Sibiu, Rumänien, Mittwoch, 29. Juli – Für die Teilnehmer begann heute früh der erste von vier anspruchsvollen Offroad Tagen. Bei Sonnenschein und einer abwechslungsreichen Mischung aus feuchten und später trockenen Strecken herrschten ideale Bedingungen für die erste Etappe der 23. Red Bull Romaniacs.
Entsprechend der Prolog-Ergebnisse eröffnete Mani Lettenbichler (DEU, KTM) das Rennen, gefolgt von Mitch Brightmore (GBR) und Teo Kabakchiev (BGR, Sherco), der nach seinem Prolog-Sieg mit zusätzlicher Motivation an den Start ging.
Mit 25 Fahrern in der Gold Class und einer Distanz von rund 180 Kilometern war bereits vor dem Start klar, dass ein harter Tag bevorstand. Gleich zu Beginn warteten die Sektionen „Switchback Warm Up“, „Live or Die“, „Last Chance“ und „Mental Trap“, bevor schnellere Streckenabschnitte die Fahrer kurz vor dem Service Point zum „Masterpiece Loop“ führten.
Mani Lettenbichler behauptete den ganzen Tag über seine Führung, doch Kabakchiev blieb ihm dicht auf den Fersen und setzte ihn permanent unter Druck. Erst kurz vor der LEATT LIVEmaniacs Section konnte sich Lettenbichler entscheidend absetzen. Während er Fehler vermied und konzentriert blieb, verlor sein Verfolger wertvolle Zeit.
Die heutige LEATT LIVEmaniacs Section “Octopus” war eine neue Sektion, die alle Fahrer vor eine neue Herausforderung gestellt hat. Extrem steile Auf- und Abfahrten sowie schräge Off-Camber-Passagen verlangten ihnen alles ab. Die Gold Class musste den anspruchsvollen Loop dreimal absolvieren. Die Auffahrt war südlich ausgerichtet und damit besonders trocken. Loser, staubiger Untergrund brachte selbst die besten Fahrer der Welt an ihr Limit.
Mani Lettenbichler eröffnete den neuen Loop und steigerte seine Zeiten von Runde zu Runde. Während seiner letzten Runde erreichte Teodor Kabakchiev die LEATT LIVEmaniacs Section, konnte dort jedoch keine entscheidende Zeit mehr gutmachen. Michael Walkner (AUT) zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Er arbeitete sich den gesamten Tag kontinuierlich nach vorne und ließ sich auch vom „Octopus“ nicht ausbremsen. Die drei Runden absolvierte er souverän. Am Ende führte jedoch kein Weg an Lettenbichler vorbei, der sich den Tagessieg sicherte. Sein Vorsprung auf Kabakchiev beträgt lediglich 7 Minuten und 58 Sekunden. Mit drei weiteren Offroad Tagen ist das allerdings alles andere als ein komfortabler Vorsprung – Spielraum für Fehler gibt es kaum. Michael Walkner komplettierte mit einer starken Leistung das Podium. Auch James Moore sowie die Brightmore-Brüder auf den Plätzen vier bis sechs unterstrichen ihre Ambitionen und bleiben aussichtsreiche Kandidaten im Kampf um die Podiumsplätze.
Graham Jarvis (GBR, Jarv-e) schrieb Geschichte und absolvierte als erster Fahrer überhaupt einen Tag der Gold Class auf einem eMoto. Mit Platz 19 bewies der „Silent Assassin“ eindrucksvoll das Potenzial von Elektromotorrädern im Hard Enduro.
Gold Class Ergebnisse:
- Mani Lettenbichler (GER)
- Teo Kabakchiev (BGR)
- Michael Walkner (AUT)
Schnellste Zeiten LEATT LIVEmaniacs:
- Mitch Brightmore – 12:49 Min.
- James Moore – 13:37 Min.
- Michael Walkner – 13:37 Min.
