Sibiu, Romania. 5 August 2026. Noch vor wenigen Tagen war Hard Adventure Racing eine junge Disziplin mit einer spannenden Frage: Wie weit können Fahrer ihre großvolumigen Adventure Bikes im Gelände pushen, das bislang ausschließlich Hard Enduro Motorrädern vorbehalten war? Die Red Bull Romaniacs 2026 lieferten erste Antworten – und warfen gleichzeitig noch viel größere Fragen auf.

 

0805 adv1

Dieter Rudolf Offroad Day 3

Drei Adventure Klassen, 100 Teilnehmer, völlig unterschiedliche Motorräder und einige der besten Offroad-Fahrer der Welt stellten sich fünf Renntagen, die Fahrer und Maschinen weit über die bisherigen Grenzen des Adventure Sports hinaus forderten.

Da sich die Disziplin noch in ihrer Anfangsphase befindet, reisten Fahrer und Hersteller mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen davon an, wie das ultimative Hard Adventure Race Bike aussehen sollte. Leichte, stark modifizierte Motorräder trafen auf leistungsstärkere, schwerere Konzepte sowie auf Maschinen, die erstaunlich seriennah waren.

Kaum etwas verdeutlicht den aktuellen Stand des Hard Adventure Racing besser als das Podium der Adventure Ultimate Class: eine CFMOTO 450MT, eine Yamaha Ténéré 700 und eine KTM 890 Adventure. Unterschiedliche Hubräume, Gewichte, Leistungscharakteristiken und grundverschiedene Lösungsansätze für dieselbe Herausforderung. Die Rennstrecke dient Fahrern und Herstellern derzeit als Labor. Doch anstatt eine endgültige Antwort darauf zu liefern, welches Konzept am besten funktioniert, zeigte das Podium 2026 etwas viel Spannenderes: Der technische Wettlauf in der Hard Adventure Kategorie hat gerade erst begonnen.

CFMOTO geht all in: Kein Hersteller war bei den Red Bull Romaniacs mit einer größeren Präsenz vertreten als CFMOTO. Insgesamt standen 43 CFMOTO Bikes in den Adventure Klassen am Start: 39 CFMOTO 450MT, zwei 800MT-X und zwei 1000MT-X. Unterstützt wurde das Engagement durch ein umfangreiches Werksprogramm, Fahrersupport und ein klares Bekenntnis zu dieser jungen Disziplin.

Hard Enduro Star Mario Roman führte die CFMOTO 450MT bei seinem Debüt in dieser Kategorie zum Gesamtsieg in der Adventure Ultimate Class. Roman gewann den Prolog sowie die ersten beiden Offroad Tage. Nach Rang drei am dritten Offroad Tag setzte er am Finaltag mit einem weiteren Tagessieg ein deutliches Statement. Den Gesamtsieg sicherte er sich mit einem Vorsprung von 14 Minuten und 40 Sekunden.

Vor dem Rennen lag der Fokus vor allem auf Yamaha-Werksfahrer Pol Tarrés, der seit Jahren als Maßstab im extremen Adventure Riding gilt. Tarrés war auf seiner Yamaha Ténéré 700 erwartungsgemäß schnell, letztlich konnte sein Freund Mario Roman das Rennen jedoch kontrollieren und den Gesamtsieg souverän nach Hause fahren.

Die Erfolgsgeschichte von CFMOTO ging noch weiter: René Columna gewann die Adventure Core Class auf einer CFMOTO 450MT mit einem Vorsprung von 11 Minuten und 42 Sekunden vor dem zweimaligen Dakar-Sieger Sam Sunderland auf seiner Triumph Tiger 900. In der Adventure Lite Class belegte CFMOTO sogar das komplette Podium: Der Chinese Guishu He gewann souverän mit 30 Minuten und 44 Sekunden Vorsprung vor dem Rumänen Adrian Răduță. Platz drei ging an Matei Oliva – ebenfalls auf einer CFMOTO.

