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Der KRKA Enduro Raid feierte heuer seine bereits 15. Auflage und der Erfolg ist bis dato ungebrochen. Alle Startplätze waren bereits lange vor der Veranstaltung vergeben. Wie in all den bisherigen Jahren pilgerten Ende April 600 vorwiegend österreichische Enduristen bei Traumwetter nach Primošten, um den Saisonauftakt mit einer würdigen Ausfahrt zu beginnen.

 

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Viele Starter kommen jedes Jahr wieder und irgendwie ist es seltsam, dass einem bei der Anmeldung die Millionen Steine vom Vorjahr nicht in Erinnerung verbleiben. Das scheint man aus dem Gedächtnis zu verdrängen. Vielmehr hat man Bilder von der kargen kroatischen Küstenlandschaft, der schönen Aussicht auf das Meer beim Zurückfahren nach Primošten und das spektakuläre Beach-Motocross mit Ziel bei der Strandbar als Erinnerung abgespeichert.

 

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Genuss oder Challenge, Du hast die Wahl!

Prinzipiell ist die Classic-Strecke des KRKA Enduro nicht besonders schwer. Mit 150 Kilometern am ersten und knapp über 100km am zweiten Tag ist die Strecke aber doch relativ lang und man ist mindestens 4 bis 6 Stunden unterwegs. Mindestens!

Während Profis und erfahrene Enduristen mit entsprechender Fahrtechnik das Vorderrad gefühlvoll über jede Felskante heben, müssen weniger versierte Fahrer alle Steine mühsam „abarbeiten“, was meistens auch noch mit einer schlechteren Kondition und wenig Training über den Winter verbunden ist. Diese Umstände und die Erkenntnis, dass der glorreiche Sieg in weite Ferne rückt, lenken den Großteil der Fahrer letztendlich zu Plan B.

 

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Plan B schaut in etwa so aus: Die Steine und Felsen sollen bleiben, wo sie sind. Ich fahre jetzt die flowige Soft-Strecke und genieße meinen Ausflug. Das Ende ist gleich. Man war in der selben kargen Küstenlandschaft, hatte ebenfalls die schöne Aussicht auf die Küste, das gleiche spektakuläre Strandmotocross und kommt danach genauso zu seinem wohlverdienten Bier am Strand.

 

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Für Offroadeinsteiger waren aber auch in der Soft-Strecke einige kernige Streckenteile verbaut. Heuer war dies beispielsweise ein Waldstück mit ein paar höheren Felskanten bei denen man mit einer 2-Zylinder schon sehr geübt sein musste. Außerdem war für alle ein längeres Bachbett zu durchfahren. Angeblich haben dort einige Herr- und Frauschaften längere Zeit verbracht :-))

 

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Die Challenge: Aus der sportlichen Perspektive!

Aus motivierter Hobbyfahrersicht fing der erste Tag relativ leicht an. Zuerst wunderte man sich noch über den verhältnismäßig schlechten Grip auf den staubigen Schotterwegen, daran hatte man sich aber bald gewöhnt. Die Hard-Sektionen entpuppten sich als gut fahrbar und auf den Felskanten hatte man durch die Trockenheit wiederum ausgezeichneten Grip.

Nach dem Start war man gleich einmal beim Kontrollcheckpoint und überraschend schnell beim Tankstop. Danach ging es entspannt weiter und man stellte sich bald mal die Frage, ob man nicht etwas versäumt hat. Über 100 Kilometer und noch immer keine Sonderprüfung?

 

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Die erste Sonderprüfung kam erst sehr spät und war trotz der steinigen KRKA-Verhältnisse sehr flüssig zu fahren, aber bei der 2. SP gab es für sehr viele Fahrer eine Orientierungsüberraschung. Fast jeder ist wegen der schlechten oder fehlenden Markierung/Absperrung falsch gefahren und hat mehr oder weniger Zeit verloren. Richtig gefahren sind eigentlich nur jene, denen zufällig ein aus der falschen Richtung zurückkommender Fahrer entgegengekommen ist. Sehr schade, denn das hat das Ergebnis des sonst ausgesprochen gut organisierten Rennens ziemlich auseinandergewürfelt. Bei der Sonderprüfung eines Klassik-Enduro darf es keinen Zweifel über die Streckenführung geben. Letztendlich ist das auch gefährlich, wenn dir bei vollem Speed Fahrer entgegenkommen.

Der Rest bis ins Ziel war mittelschwer und das Beach Race wie immer kurz aber intensiv.

 

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Servicepoint von KLIM:

Besonders erwähnen möchten wir noch den Service Point von KLIM. Währen im Fahrerlager X-Grip mit Reifenservice und Ersatzteilen sowie KFZ Knopper mit einem weiteren Servicezelt für die Fahrer da ist, befindet sich draußen auf der Strecke der KLIM Servicepoint. Dort gibt es neben Wasser, isotonischen Getränken, Obst und kleinen Stärkungen auch ein Servicezelt mit Werkzeug in Zusammenarbeit mit Motorex. Perfekt um kleine Reparaturen durchführen zu können und eine gelungene Station um wieder Kräfte zu sammeln.

