Auch wenn das Jahr 2020 durch die allgegenwärtige CoVid - Pandemie für uns Motorsportler leider ein relativ ernüchterndes war, sind die Entwicklungsingenieure bei KTM und Husqvarna nicht in Schockstarre verfallen und haben die Evolution der meistverkauften Motorräder im Geländesportsektor vorangetrieben - wenn auch hauptsächlich im Detail…

 

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Dem Enduro Austria Racing Team (E.A.R.T.) wurden drei Motorräder für einen ausgiebigen Test zur Verfügung gestellt. Die  KTM EXC 300 Tpi sowie die Modelle Husqvarna TE 300 Tpi und Husqvarna FE 350.

Getestet wurde wie immer auf unterschiedlichsten Terrains. Von zart bis hart in 3 verschiedenen Locations vom weitläufigen, schnellen Gelände, über ein Trainigsareal mit verschiedensten Bedingungen bis zur Extreme-Enduro Location in höheren Lagen. Wir möchten hier unsere Fahreindrücke zu diesen drei neuen Modellen festhalten…

KTM EXC 300 tpi - Der Racer

Im Gegensatz zum Modelljahr 2020 wurde beim aktuellen Modell "nur" an den feinen Stellschrauben gedreht. Die auffallendste Veränderung, die einem sofort ins Auge sticht, ist natürlich das Design, das durch die grauen Elemente wie eine Hommage an die EXC Modelle aus dem Ende der 90er wirken. Ebenfalls neu ist der der nun serienmäßige Preload-Adjuster der WP XPLOR Gabel, der einem sehr einfach die Federvorspannung verändern lässt.

 

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Der Fahreindruck:

Bereits auf den ersten Metern merkt man, dass man auf einem Motorrad sitzt, dass für einen Zweck konzipiert wurde: um Rennen zu gewinnen.

Die Ergonomie ist gewohnt sportlich und man fühlt sich sofort in der Lage das Tempo zu forcieren. Der Motor hat absolut ausreichend Drehmoment (wie auch nicht anders zu erwarten vom Motorrad mit der größten Kubatur in der 2T Klasse) geht dann aber relativ hart in den Resonanzbereich über und im ersten Moment überrascht einen der Punch schon fast. Um diese Charakteristik sinnvoll nutzen zu können, bedarf es einem versierten Fahrer mit ausreichend Kondition. Erfüllt man aber diese Kriterien ist man mit ziemlicher sicher gut bedient mit dieser Waffe.

Das Fahrwerk hingegen ist sehr konservativ ausgelegt und eher auf der komfortablen Seite. Es schluckt Wurzeln und Wellen relativ gutmütig und lässt im durchschnittlichen Endurobetrieb absolut keine Wünsche offen. Wird das Tempo hoch gehalten wünscht man sich hierbei eine straffere Abstimmung. Das ist aber wie so oft eine Sache der persönlichen Präferenzen und lässt sich durch rudimentäre Eingriffe ins Setup leicht in den Griff bekommen.

Zusammenfassend ist die KTM EXC 300 ein „Messer“ und überzeugt durch seinen wettkampforientierten Charakter.

 

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Husqvarna TE 300 tpi: Erste Wahl für Hardenduristen

Auch beim Pendant aus der Konzerntochter wurde auf tiefschürfende Innovationen verzichtetet und das Augenmerk auf die Weiterentwicklung der bestehenden Plattform gelegt. 
Wie auch bei der KTM wurde der optische Auftritt überarbeitet. Aus technischer Sicht wurde dem Grundsatz „never touch a running system“ Folge geleistet und lediglich der WP XPLOR Gabel einen neuen Mid-Valve-Kolben für ein konstanteres Dämpfungsverhalten spendiert.

 

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Der Fahreindruck:

Auch die TE 300 vermittelt einem sofort seine Bestimmung – sie ist eine Waffe für alle Hardenduristen und lässt sich äußerst kräfteschonend durch technisch anspruchsvolles Gelände dirigieren. Die niedrige Sitzhöhe erlaubt es auch jenen Fahrern, die nicht mit langen Beinen gesegnet sind, mit beiden Stiefeln den Boden zu berühren.

Mit dem sehr komfortablen Fahrwerk fühlt man sich im harten Gelände am wohlsten – hier kann es seine ganzen Stärken ausspielen. Kanten und Wurzeln in steilen Auffahrten werden mühelos geschluckt und man verliert hierbei so gut wie keine Traktion. Ebenfalls das Setup des Motors passt zur Charakteristik der TE 300. Im unteren Drehzahlbereich ein schönes Drehmoment und auch der Übergang in den Resonanzbereich ist annähernd linear und einfach zu dosieren. Perfekt also für die Hardendurorennen dieser Welt.

