
Zum fünften Mal fand letztes Wochenende das Bear Extrem Enduro Race in Brinje statt, welches am Festland in etwa auf Höhe der Insel Krk liegt und von Villach bei gemütlichem Tempo in knapp vier Stunden zu erreichen ist.
Rund 300 Fahrer waren angemeldet, das Programm versprach volle Rennaction über drei Tage, am Freitag sollten zwei Prologläufe zu je 15km am Programm stehen, am Samstag und Sonntag fanden die Hauptrennen statt, wobei an beiden Tagen komplett unterschiedliche Strecken zu befahren waren. Die Teilnehmer konnten sich für die Klassen Gold, Silber, Bronze, Veteran 40+ (Spur Silber) und Veteran 50+ (Spur Bronze) entscheiden.
Donnerstagabends war noch sehr wenig los im Fahrerlager, eine gröbere Regenfront entleerte sich in der Nacht auf Freitag und machte den Prolog für alle umso anspruchsvoller. Schon beim Online-Briefing wurde bekanntgegeben, dass es keine genaue Startreihenfolge für den Prolog geben sollte, also nach dem Motto wer als Erster kommt, fährt auch als Erster. Das funktionierte auch sehr gut, die Strecke war zwar rutschig vom nächtlichen Regen, aber flüssig befahrbar.

Aber leider befand der Wettergott die Strecke als zu leicht und schickte eine Starkregenfront, welche die Strecke sehr anspruchsvoll machen sollte. Setzte Didi Rudolf eine Bestzeit von 18 Minuten, kämpften die weniger versierten Fahrer nach dem Monsunregen mehrere Stunden, um ins Ziel zu kommen, einige brauchten sogar so lange, dass der zweite Prologlauf nach hinten verschoben werden musste.
Teilweise konnte man die eigenen Bekannten kaum mehr erkennen, weil eine dicke Schlammschicht Bike und Fahrer überzogen hatte. Die meisten verzichteten somit auf den zweiten Lauf, da sich die Strecke in ein Schlammmassaker verwandelt hatte und eine zeitliche Verbesserung kaum mehr möglich erschien.
Die Besonderheit in Brinje ist sicherlich, dass jeder Renntag seinen eigenen Start- und Zielpunkt hat, welche im Umkreis von etwa 5-10 Minuten vom Fahrerlager entfernt waren. Samstag war somit der zweite Renntag, aber das erste Hauptrennen über die lange Distanz von ca. 70km. Gestartet wurde klassenweise nach dem Ergebnis des Vortages. Das Wetter versprach wunderschönes Spätsommerwetter für das verbleibende Wochenende. Die Strecke schlängelte sich wunderbar durch die Wildnis, wobei speziell im ersten Drittel die Steine noch rutschig wie Glatteis waren, danach folgten flüssige Waldpassagen mit herrlichen Steilhängen und sonstigen Hindernissen, welche Kroatien zu bieten hat.

Die Strecke hatte 14 Checkpoints, welche in den unterschiedlichen Klassen abgearbeitet werden mussten. Nach 2h47Min konnte unser Hardenduro-Hero Dieter Rudolf das Ziel der Goldklasse als Erster erreichen. Vom Organisator wurde für das Erreichen des Ziels eine Frist bis 17.30 Uhr gesetzt, also in der Theorie massig Zeit um zu finishen.
Der dritte Renntag am Sonntag wurde auf einer komplett anderen Strecke gefahren, nach Meinung vieler war der Sonntag der anspruchsvollere Tag, die Strecke also um einiges schwerer und mit einer Länge von 65km fast gleich lang wie am Vortag. Die Streckenführung bot traumhafte Singletrails, Steilhänge, tückische Steinpassagen, aber auch flottere Waldstücke, wo auch die höheren Gänge benutzt werden konnten. Auch diesen Tag konnte Rudolf als erster in der Gold-Klasse beenden und gewann somit ein weiteres Mal das Bear Extrem Enduro mit einer Gesamtzeit von 5h15:22,68 und über 20 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Kornel Ott.

Die Sieger der einzelnen Klassen waren als gekürt:
Klasse Gold:
1. Dieter Rudolf
2. Kornel Ott
3. Dino Floricic
4. Manuel Preuhs
Klasse Silver:
1. Jaka Berloznik
2. Rok Grabar
3. Adem Galijasevic
Klasse Bronze:
1. Miha Borovsak
2. Davor Percic
3. Petr Uher
Klasse Veteran 40:
1. Bojan Justin
2. Marko Gorsek
3. Jaka Seles
Klasse Veteran 50:
1. Radim Krechovsky
2. Doris Sovilla
3. Frantisek Ferus
Im Fahrerlager konnten wir eine der motiviert angereisten Damen zu einem Statement bewegen, die 23-jährige Niederösterreicherin Linda Mörtl gab sich das volle Programm und das in ihrem erst zweiten Endurojahr überhaupt:
„An diesem Wochenende ging ich in Brinje beim Extreme Enduro BEAR V in der Klasse Bronze an den Start. Nach einem verregneten Prolog ging es am Samstag bei optimalen Bedingungen an den Start, der erste Teil war relativ technisch und steinig, dafür wurde es aber nach dem Tankstopp flotter. Der zweite Tag war wesentlich härter, mit heftigen, teils rutschigen Auffahrten und silberwürdigen Abfahrten.
Von den sieben gestarteten Damen in der Bronze Klasse konnten nur zwei finishen und mir ist der Sieg geglückt. Ein wirklich tolles Enduro-Rennen mit einer super Strecke und einer insgesamt sehr guten Atmosphäre! Die Strecke war abwechslungsreich und gut markiert. Besonders cool fand ich die verschiedenen Start- und Zielpunkte – dadurch hatte man fast ein Romaniacs-Feeling. Dass man keinen Streckenabschnitt zweimal fahren musste, war ebenfalls ein großes Highlight und hat das Rennen sehr abwechslungsreich gemacht.

Die Organisation war insgesamt sehr gut. Die Veranstalter waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Auch die Kommunikation im Vorfeld und während der Veranstaltung hat super funktioniert. Der WhatsApp-Kanal war sehr praktisch, das Briefing per YouTube-Video eine tolle Idee und auch das Riders Briefing vor Ort war wirklich gut und informativ.
Generell herrschte während des gesamten Rennens eine super Stimmung – sowohl unter den Fahrern als auch bei den Organisatoren. Man hat sich einfach sehr wohl und willkommen gefühlt.“

Zum Schluss müssen auch wir von Enduro-Austria danke an die Veranstalter sagen, das Rennen war wirklich perfekt organisiert, die Streckenverläufe waren abwechslungsreich, anspruchsvoll und wunderschön, sodass wir sicher wiederkommen werden. In jedem Zielbereich gab es Musik, Ausschank und Verpflegung bei guter Stimmung, auch wenn das Wetter anfangs nicht unbedingt mitgespielt hat. Im Fahrerlager gab es Aussteller und Verkaufsstände von X-Grip, Plews-Tires, Beta und mehr, wo man auch einiges an Ersatzeile bekommen konnte, wenn etwas kaputtgegangen ist. Bis zum nächsten Jahr!
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Text: P.B. EART, Bilder: Ringhofer, HMK Brinje