 

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Tag 2 war mit 105 km wesentlich kürzer, dafür vom Gelände her schwerer. SP1 kam knapp nach Halbzeit und war durch die vielen Felsen recht tricky zu fahren. Die größte Herausforderung war bei einem Pferd, welches sich genau am Racetrack befand, heil vorbeizukommen. Insgesamt muss man aber ohnehin immer aufpassen - Wir hatten auch Begegnungen mit Kuh- und Schafherden oder anderen Fahrzeugen im Gelände.

SP2 war wieder lang und arg zerklüftet. Danach kam noch eine Hard-Sektion und der Blick aufs Meer konnte bei flotter Fahrt schon zur Mittagszeit genossen werden. Das Strand-MX war ziemlich ausgefahren und neu „abgebandelt“, um die Abkürzungen von Tag 1 zu vermeiden. Die ausgefahrenen Kurven waren super zum Fahren und man konnte heroisch Gas geben.

 

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Ergebnis:

Schnellster von allen war dieses Jahr der für das Team X-Grip fahrende Hardenduro-Spezialist Dieter Rudolf. Er hatte Glück, weil ihm bei der nicht markierten Abzweigung in der SP2 am 1. Tag gerade zum richtigen Zeitpunkt ein Fahrer entgegenkam und es dann klar war, dass da etwas nicht stimmt. Mit seinem rund 4 Minuten Vorsprung war er aber in jedem Fall der würdige Sieger.

 

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Dieter Rudolf zu seinem Sieg: "Alles in allem ist es mir an beiden Tagen sehr gut gegangen. Für mich war es das erste Mal hier beim KRKA Enduro. Mir hat es mega gefallen. Es ist natürlich kein Extreme Enduro, aber ein lässiges Enduro-Event mit Sonderprüfungen, und man kann sich den Speed selbst aussuchen – wenn du es fordernder haben möchtest, fährst du einfach schneller, musst aber irrsinnig aufpassen bei den ganzen Steinen – Abflug sollte man hier eher keinen haben. Bei den Special-Test fährst du dann halt, was geht. Der 1. Tag war aufgrund der längeren Distanz etwas anstrengender. Tag 2 war zwar kürzer, aber technisch anspruchsvoller. Gerade am Anfang schon sehr "knackig" mit Steinstufen und Ähnlichem, aber ein sehr lässiger Mix mit schöner Landschaft. Das Beach Race ist natürlich nicht meine spezielle Disziplin, trotzdem kenne ich so etwas ja auch z. B. vom Sea to Sky, und es hat sehr viel Spaß gemacht. Cooles Event..."

Der Zweitplatzierte Manuel Eder: "Ich war heuer zum 3. Mal beim KRKA-Enduro dabei und konnte mich super steigern. Beim ersten Mal war es eher noch eine spaßige Teilnahme, ich bin damals auch erst sehr spät gestartet. 2025 war für mich dann sehr erfolgreich und ich konnte das Rennen gewinnen. Heuer Platz 2 in der Gesamtwertung, also eigentlich perfekt für mich. Dieses Jahr war der erste Tag ein wenig schwierig für mich, da ich etwas schwer ins Rennen "gefunden" habe und auch oft gestürzt bin. Am Tag 2 ist dann aber alles gut gelaufen und ich konnte alles solide durchfahren. Der Beachtest ist für mich ein Highlight und hier hat an beiden Tagen alles perfekt gepasst..."

Krka Enduro 2026 Gesamtwertung:

  1. Dieter Rudolf
  2. Manuel Eder
  3. Leopold Marschnig

Damen:

  1. Tjasa Fifer
  2. Vanessa Danz
  3. Anja Biethahn

 

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50 Plus:

  1. Klaus Huemer
  2. Manfred Reithofer
  3. Steffen Jagielsky

 

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Zweizylinder:

  1. Wilfried Schmidtmayr
  2. Manuel Hafen
  3. Bernhard Schmidtmayer

 

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Aus technischer Sicht:

Es ist beeindruckend wie gut man mit der mittlerweise vorgeschriebenen Mousse-Bereifung über die Steine kommt. Der Reifen schaut nach 2 Tagen nicht mehr sehr gut aus, aber man braucht sich mittlerweile überhaupt keine Gedanken mehr machen wie man einen Stein überfährt. Dass hält!

GPS oder nicht? Ohne GPS war es gar nicht möglich alleine den richtigen Track zu finden.

Zweitakt vs. Viertakt? Egal Die Zweitakter haben es minimal einfacher über die größeren Steinstufen, dafür muss man sich speziell am Tag 2 etwas mit dem Sprit überlegen.

 

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Was bleibt:

Es war wie immer eine tolle Veranstaltung. Die Mühen von der Bewältigung der langen Strecke sind wie immer bald vergessen. Die Bilder im Kopf wie auch die Erinnerung an zwei nette, entspannte Abende unter gleichgesinnten, die man dort jedes Jahr wieder trifft bleiben. Das Racing war gut mit einem kleinen Schönheitsfehler und das Hotel ist halt wie es ist ;-) Aber alles in allem - Es hat sich wieder ausgezahlt. Nächstes Jahr gerne wieder!

 

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Vielen Dank an das gesamte Team!

Link: www.trxraid.com

 

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Bericht und Fotos: (c) Enduro-Austria

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