
Sieg, Drama und ein Titelkampf auf Messers Schneide:
Das DIMOCO Aspang Race in Neustift am Hartberg zählt längst zu den Fixpunkten und absoluten Höhepunkten des österreichischen Endurosports. Eingebettet in die hügelige Landschaft der Buckligen Welt verwandelt sich das Gelände rund um das Bergwerk einmal im Jahr in eine beeindruckende Enduro-Arena. Ein restlos ausverkauftes Fahrerfeld, ein bis auf den letzten Platz gefülltes Fahrerlager und Hunderte begeisterte Zuschauer entlang der Strecke unterstrichen auch 2026 den außergewöhnlichen Stellenwert dieser Veranstaltung. Nach dem Erzbergrodeo gilt das Aspang Race zu Recht als zweitgrößtes Enduro-Rennen Österreichs.
Die rund 22 Minuten lange Runde präsentierte sich am Samstag bei perfektem Wetter mit griffigem, staubfreiem Boden. Das hohe Grundtempo, tiefe Wellen, ausgefahrene Waldpassagen sowie steile Auf- und Abfahrten verlangten den Fahrern dennoch alles ab. Drei Stunden Renndauer machten den ersten Bewerbstag zu einer beinharten Prüfung für Mensch und Maschine.
Am Sonntag wurde die bereits stark ramponierte Strecke in umgekehrter Richtung befahren. Zwei weitere Stunden, in denen es um ebenso viele Meisterschaftspunkte ging wie am Vortag. Für Walzer-Factory-Teamfahrer Maurice Egger begann das Rennwochenende mit einem kompromisslosen Kampf um jeden Meter. Der dreifache österreichische Staatsmeister trat in der Elite beziehungsweise Enduro-ÖM Open auf seiner KTM 250 EXC-F gegen ein hochkarätiges Fahrerfeld an. Neben seinem unmittelbaren Titelrivalen Valentino „Vale“ Hutter stand mit Enduro-Weltmeister Andrea Verona sogar internationale Weltklasse am Start.
Nach einem Überschlag wurde Maurice am Samstag jedoch von einem schwerwiegenden technischen Problem eingebremst. Ein beschädigter Abstellknopf brachte seine KTM während des Rennens wiederholt völlig unerwartet zum Stillstand. Gleichzeitig musste er mit massiven Blasen an der Handfläche kämpfen. Unter diesen Bedingungen wurde jede weitere Runde zu einer Belastungsprobe.
Dennoch gab Maurice keinen Zentimeter kampflos auf und brachte nach drei Stunden einen enorm wichtigen zweiten Platz hinter Valentino Hutter ins Ziel.Mit Hutters Sieg verringerte sich der Vorsprung von Maurice in der Enduro-ÖM Gesamtwertung am Samstagabend auf nur noch sechs Punkte. Der Druck vor dem zweiten Renntag war damit maximal und die Ausgangslage eindeutig.

Am Sonntag musste die Antwort auf der Strecke folgen.
Mit repariertem Abstellknopf, einer kämpferischen Einstellung und dem Staatsmeistertitel fest im Blick startete Maurice in den zweiten Bewerbstag. Über die gesamte Renndistanz entwickelte sich ein hochklassiges Duell mit Valentino Hutter. Keiner der beiden konnte sich entscheidend absetzen, jeder Fehler hätte die Führung und möglicherweise die Meisterschaft kosten können. Nach mehr als zwei Stunden trennten die beiden Kontrahenten lediglich 20 Sekunden.
Doch diesmal hatte Maurice das bessere Ende für sich. Mit einer kontrollierten, schnellen und mental außergewöhnlich starken Fahrt holte er den Sieg beim DIMOCO Aspang Race. Es war weit mehr als ein weiterer Rennerfolg. Es war die eindrucksvolle Antwort eines Champions, der auch unter größtem Druck seine Leistung abrufen kann. Durch Platz zwei am Samstag und den Sieg am Sonntag verteidigt Maurice seine Führung in der Enduro-ÖM und reist mit neun Punkten Vorsprung auf Valentino Hutter zum großen Saisonfinale nach Obdach.
Der Kampf um den Staatsmeistertitel bleibt damit bis zum letzten Rennen offen, spannender könnte dieses Duell kaum sein.
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Auch Tristan Schabernig stellte sich auf seiner GASGAS EC 350F der dreistündigen Herausforderung am Samstag. Der Steirer erwischte einen ausgezeichneten Start und bog als Dritter des gesamten ÖM-Feldes in die erste Kurve ein. Nach anfänglich harten Armen fand er nach rund einer Stunde in einen starken Rhythmus und fühlte sich zunehmend sicher auf der schnellen Strecke.Nach etwa zwei Stunden nahm sein Rennen jedoch ein bitteres Ende. Bei einer Abfahrt kam Tristan heftig zu Sturz und schlug so schwer ein, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Er wurde vom Rettungsdienst in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht und umfassend untersucht. Glücklicherweise wurden keine schwereren Verletzungen festgestellt. Tristan erlitt jedoch starke Prellungen und eine leichte Gehirnerschütterung. Ein Start am Sonntag war unter diesen Umständen ausgeschlossen. Besonderer Dank gilt allen Ersthelfern, Streckenposten, Rettungskräften und Teammitgliedern, die unmittelbar zur Stelle waren und Tristan professionell versorgten. Durch den verletzungsbedingten Ausfall fällt er in der Enduro-ÖM-Gesamtwertung von Rang vier auf Rang sechs zurück. Jetzt steht die vollständige Genesung im Vordergrund, damit Tristan beim Finale in Obdach wieder mit voller Kraft angreifen kann.
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PA: Rene Novak/Team KTM Walzer, Fotos by TEAM WALZER FAMILY & Norbert Mohr Photographie