Samantha Liu, Brand Director, CFMOTO: „Hard Enduro Racing gehört heute zu den populärsten Extremsportarten in China und wächst weiterhin rasant. Deshalb haben wir schon früh gemeinsam mit Martin Freinademetz, einem der Pioniere dieses Sports, eine Zusammenarbeit aufgebaut. Im Laufe der Zeit verlagerte sich unser Fokus zunehmend auf Adventure Bike Racing – eine Kategorie, die fest in der DNA von CFMOTO verankert ist und in der wir ein enormes Wachstumspotenzial sehen. Wir denken langfristig. Trotzdem sind wir überwältigt von dem, was bei den Red Bull Romaniacs 2026 passiert ist: CFMOTO gewann alle drei Adventure Klassen. Mario Roman dominierte die Adventure Ultimate Class, René Columna gewann die Adventure Core Class und besonders stolz macht uns die starke Leistung unserer chinesischen Fahrer. Guishu He krönte diese Entwicklung mit seinem Sieg in der Adventure Lite Class. Drei Klassen, drei Siege – einen besseren Auftakt hätten wir uns kaum wünschen können"

 

0805 adv3

Mario Roman Offroad Day 3 

Unterschiedliche Konzepte funktionieren: Hinter Roman und Tarrés sorgte eine weitere Geschichte für Aufsehen. Der österreichische Hard Enduro Fahrer Dieter „Didi“ Rudolf ging weitgehend unbemerkt für das X-GRIP Team auf einer KTM 890 Adventure an den Start – ohne offizielles KTM-Werksteam. Hinter den Kulissen hatte jedoch eine engagierte Gruppe von KTM-Ingenieuren die KTM 890 Adventure zu einem konkurrenzfähigen Motorrad für die Red Bull Romaniacs entwickelt. Rudolf belohnte diese Arbeit mit konstant starken Leistungen über die gesamte Rennwoche. Nachdem er den dritten Gesamtrang bereits abgesichert hatte, setzte er am vierten Offroad Tag mit Platz zwei noch einmal ein Ausrufezeichen und sicherte sich den letzten Platz auf dem Podium der Adventure Ultimate Class.

Platz vier ging an Kevin Gallas auf einer Yamaha Ténéré 700. Mit seinem Speed, Kampfgeist und spektakulären Fahrstil gehörte er zu den herausragenden Adventure Fahrern der Woche. Beim finalen SIBIU Hillclimb setzte er seiner Leistung schließlich die Krone auf: Als erster Adventure Fahrer überhaupt bezwang er den legendären Hillclimb auf beeindruckende Weise. Mit Gesamtrang vier machte er eindrucksvoll auf sich aufmerksam und etablierte sich in dieser jungen Disziplin.

Und dann war da noch Jonny Walker – unterwegs mit der wohl größten und schwersten Maschine im Feld. Während viele Teams konsequent auf Gewichtsreduzierung und spezialisierte Rennumbauten setzten, ging Walker den entgegengesetzten Weg. Er bewegte eine rund 220 Kilogramm schwere, dreizylindrige Triumph Tiger 900, die noch sehr nah am Serienmotorrad war, souverän über sämtliche Herausforderungen der Red Bull Romaniacs – einschließlich des Prologs. Am Ende belegte er mit der Triumph Gesamtrang sechs.

In der Adventure Core Class fuhr der zweimalige Dakar-Sieger Sam Sunderland mit einer ebenfalls nahezu serienmäßigen Triumph Tiger 900 auf Rang zwei. In einer Phase, in der noch niemand weiß, ob die Zukunft leichten Spezialumbauten oder leistungsstarken, großvolumigen Motorrädern gehört, bewiesen die beiden Triumph Maschinen eindrucksvoll, wie weit sich bereits heute ein seriennahes Adventure Bike an seine Grenzen bringen lässt.

Kontrollierter Wahnsinn auf dem Dach: Hard Adventure Racing entwickelt sich zwar rasant weiter, doch die Motorräder müssen zunächst die Red Bull Romaniacs überstehen. Kaum ein Ort stellte das spektakulärer unter Beweis als das ehemalige Kohlebergwerk Petrila an Offroad Tag 2.

In einer der markantesten Kulissen der Veranstaltung führte die Strecke direkt durch das stillgelegte Bergwerks- und Fabrikgelände. Die Fahrer jagten durch die Industrieanlagen und sogar über die Dächer.

