbedingungen, aber immerhin so, dass sich spannende Zweikämpfe entwickelt haben. Man konnte auch wieder überholen, ohne von der Bugwelle des Vordermanns weggespült zu werden.

Ein Dankeschön an dieser Stelle an die unzähligen Helfer, die unermüdlich die Strecke angepasst haben und unzählige Baggerstunden investiert haben. Ohne sie wäre dieses Rennen kaum möglich gewesen. Trotz aller Widrigkeiten war es ein super Rennwochenende. Und: Eigentlich kommt man ja auch wegen der Party ;-)

PS: Gestaubt hat es übrigens gar nicht!

Link zu Infos und Ergebnissen: Dimoco Aspangrace

Fotos vom Rennen:

Irina Gorodnyakova auf  https://www.facebook.com/igorod.photo/ 

Franz Luder auf http://www.only-dirt.at

 

Bericht: Enduro Austria, R.W.
Titelfoto: Enduro Austria, Fotos: Irina Gorodnyakova 

 

 


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