Das Ziel des ersten Offroad Tages befand sich im stillgelegten Bergwerk Petrila – einem Ort, den die Red Bull Romaniacs zuletzt 2018 besuchten. Das ehemalige Bergbaugelände mit einem der markantesten Industriedenkmäler Rumäniens bot ein außergewöhnliches Finale. Die Fahrer mussten sich ihren Weg durch verlassene Betongebäude mit engen Gängen, maroden Treppen, Schutthalden und eingestürzten Trägern bahnen, bevor sie erschöpft und mit schwarzem Kohlenstaub im Gesicht das Ziel erreichten.
Mani Lettenbichler:
„Es war ein schneller und langer Tag mit einigen technischen Sektionen. In der LIVEmaniacs Section habe ich einen guten Rhythmus gefunden und konnte alleine fahren, das hat geholfen. Hoffentlich erhole ich mich gut für morgen. Es war ein schneller Tag und ich musste ordentlich pushen.“
Die Silver Class startete schnell in den Tag und teilte sich zunächst einige Abschnitte mit der Bronze Class, bevor sie auf Abschnitte der Gold Class wechselte und Sektionen wie „Shoot me“, „Ass Slide“, „Donkey Trail“ und „No Right Turn“ absolvierte. Der Australier Sandon Kerswell dominierte die Klasse eindrucksvoll und gewann mit mehr als 26 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Sandra Gomez (ESP) überzeugte mit Platz sechs. Ebenfalls eine starke Leistung zeigte Remy Gardner, der bei seiner ersten Red Bull Romaniacs auf Rang 40 ins Ziel kam.
Die Silver Class absolvierte heute 155 Kilometer.
Silver Class Ergebnisse:
- Sandon Kerswell (AUS)
- Florian Kirchmayer (AUT)
- Lorenz Steinkellner (AUT)
Für die Bronze Class stand heute der längste Offroad Tag auf dem Programm. Die 152 Kilometer boten eine gelungene Mischung aus technischen Passagen und flüssigen Trails. Anspruchsvoll, aber gut fahrbar und gekrönt vom spektakulären Zieleinlauf durch das Industriegelände. An der Spitze entwickelte sich ein enger Dreikampf. Die ersten Fahrer trennten im Ziel lediglich zwei Minuten. Emanuel Gyenes (ROU), der an allen 23 Ausgaben der Red Bull Romaniacs teilgenommen hat, belegte Rang drei und Tjaša Fifer (SVN) beendete den Tag auf Platz sechs.
Bronze Class Ergebnisse:
- David Rusanescu (ROU)
- Maik Schubert (DEU)
- Emanuel Gyenes (ROU)
Die Iron Class absolvierte auf ihrem ersten Tag in den Karpaten insgesamt 143 Kilometer. Neben einigen Romaniacs typischen Auf- und Abfahrten standen vor allem flüssige Trails auf dem Programm.
Iron Class Ergebnisse:
- Nico Friedmann (DEU)
- Cameron Mackintosh (NZL)
- Mark Whyte (NZL)
Für die Atom Class war der erste Offroad Tag ein vergleichsweise sanfter Einstieg. Die Strecken boten Fahrspaß mit einigen Herausforderungen, ohne dabei zu extrem zu werden. Teilweise verlief die Route gemeinsam mit der Iron Class, umging jedoch die schwierigsten Sektionen. Morgen dürfte das Programm deutlich anspruchsvoller werden. Insgesamt legten die Teilnehmer 142 Kilometer zurück.
Atom Class Ergebnisse:
- Bas Fokkema (NED)
- Kristaps Šmats (LVA)
- Gerd Bommer (AUT)

Matthew Green (ZAF) Gold Class
ADVENTURE BIKE KATEGORIE
Im Vergleich zum Vorjahr war der erste Offroad Tag der Adv Ultimate Class deutlich anspruchsvoller. Mehr technische Sektionen und die lange Renndistanz forderten die Fahrer. Während am Morgen noch feuchte und rutschige Passagen auf die Teilnehmer warteten, wurden die Strecken im Tagesverlauf zunehmend trockener und staubiger. Tiefe Spurrillen und ausgefahrene Wege verlangten den Fahrern der großen Adventure Bikes körperlich deutlich mehr ab als den Teilnehmern mit leichteren Hard Enduro Motorräder. Auch der spektakuläre Zieleinlauf durch das stillgelegte Bergwerk stellte mit seinen engen und technischen Passagen eine zusätzliche Herausforderung für die Big Bikes dar.
