"Liebe Sponsoren und Freunde! Was für ein Jahr! Die Welt, wie wir sie über viele Jahre genießen konnten, ist mit der Corona-Pandemie aus den Fugen geraten. Egal wie jeder Einzelne von uns zu den Maßnahmen steht, die Themen Gesundheit und Einschränkungen sind omnipräsent. Einige Branchen wurden mit voller Wucht getroffen, andere haben profitiert. Der volkswirtschaftliche Schaden wird uns jedenfalls über viele Jahre beschäftigen.

 

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Für ein kurzes Abtauchen aus dieser Welt habe ich für Euch unsere Abenteuer in einem kurzen Rückblick, beginnend mit der SERRES RALLY im September 2019 zusammen gefasst:

Dieses Mal Bivouc in Vera, also nicht mehr in unserem geliebten Serres. Der Veranstalter hat den neuen Ort gewählt, da viele Tracks rund um Serres bereits aus den vergangenen Jahren bekannt waren. Bis zum 4. Tag lag ich immer so um den 9./10. Platz und war erster bei den Veterans. Angeführt wurde die Rally u.a. von Stefan Svitko – also wieder eine schnelle Partie. Einer der Führenden startete dann bei der Dakar 2020 und hat ein fulminantes Rufzeichen gesetzt – wieder einer dieser verrückten Amerikaner im Rallyezirkus.

Am 5. Tag - Crash in einem Waldstück mit vielen Wechseln von Licht und Schatten. Ich habe einen Stein übersehen und bin dann mit der rechten Schulter wahrscheinlich an einer Felsenwand angeschlagen. Ich kann mich an den Sturz nicht erinnern. Nachdem ich wieder zu mir gefunden hatte, war die Erleichterung groß, dass ich die Füße bewegen konnte.

Der Iritrac hat nicht funktioniert, kein GPS Empfang in diesem Waldstück - also kein Notruf möglich. Der erste Fahrer, den ich aufgehalten habe, hat trotzt meiner Bitte wohl vergessen, die Rennleitung zu informieren. In Summe war ich aber dann nach ungefähr 3 Stunden und einer abenteuerlichen Fahrt im SanitätsSideBySide – mit dem Veranstalter der Tuareg Rally am Lenkrad - und meinem Motorrad auf dem Dach, in einem für unsere Verhältnisse erbärmlichen Krankenhaus.

Kurze Diagnose: Schlüsselbeinbruch! Keine Armeschleife, keine Schmerztabletten – das Eis zum Warten auf ein Taxi vorm Krankenhaus habe ich mir selbst gekauft! Armschlinge und Schmerzmittel habe ich dann erst, inklusive der Erklärung „fit2fly“ vom Rennarzt erhalten. Die braucht man unbedingt, um verletzt ein Flugzeug besteigen zu dürfen.

Aber ich musste nicht fliegen: ich bin noch einen Tag in Veria geblieben. Mein Teamkollege Helmut Kamper hat auf die Siegerehrung verzichtet und mich in Rekordzeit von Veria nach Österreich gebracht. Von Wien hat mich dann ein weiterer Freund um 2 Uhr in der Früh abgeholt und nach Hause gebracht. Operiert wurde ich erst nach 14 Tagen, als am Röntgenbild ersichtlich war, dass die Knochen soweit auseinander stehen, dass diese sicher nicht von selbst zusammen finden.

Ich bin aber schon vor der Operation wieder auf dem Heimtrainer gesessen und habe frisch operiert mit entsprechender Armschlinge bereits den Dürnstein (für Insider: in 2h 12Min von Lackenhofseite über Herrenalm) bestiegen und sehr viel Zeit am Heimtrainer verbracht.

 

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Im November konnte ich dann bereits wieder am Motorrad, mit meinen Freunden Günter Lasselsberger und Helmut Kamper, in Kroatien trainieren.

Den Vogel haben dann Tanja Willmann und ich zu Silvester abgeschossen: Roadbooktraining in Biograd bei manchmal über Null, meist aber unter null Grad - inklusive Alan-Überquerung bei starkem Wind und mit Fieber. Aber die Einladung unserer Vermieterin zum Abendessen und die stimmungsvolle Silvesterparty am Hauptplatz von Biograd mit wärmendem Punsch hat uns die Kälte vergessen lassen.

