Vier Fahrer, drei Rennen, ein Wochenende: Valentino Hutter kämpfte in Obdach um den Staatsmeistertitel, Mitch und Ashton Brightmore um WM-Punkte bei der Roof of Africa, und Dieter Rudolf startete beim King’s Path in Bosnien und Herzegowina. 

Valentino Hutter machte in Obdach den Open-Staatsmeistertitel fix.

Mitch und Ashton Brightmore kämpften sich bei der Roof of Africa durch die Berge Lesothos. Mitch fuhr im Time Trial die schnellste Runde des Gold-Feldes, musste nach einer Zeitstrafe aber von weiter hinten aufholen. Ashton verlor durch technische Probleme wertvolle Zeit. Am letzten Renntag fanden beide wieder ihren Rhythmus.

Dieter Rudolf startete in Bosnien erstmals beim King’s Path. Die 65 Kilometer Hard Enduro lagen ihm, und er führte das Hauptrennen an. Nach dem Zieleinlauf wurde ein Kontrollpunkt zum Thema bei der Auswertung.

 

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Obdach: Neun Punkte Rückstand, am Ende Staatsmeister

Neun Punkte fehlten Valentino Hutter vor dem Finale der Österreichischen Enduro-Staatsmeisterschaft auf Maurice Egger. Zwei Renntage blieben ihm, um diesen Rückstand aufzuholen. Die Zirbenland Trophy in Obdach wurde damit zum Schauplatz einer Titelentscheidung, bei der jeder Platz zählte.

Gefahren wurde klassisches Enduro: eine rund 60 Kilometer lange Etappe durch die Seetaler Alpen mit drei gezeiteten Sonderprüfungen. Vale beschrieb die erste als technisch, die zweite als schneller und die dritte als Motocross-Prüfung auf der Wiese. Teile der Strecke führten über Gelände, das bereits bei der Six Days 1976 genutzt worden war.

Samstag

Am Samstag passte für Vale alles zusammen. Er holte den Sieg, während Egger Vierter wurde. Aus neun Punkten Rückstand waren über Nacht nur noch zwei geworden. Die Meisterschaft war wieder offen, entschieden war noch gar nichts.

Sonntag

Vor dem letzten Renntag war die Nervosität hoch, wie Vale später erzählte. Er musste vor Egger bleiben und durfte sich auf keiner der Sonderprüfungen einen größeren Fehler leisten. Vale lieferte: Am Sonntag fehlten ihm nur drei Zehntelsekunden auf den Tagessieg. Er wurde Zweiter, Egger Dritter.

Damit holte Vale genau die zwei Punkte auf, die ihm noch gefehlt hatten. Beide beendeten die Meisterschaft punktegleich. Laut AMF-Reglement entschieden nun die Platzierungen der Saison: zuerst die Siege, dann die zweiten Plätze und so weiter. Nach Vales Schilderung hatten beide gleich viele Siege und zweite Plätze. Sein zusätzlicher dritter Platz gab den Ausschlag. Valentino Hutter ist österreichischer Enduro Open Staatsmeister 2026.

Für den 18-Jährigen ist es der erste Titel in der Open-Klasse. Nach dem Rennen bedankte er sich beim gesamten X-GRIP Team für die Unterstützung. Wie sich das Ganze anfühlte, brachte er selbst deutlich kürzer auf den Punkt: „Mega, mega cool.“

 

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Fotos: Lucas Pripfl Enduro Trophy

 

Roof of Africa: Die Brightmore-Brüder kämpfen sich zurück

Das älteste Hard-Enduro-Rennen der Welt wurde seinem Ruf einmal mehr gerecht. Die Roof of Africa im Königreich Lesotho war zugleich die sechste Runde der FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft 2026. Für das X-GRIP Racing Team gingen die britischen Brüder Mitch und Ashton Brightmore an den Start.

Time Trials

Das dreitägige Rennen begann mit den Time Trials auf einer rund neun Kilometer langen Strecke bei Music Box. Acht technisch anspruchsvolle Sektionen auf felsigem Terrain zeigten sofort, was die Maloti-Berge den Fahrern abverlangen würden. Für die Aussicht blieb den Brüdern wenig Zeit.

Ashton blieb in Schlagdistanz zur Spitze und beendete die Time Trials auf Platz drei. Mitchs Tag nahm bereits vor dem Start eine andere Richtung: Sein Navigationsgerät funktionierte nicht, weshalb er nicht zu seiner exakt vorgesehenen Zeit losfahren konnte. Auf der Strecke ging er volles Risiko ein und fuhr in seiner zweiten Runde mit 24:11,99 Minuten die schnellste reine Rundenzeit des gesamten Gold-Feldes.