Lediglich einen Lüfter vermisst man an der 300er von Husqvarna im Serienzustand. Dieser würde das Bild, dass einem das Motorrad vermittelt noch abrunden. Im Großen und Ganzen bildet die Husqvarna TE 300 eine hervorragende Basis für alle Endurofahrer, die das Extreme suchen und sich bei den härtesten Rennen messen wollen.

 

Husqvarna FE 350: Der Allrounder

Wie auch bei der TE 300 Tpi wurde bei der 350er nur im Detail nachgebessert. Auch hier hat man die Federgabel mit dem neuen Mid-Valve-Kolben ausgerüstet und das äußere Erscheinungsbild durch das neue Design aufgewertet.

 

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Der Fahreindruck:

Die FE 350 ist ganz klar der Allrounder. So ziemlich jeder Endurofahrer wird sich auf diesem Motorrad wohl fühlen und auf Anhieb Spaß damit haben. Der Motor überzeugt mit einem sehr guten Mix aus Leistung und Fahrbarkeit, der einen in keinem Moment überfordert oder übermäßig die Kräfte raubt. Das Aggregat spricht sehr weich an und verleitet den Fahrer automatisch zu einem runden Fahrstil.

Besonders das leidige Thema des „Ausploppens“ gehört nahezu der Vergangenheit an – während des gesamten Tests hat es hierbei keinerlei Probleme gegeben. Auch hier ist das Fahrwerksetup auf Komfort getrimmt und schluckt Wurzelteppiche, Wellen und der gleichen sehr gutmütig. Jedoch wünscht man sich vor allem auf schnellen Strecken alla Corss-Country ein wenig mehr Reserven und eine straffere Abstimmung.

Die Husqvarna FE 350 ist ganz klar ein Motorrad für ein sehr breites Spektrum. Egal ob schnelles klassisches Enduro oder Hardenduro – die 350er kann man überall effizient bewegen und lässt eigentlich so gut wie keine Wünsche offen.

Abschließend betrachtet bieten alle drei Motorräder eine sehr gute Plattform für uns Endurofahrer. Das herausfiltern der negativen Aspekte wird beim Klassenprimus jedes Jahr ein wenig schwerer und ist schlussendlich wirklich nur mehr jammern auf hohem Niveau mit ein wenig persönlicher Präferenz.

 

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Bild: Die Husqvarnas, ausgereizt im Extremgelände (Die Motorräder zeigten wenig Schwächen :-)

 

Links und Infos KTM:

Insgesamt gibt es im KTM Modelljahr 2021 drei 2-Takt-Bikes mit der bahnbrechenden TPI-Einspritzung und vier 4-Takter um alle Alters- und Könnerstufen zu bedienen.

Natürlich gibt es auch wieder die KTM EXC SIX DAYS-Modelle und mit der KTM 300 EXC TPI ERZBERGRODEO voller Features und spezieller Teile, stehen limitierte Sonderversionen für alle Einsatzbedingungen zur Verfügung. Auch eine WESS Edition hat KTM am Start!

Weitere Infos zu den KTM Modellen:

Artikel - Vorstellung KTM Modelle 2021: KTM EXC Modelljahr 2021!

Website KTM Enduro mit allen Details:

https://www.ktm.com/de-at/models/enduro.html

 

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Links und Infos Husqvarna:

Die Erfolgsserie von Husqvarna kommt in der 2021 Version mit den Modellen TE 150i, TE 250i, TE 300i, FE 250, FE 350, FE 450 und FE 501. Wie auch KTM bietet Husqvarna Motorcycles Offroad-Fans mit einer großen Auswahl an Technical Accessories, bestehend aus hochwertigen Motor- und Fahrwerks-Komponenten, Schutzzubehör und Werkzeugen, noch mehr Möglichkeiten das eigene Motorrad aufzurüsten um für alle Offroaderlebnisse gewappnet zu sein.

Artikel - Vorstellung Husqvarna Modelle 2021:

Husqvarna Motorcycles präsentiert Enduro Modellreihe 2021

Website Husqvarna Enduro mit allen Details: 

https://www.husqvarna-motorcycles.com/de-at/models/enduro.html

 

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Erfahrungsbericht: E.A.R.T., Fotoquellen: KTM, Husqvarna Static by Kiska, E.A.R.T.


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