Im Februar gings dann nochmals nach Kroatien, dieses Mal mit Max Hörhan: Vorbereitung für HISPANIA RALLYE . Tolle Tage mit phantastischen Tracks und viel Sonne.

 

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Die HISPANIA RALLY war hingegen eine Enttäuschung: schlechte Organisation, konfuse Ergebnisliste, unerklärbare Penalties. Unsere Internationale FIM Lizenz wurde trotz Ankündigung nicht anerkannt und wir haben nochmals € 200,- für eine „äußerst spanische“ Lizenz bezahlt, kein Beleg und das Geld ist in einer Softschelljacke verschwunden. Trauriger Höhepunkt war der tödliche Verkehrsunfall eines Spaniers auf der tägliche Verbindungsetappe - oftmals unter null Grad Celsius - auf der Autobahn. Links und rechts davon waren Wege und Straßen ohne Ende, warum diese nicht für die Liasons genutzt wurden, hat sich uns nicht erschlossen. Außerdem hatte in Guadix kein einziges Restaurant vor 8Uhr am Abend offen, das geht keinesfalls!

Ergebnis:

Ferdinand Kreidl: 1. Platz M5 (über 600cm Einzylinder)

Tanja Willmann: 2. Platz Woman

Diese Rally wird uns nicht mehr sehen!

 

Danach: 1. Lockdown.

Diese Zeit haben wir für körperliches Training in unserer Umgebung genutzt. Aber auch mal, um mit der Superenduro auf Schotterpisten Slowenien zu durchqueren, inklusive Übernachtung unter freiem Himmel nur mit Schlafsack. Im Juli dann gleich mal wieder in unser geliebtes Kroatien, eh klar mit unseren Rally-Enduros.

Auch eine Jogelland-Tour in die Steiermark mit KTM 390 Adventure und KTM 950 Superenduro war ein kleines, aber feines Abenteuer in Österreich in einer wunderschönen Gegend und kulinarischen Genüssen.

Ein wunderschönes Wochenende haben wir mit Ute und Günter Knopper in Tapolca verbracht! Wie immer anstrengend – aber am Abend gab’s entspannte Knopper-Grillerei mit steirischer Mehlspeise, Selbstgebranntem und vielen Plänen für neue Abenteuer.

Zweimal Nagycenk mit viel Spielerei und Kurventraining.

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Im September sind wir unseren ersten GPS-Wettbewerb gefahren: DINARIC-RALLY. Tolle Tracks, freundliche Veranstalter, in Summe eine sehr gelungene Veranstaltung in einem teilweise sehr anspruchsvollen Gelände. Schön wäre noch, wenn nächstes Jahr auch mit Roadbook gefahren werden könnte. Unsere kroatischen Mitbewerber hatten einen kleinen Vorteil aufgrund der Ortskenntnis. Einziger Wehrmutstropfen: dieses Mal hat sich Helmut Kamper verletzt, mehrere Rippen gebrochen und eine davon hat die Lunge perforiert. Aber Glück gehabt: er fährt schon wieder.

Ferdinand Kreidl: 2. Platz gesamt

Tanja Willmann: 2. Platz Woman

Hannes Lukas: 1. Platz BigBikes

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Und dann noch ein gelungener Motorrad-Jahresabschluss auf Sardinien: LEGENDS RALLY 2020. Diese Rally wird ohne Wertung gefahren – entweder mit Roadbook oder GPS. Für uns keine Frage: natürlich Roadbook! Teilweise nur 7 Grad und Regen aber bestes italienisches Essen und bei der Mittagspause auch ein Achterl Rotwein. Auch die Sonne hat sich dann doch gezeigt – La Dolce Vita!

Jetzt über die Feiertage mit Teilen von AUNER und Fahrwerksservice von HASLACHER wieder alle Motorräder für die neue Saison fit gemacht!

Immer schön oben bleiben! Ferdinand Kreidl"

 

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Quellen: Kreidl

 

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