Die Bilder zeigten einen der außergewöhnlichsten Kontraste der Red Bull Romaniacs 2026: Großvolumige Adventure Bikes und Hard Enduro Motorräder fuhren durch eine beinahe postapokalyptische Industrielandschaft, bevor sie wenig später wieder in die beeindruckende Natur der Karpaten eintauchten. Kaum eine Szene machte deutlicher, wie sehr sich das „Adventure Racing“ inzwischen verändert hat. Doch Petrila war dabei nur eine Station. Über fünf Renntage hinweg bewältigten die Adventure Fahrer alles – von flüssigen Trails in den Bergen über anspruchsvolles Hard Enduro Gelände bis hin zum finalen SIBIU Hillclimb. Adventure Riding hat endgültig neues Terrain erreicht.

 

0805 adv2

Offroad Day 2

Jetzt müssen die Romaniacs nachlegen: Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist vielleicht die größte Geschichte der Red Bull Romaniacs 2026. Bereits in ihrer zweiten Saison entwickelt sich Hard Adventure Racing schneller, als selbst die Organisatoren erwartet hatten.

Auch die Motorräder verändern sich rasant. Die Teams reisten mit speziell entwickelten Fahrwerken, umfangreichen Modifikationen und erheblichen Gewichtsreduzierungen an. Teilweise wurden die Serienmotorräder um bis zu 40 Kilogramm leichter gemacht. 

Hinzu kommen Fahrer, die diese schweren Motorräder auf einem unglaublichen Niveau bewegen. Sie brachten nicht nur leistungsfähigere Motorräder mit, sondern auch enorme Rennerfahrung, intensive Vorbereitung, großen Ehrgeiz und die Bereitschaft, die Grenzen des Hard Adventure Racing auf ein neues Niveau zu heben.

Das Ergebnis überraschte selbst die Trackmanager. Obwohl die Strecke bewusst darauf ausgelegt war, die Grenzen dieser neuen Klassen auszuloten, erreichten deutlich mehr Fahrer das Ziel als erwartet.

Auch abseits des Rennens war eine bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten. Für eine so junge Disziplin war das Zuschauerinteresse außergewöhnlich hoch – sowohl an der Strecke als auch in den sozialen Medien. Spektakuläre Bilder, die Vielfalt der Motorräder und die scheinbar unmöglichen Herausforderungen sorgten unmittelbar für große Aufmerksamkeit und unterstreichen damit das enorme Potenzial des Hard Adventure Racing.

Für Martin Freinademetz, Gründer und Organisator der Red Bull Romaniacs, ergibt sich daraus eine spannende Herausforderung:

„Mit Hard Adventure Racing betreten wir erneut völliges Neuland. Als wir die Strecken für dieses Jahr gebaut haben, hatten wir fast ein schlechtes Gewissen, weil wir die Fahrer wirklich maximal gefordert haben. Ehrlich gesagt haben wir uns gefragt, ob wir für eine so junge Disziplin vielleicht zu weit gegangen sind. Offenbar nicht. Die Fahrer waren hervorragend vorbereitet, deutlich mehr Teilnehmer erreichten das Ziel als erwartet und das fahrerische Niveau war beeindruckend. Natürlich hat auch das perfekte Wetter geholfen.Noch spannender finde ich jedoch, wie schnell sich die Motorräder weiterentwickeln. Wir sehen bereits werksseitig vorbereitete Motorräder mit massiven Gewichtsreduzierungen von teilweise bis zu 40 Kilogramm, speziellen Fahrwerken und gezielten Modifikationen für die besonderen Anforderungen dieses Geländes. Genau daran erkennt man, wohin sich dieser Sport entwickelt. Fahrer und Hersteller haben die Herausforderung erstaunlich schnell angenommen. Und wie rasant sich alles entwickelt, zeigt uns vor allem eines: Wenn wir der Entwicklung voraus bleiben wollen, müssen auch wir das Tempo erhöhen. Genau das werden wir im nächsten Jahr tun.“

Die erste Frage lautete, ob große Adventure Bikes überhaupt auf eine Hard Enduro Strecke gehören. 

Nach den Red Bull Romaniacs 2026 lautet die spannendere Frage: Wie weit kann diese Entwicklung noch gehen?

 

 

 

Photo Credits: David Ramba, Tibi Hila, Press Release: Volker Jacob.

Wir nutzen Cookies. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, andere helfen uns, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Du kannst selbst entscheiden, ob du die Cookies zulassen möchtest. Bitte beachte, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.