Der 3. Offroad Tag der Romaniacs hatte es in sich. Eigentlich war für diesen Tag die längste Etappe geplant. Da aber selbst die besten Profis zwischendurch über eine Stunde Verspätung hatten wurde das Ziel auf den 2. Servicepoint verlegt. Vielleicht hatte man den Teilnehmern zu viel zugetraut. Kurz vor Servicepoint 1 gab es einen Gold-Loop in dem sich prominente Seilschaften bildeten...

 

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Weit weg von den Blicken der Zuseher bildeten sich spontane Fahr- bzw. Schiebegemeinschaften. Am Ende siegte wieder mal Graham Jarvis vor Mario Roman und Manuel Lettenbichler.

Wie erging es den Österreichern:

Lars Enöckl hatte wie die meisten Pros im Gold-Loop vor Servicepunkt 1 seine Probleme. Dabei hat er sein Motorrad etwas ramponiert und brauchte in der Service Zone eine halbe Stunde länger für die Reparatur. In dieser Zeit haben ihn leider einige Konkurrenten überholt. Das war bis zum Schluss nicht mehr gut zu machen. Letztendlich sah er das Ziel dennoch als 11. Gesamt ist er nun an 7. Stelle. Bolt ist als 6. nur 10 Minuten voraus. Das könnte sich mit einer guten Fahrt zwar noch ausgehen aber der anvisierte 5. Platz ist bei 50 Minuten Rückstand in weiter Ferne. Vielleicht geht noch was. Bei den Romaniacs kann ja einiges passieren.

 

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Philipp Bertl schaffte es heute nicht ohne Time-Penalty ins Ziel. Im besagten Gold-Loop sprang die Kette vom Zahnkranz und verhedderte sich zwischen Schwinge und Ritzel. Um das zu reparieren musste er mitten im Wald die Schwinge ausbauen. Danach kam ein Stück in dem man selbst als Pro bergauf nicht mehr wegfahren konnte. Die Stelle wurde mit erheblichen Zeitaufwand und gegenseitiger Hilfe gemeistert. Das Zeitlimit kam dabei immer näher und nach dem nächsten schweren Stück war es dann aus. Zeitlimit erreicht. Er kann morgen zwar weiterfahren, das Ziel vom fehlerfreien Finish kann aber leider nicht mehr erreicht werden. Momentan ist er gesamt 16. Bei dem heuer extrem angezogenen Schwierigkeitsgrad ein sehr respektables Ergebnis.

Silber Klasse: Auch in der Silber Klasse war es heute extrem hart. Vor dem 1. Servicepoint gab es neben dem extremen Gold-Loop auch ein ähnliches Programm für Silber. Dabei bildete sich ein Stau der viel Zeit kostete und allen Österreichern eine Strafzeit bescherte.

Benjamin Diesel lag gut im Rennen, hat sich aber bei 2/3 der Renndistanz durch einen Sturz an der Hand verletzt. Mit großen Schmerzen hat er es gerade noch fahrend ins Ziel geschafft. Danach war Röntgen am Programm. Ob es morgen weiter geht entscheidet sich in der Früh beim aufstehen. Heute wurde er dennoch 22. Gesamt ist er 23.

 

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Florian Kirchmayer wurde heute 39. Leider, denn er war heute sehr gut in Form. Im schweren Silber-Loop-Stau war warten angesagt. Unmöglich dort zu überholen. Mit der Verspätung erwischte er später im Rennen ebenfalls den Time-Bar.

Markus Fasching wurde 43. Manfred Kargl 44. Gesamt sind sie 44. und 45.

Philip Seteram wurde 52. Für ihn ist es heute leider aus. Nach der Schnittverletzung von Tag 1 musste er nach eineinhalb Tagen mit Verletzung w.o. geben.

Bronze Klasse: Martin Lindtner ist als 13. bester Österreicher

Die Zweizylinder Projekte: Beide Marken sahen heute wieder das Ziel. Sie waren heute fast gleichauf. Forster 11. Quinn 12.

Bei den Romaniacs wird Abenteuer groß geschrieben: Man erlebt da so einiges. Wir von Enduro-Austria sind als Schlussfahrer in der Silber-Klasse mittendrin. Da erlebt man einiges:

Zum Beispiel kommt einem ein Iron Fahrer in einer Silber Abfahrt entgegen. Der ist natürlich kurz vorm sterben. Nachdem man ihnen das Motorrad runter fährt kommt man nach mühsamer gebrochen-Englisch Diskussion drauf was los ist. Er fährt immer mit GPS auf 5 Km eingestellt. Da kanns schon passieren, dass man mal den falschen Berg erwischt.

 

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Oder man wird von der Rennleitung zurückgeschickt um einen vermissten Silber Fahrer zu bergen. Der besagte Fahrer kommt einem dann komplett zerstört entgegen und erzählt, dass sein Motorrad 300 Höhenmeter weiter unten im Graben liegt. Ok. Was ist passiert? Auf einen schwierigen Stück entlang eines Grats ist das Motorrad abgerutscht. Der Weg zurück war naturgemäß fast unmöglich. Entscheidung des Fahrers: Ich muss runter. Dazu muss man sagen, dass es in den rumänischen Bergen oft keine Forstwege gibt. Keine Häuser, keine Hütten, nichts.