Nach 149 Kilometern trennten die ersten drei Fahrer weniger als eine Minute. Zwischen Mario Roman (ESP, CFMOTO), Pol Tarrés (AND, Yamaha) und Dieter Rudolf (AUT) entwickelt sich ein spannender Dreikampf, der sich in den nächsten Tagen weiter zuspitzen dürfte.
Adv Ultimate Ergebnisse:
- Mario Roman (ESP)
- Pol Tarrés (AND)
- Dieter Rudolf (AUT)
Die Adv Core Class führte heute durch die beeindruckende Landschaft der Karpaten. Technische Passagen und eine Distanz von 151 Kilometern sorgten für einen langen Renntag. Sam Sunderland (GBR, Triumph), Sieger der Adv Lite Class 2025, fuhr die schnellste Zeit. Sein Triumph-Teamkollege Ivan Cervantes (ESP) belegte Rang vier.
Adv Core Ergebnisse:
- Sam Sunderland (GBR)
- Jose Antonio Lombardia (ESP)
- Rene Columna (DOM)
Die Adv Lite Class absolvierte schnelle Trails durch beeindruckende Landschaften, kombiniert mit steinigen Wegen, die viel Konzentration erforderten. Die schwierigste Passage führte entlang eines malerischen Sees, bevor das Ziel im alten Bergwerk erreicht wurde. Insgesamt war es der einfachste der vier Offroad Tage und bot einen gelungenen Einstieg. Gefahren wurden insgesamt 149 Kilometer.
Adv Lite Ergebnisse:
- Adrian Raduta (ROU)
- Guishu He (CHN)
- Liviu Mircea Bereteu (ROU)

Adventure Core Class start
Die Red Bull Romaniacs fördern weiterhin aktiv den Bereich eMoto im Hard Enduro. Die eMoto Hobby Class absolvierte heute 48 Kilometer auf abwechslungsreichen, aber nicht zu anspruchsvollen Strecken. Der Fokus lag auf Fahrspaß und sowohl die Fahrer als auch ihre Motorräder meisterten die Strecke erfolgreich. Der rumänische TV-Moderator Dani Otil erzielte mit Rang drei ein starkes Ergebnis und sorgte damit für zusätzliche Aufmerksamkeit für den eMoto-Sport.
eMoto Hobby Class Ergebnisse:
- Martin Dosch (DEU)
- Ovidiu Tronaru (ROU)
- Dani Otil (ROU)
Die vollständigen Ergebnisse sind auf der offiziellen Website verfügbar.
Die Teilnehmer verbringen die kommenden zwei Nächte in Straja und Petroșani. Dadurch erhalten sie Zugang zu weitläufigem Terrain, das seit 2018 nicht mehr Teil der Red Bull Romaniacs war. Neue Landschaften, neue Herausforderungen und noch mehr Abenteuer warten auf die Fahrer.
Nützliche Links:
Race Program
LEATT LIVEmaniacs inklusive REPLAYS
Spectators Planning Guide
LIVENews aktuelle Fotos und Videos

Petrila Mine Finish
Die von Martin Freinademetz im Jahr 2004 gegründeten Red Bull Romaniacs sind eine fünftägige Hard Enduro Rallye, die weltweit ihresgleichen sucht. Die Teilnehmer erleben einige der beeindruckendsten Landschaften der transsilvanischen Karpaten und stellen sich gleichzeitig den härtesten Streckenbedingungen, im Kampf um einen Platz auf dem Red Bull Romaniacs Podium, oder einfach nur, um das Ziel als offizieller Finisher zu erreichen. Das Event entwickelt sich kontinuierlich weiter und baut die Adventure Bike Kategorie erfolgreich aus. Zusammen mit den Enduro- und eMoto-Klassen umfasst das Rennen inzwischen neun Wertungsklassen.

Petrila Mine Finish
Photo credit: Adrian Crapciu, Press Release by: Susan Mould






