Billy Bolt gewann auch in Israel souverän - SuperEnduro-WM-Finale findet am 19./20. März in Riesa statt. Mit ihrem dritten Saisonlauf in Israels Hauptstadt Jerusalem betrat die SuperEnduro-WM im Nahen Osten absolutes Neuland. Gleichzeitig war es das erste Rennen zu einer Motorrad-Weltmeisterschaft auf israelischem Boden. Und diesem drückte Billy Bolt seinen Stempel auf.

 

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In der über 10.000 Besucher fassenden zwar gut, aber nicht bis auf den letzten Platz gefüllten Pais Arena von Jerusalem waren die Piloten der Top-Klasse Prestige als internationale Gäste unter sich. Die Junior-WM wie auch der Europe Cup waren nicht im Programm. Beide stoßen erst zum Finale der SuperEnduro-WM 2021/2022 am 19. und 20. März in der SACHSENarena Riesa wieder dazu. Aufgeblasen wurde das Programm in Jerusalem mit 53 nationalen Fahrern, die in gemeinsamen Trainings aussortiert wurden und danach entweder die Rennen der Klasse Hobby oder der Expert bestreiten durften. Ein Teil davon schaffte weder im Freien noch im Zeit-Training eine komplette Runde.

Natürlich gasten die Profis auf dem sehr Trial-lastigen stop-and-go-Kurs ganz anders an. So zunächst im Superpole-Qualifying erwartungsgemäß Billy Bolt. Nach Lodz und Budapest war der WM-Leader auch in Jerusalem der Schnellste und somit derjenige, der sich die überhaupt ersten drei im Heiligen Land ausgelobten WM-Punkte sicherte. Die US-Boys Colton Haaker und Cody Webb belohnten sich für ihre zunächst nur kurze Quälerei über den Parcours mit zwei, bzw. einem WM-Zähler.

Im Startgetümmel des ersten Heats über sechs Minuten plus zwei Runden ging der sechsfache Weltmeister Taddy Blazusiak zu Boden und war somit praktisch aus dem Rennen um die Top-Platzierungen. Diese hatten anfangs Colton Haaker und Jonny Walker am festesten im Visier. Doch in der dritten Runde übernahm Billy Bolt die Führung und gab diese nicht mehr ab. Nachdem Colton Haaker bei Rennmitte in der Matrix hängen blieb, war der Weg für Jonny Walker zu Platz zwei endgültig frei. Wenig später musste der Ex-Weltmeister auch noch einen Platz an den in dieser Saison oft vom Pech verfolgten Cody Webb her schenken und wurde nur Vierter. Auf Platz fünf folgte Taddy Blazusiak, der sogar eine Überrundung über sich ergehen lassen musste.

Im mittleren Lauf, für den die beiden Startreihen obligatorisch getauscht wurden, gelang dem als Schnellstarter bekannten und nach verkorkster Superpole aus der vorderen Reihe startenden Taddy Blazusiak der Holeshot. An seine Fersen hefteten sich Jonny Walker und Billy Bolt, der sich in der fünften von letztlich diesmal zwölf statt elf Runden wieder die Führung schnappte und zu seinem nächsten Heat-Sieg „tanzte“.

 

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Wesentlich spannender ging es beim Kampf um Platz zwei zwischen Taddy Blazusiak und Jonny Walker zu. Erst blieb der Pole ohne Vortrieb stehen, dann ging der Brite über den Lenker. Schließlich fuhr Taddy Blazusiak als Zweiter ins Ziel und Jonny Walker rettete nach einem weiteren Sturz zumindest den dritten Rang. Auch weil Cody Webb und Colton Haaker in der Anfangsphase gestürzt und weit zurück gefallen waren, durfte sich der portugiesische GasGas-Privatfahrer Diogo Vieira über den vierten Platz, gleichbedeutend mit der Egalisierung seiner bisher besten Heat-Resultate ever, vor Cody Webb und Colton Haaker freuen.

Im dritten und letzten Heat hatte Billy Bolt nach dem ersten Nadelöhr die Nase vorn und fuhr danach zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg. Dabei distanzierte er den Rest des diesmal zehn Fahrer umfassenden Feldes um 18 und mehr Sekunden bzw. den Meisten um mindestens eine Runde. Damit war ihm der nächste „Grand-Slam“, sprich das Punktemaximum, gelungen, sodass ihm der WM-Titel in Riesa nur noch schwer zu entreißen sein wird.
Um den inoffiziellen Titel „best of the rest“ battleten sich diesmal mit diversen Platz-Wechseln Cody Webb und Jonny Walker, zu denen sich nach ein paar Runden noch Colton Haaker gesellte. In der letzten Runde strauchelte Cody Webb und verschenkte somit den zweiten Platz an Jonny Walker sowie auch den dritten und vierte an Colton Haaker und Taddy Blazusiak.

Da der 18-jährige Israeli Suff Sella und der vier Jahre ältere Ungar Norbert Zsigovits das für Junioren-WM-Fahrer freie Event nutzten, um in die Prestige-Klasse hinein zu schnuppern, waren in Jerusalem wenigstens zehn Fahrer am Start. Und diese erwiesen sich für Tim Apolle als harte Nüsse. So belegte der Sachsen-Anhalter nach seinen Heat-Resultaten neun, acht und sieben in der Tageswertung einen Platz hinter Suff Sella und einen Punkt vor Norbert Zsigovits Rang acht. Für die WM erhielten die beiden Gaststarter keine Punkte.

 

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Per Live-Stream verfolgte natürlich auch Daniel Auerswald von der am 19. und 20. März in Riesa gastgebenden Eventmanufaktur Auerswald aus Hohndorf bei Stollberg das motorsportliche Geschehen in Israel. Er befand danach: „Die Strecke hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Die war ziemlich eng und unrhythmisch. Ich glaube, dass wir in Riesa den Fahrern und Fans eine bessere bieten werden. Apropos Fans. Auch ich bin natürlich von den jüngsten Lockerungen der Corona-Maßnahmen sehr angetan und würde mich freuen, wenn durch die akzeptable 3G-Regel am Samstag, am Sonntag vielleicht nicht mehr mal diese, viele Fans die SACHSENarena wieder in einen Hexenkessel verwandeln. Die Fahrer werden es danken.“

Die SuperEnduro-Show in Riesa beginnt am Samstag 18:00 Uhr und am Sonntag 14:00 Uhr. Hallenöffnung ist jeweils zwei Stunden früher. Für Hard-Core-Fans gibt es zudem das Fan- bzw. Super-Fan-Ticket, mit denen man an einem oder gleich an allen beiden Tag/e schon zu den Trainings und Quali-Rennen in die Halle kann.
Weitere Infos ebenfalls unter www.superenduro-riesa.de

 

PA: Thorsten Horn, Fotos: Husqvarna


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