So fuhr er mal bergab mit Motorrad runter werfen und einigen anderen Tricks. Endergebnis: Motorrad steht unten in einem felsigen Rinnsal vor einem 50 Meter Abgrund. Auf allen anderen Seiten geht es steil Bergauf. Keine Möglichkeit da irgendwie raus zu kommen. Also falls wer eine günstige 17er TE 300 braucht. Die gibt’s mit Rabatt. Selbstabholung natürlich ;-)

Ähnliche Dinge erlebt man jeden Tag! Es ist super.

 

Link: www.redbullromaniacs.com

Bericht und Fotos: Enduro Austria, R.W und FB

 

 

Offizielle Pressemitteilung der Red Bull Romaniacs:

Red Bull Romaniacs Offroad Day 3 - 2017 - Wahnsinn. Walker und Knight sind raus, Jarvis 3. Tagessieg, Mini-Letti im Rampenlicht!

Hermannstadt, Rumänien, 28. Juli, 2017 – Während des Fahrerbriefings am Abend for der nächsten Etappe der Red Bull Romaniacs geht es in der Regel recht munter und geräuschvoll zu. Als jedoch die Details der heutigen Rennstrecke vom Veranstalter verlesen wurden, war es auf einmal sehr still im Saal. Viele Fahrer, die nach zwei Etappen plus Prolog schon nah am Begrenzer drehten, stellten sich wohl in dem Moment die Frage wie sie dies a.) überstehen sollen und b.) was sie geritten hat, sich für diesen Wahnsinn einzuschreiben. Als dann abends bekannt wurde, dass ein Tag bevorsteht, den der durchschnittliche Enduro Fahrer in der Regel nicht überstehen würde, machte sich Beklemmung breit. Der einzige Trost war in diesem Moment, dass wenigstens das Wetter den Fahrern wohl gesonnen zu sein schien. Was nicht ganz zutraf, denn genau der Regen zu Anfang des Rennens hatte für eine reichliche Radikalisierung der Anforderungen gesorgt…

Im Laufe des Tages übte dann jedoch das für die Strecke verantwortliche Team unter der Leitung von Mike Skinner Nachsicht und verkürzte die Strecke für die überforderte Silber und Gold Klasse. Später wurde klar, dass auch die Fahrer der Bronze und Iron-Klasse im roten Bereich drehten. Veranstalter Martin Freinademetz verordnete daraufhin eine “General-Amnestie”, die Fahrern mit überschrittenen Maximalzeiten eine weitere Teilnahme am Rennen ermöglichte.

Sicher keine schlechte Entscheidung, denn auf der Strecke machte sich heute in allen Klassen Verzweiflung breit. Die Red Bull Romaniacs gilt als “leicht” verrückt und ist bekannt dafür, den Level der Ansprüche an Fahrer und Material jedes Jahr etwas höher zu setzen. Viele Teilnehmer wurden von der Rallye mehrfach “durchgekaut und ausgespuckt” - bevor sie das erste Mal das Ziel erreichten, insbesondere in der Gold Klasse. Und jedes Jahr aufs Neue sind Fahrer und Teams überrascht von der Brutalität der Anforderungen und auf allen Kanälen tauchen Aussagen über den “Wahnsinn” auf. Red Bull Romaniacs Veteranen wie Graham Jarvis (9x) und Paul Bolton (10x), zucken da nur noch die Schultern und nutzen die Extreme zu ihrem Vorteil…

Graham Jarvis lieferte seinen dritten Tagessieg in Folge ab and beginnt jetzt langsam seinen Traum von einem sechsten Sieg bei der Red Bull Romaniacs in Reichweite zu sehen. Paul Bolton schloss den Tag mit einem respektablen vierten Platz ab. Ein weiterer Veteran, Andreas Lettenbichler startet zwar nicht selbst, konditioniert jedoch seinen Schützling genau auf seiner Linie: “Mini-Letti” Manuel Lettenbichler mag es EXTREM und wurde dafür heute mit einem Platz Zwei in der Tageswertung geadelt. Zusammen mit Mini Letti drückt sich eine neue Generation von hochtalentierten jungen Fahrern ins Rampenlicht: Mario Roman, der heute als Dritter abschloss, Travis Teasdale (5. Platz) und Billy Bolt (6. Platz).

David Knight trat nach einem Abbruch am gestrigen Offroad Tag 2 heute morgen nicht wieder an und Jonny Walker versuchte zwar zu starten, musste aber schon nach kurzer Zeit wegen Schmerzen in der Hand aufgeben. Mit dem Ausscheiden der Favoriten Gomez, Young und Walker sowie des Red Bull Romaniacs Neueinsteigers Knight drehten sich die Gespräche im Fahrerlager heute mehrheitlich um die Kandidaten für Podiumsplatz 2 und 3 sowie den Härtegrad der Rallye.

 

Ergebnisse: http://www.redbullromaniacs.com/results/results-2017/ 

 

PM: Volker Jacob

 


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