Nach einem Einspruch erhielt Mitch wegen seines verspäteten Starts eine fünfminütige Zeitstrafe. Statt die Time Trials zu gewinnen, wurde er auf Rang neun gewertet. Die erste lange Etappe in den Bergen hatte noch gar nicht begonnen, und er musste bereits einen beträchtlichen Rückstand aufholen.

 

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Deep Mountain Loop

Am zweiten Tag wartete der Deep Mountain Loop, eine rund 115 Kilometer lange Etappe mit extremen Anstiegen und großen Höhenunterschieden. Vom Start bei Music Box fand Ashton schnell seinen Rhythmus und hielt sich bis zum Tankstopp in einer sieben Fahrer starken Gruppe.

Danach machten technische Probleme seine Fahrt schwer. Ashton kämpfte sich bis zum Servicepunkt durch, wo mehrere Bauteile ausgetauscht werden mussten. Das X-GRIP Racing Team arbeitete daran, den Zeitverlust so gering wie möglich zu halten.

Auch Mitch blieb das Pech nicht erspart. Durch seine Startposition vom Vortag geriet der schnelle GASGAS-Pilot in ungewohnten Verkehr. In einem felsigen Abschnitt stürzte er heftig und musste sich erst wieder sammeln. Beide Brüder verloren auf der anspruchsvollen Etappe Zeit und Positionen.

Über steile Geröllanstiege führte die Strecke weiter durch die Berge bis zum Servicebereich an der Metolong-Talsperre. Dort traf Mitch auf Ashton und entschied sich, seinem Bruder bis ins Ziel zu folgen. Gemeinsam fanden sie wieder einen soliden Rhythmus und machten etwas Boden gut. Nach rund sechseinhalb Stunden Renndauer kam Mitch als Zehnter ins Ziel, Ashton belegte Rang zwölf.

Letzter Tag

Am letzten Tag standen zwei weitere Runden über jeweils 38 Kilometer an. Mitch war auf der ersten Runde bei der Streckenführung erneut unsicher und konnte sein Tempo zunächst nicht voll ausspielen. Ashton lieferte sich unterdessen einen intensiven Positionskampf mit zwei Konkurrenten. Nach dem Tankstopp setzte er sich von ihnen ab und fuhr sein eigenes Rennen.

Auf seiner GASGAS fühlte sich Ashton zunehmend wohler und zeigte sein Können in den steilen, felsigen und körperlich fordernden Trial-Passagen. Auch Mitch fand zurück in seinen Rhythmus. Mit kreativen Linien und hohem Tempo startete er eine starke Aufholjagd.

Ashton beendete den letzten Renntag auf Platz fünf, Mitch auf Platz sechs. In der Gesamtwertung der Roof of Africa wurde Ashton Neunter und Mitch Zehnter. Nach den Rückschlägen der ersten beiden Tage zeigten beide zum Abschluss noch einmal ihre Geschwindigkeit. Ashton blieb zudem Führender der Juniorenwertung in der Hard-Enduro-WM. Den Gesamtsieg in Lesotho holte Teodor Kabakchiev.

Foto: @RadioPaddock

 

King’s Path: Dieter Rudolf führt, die Wertung bleibt vorerst offen

Für Dieter Rudolf war es der erste Start beim King’s Path in Tomislavgrad. Die zehnte Ausgabe begann am Samstag mit zwei Runden auf einer Super-Enduro-Strecke mit Hindernissen. Das Ergebnis legte die Startreihenfolge für das Nachmittagsrennen fest: drei Runden auf einem zehn Kilometer langen Kurs. Erst danach stand fest, in welcher Reihenfolge die Fahrer am Sonntag ins Hauptrennen gehen würden.

Dort warteten rund 65 Kilometer Hard Enduro. Das Gelände lag Didi: offenes Gestein, fest eingebettete Felsen und anspruchsvolle Passagen, die ihn an Sea to Sky in der Türkei erinnerten. Er lobte die Organisation und meinte, ein Rennen mit einer solchen Strecke hätte mehr Starter verdient.

 

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Vom Start weg führte Didi das Hauptrennen an. Er hatte Spaß auf der Strecke, hielt sein Tempo und erreichte das Ziel mit rund 16 Minuten Vorsprung. Im Ziel sah alles nach einem Sieg aus. Erst bei der Kontrolle der Checkpoints begann die Diskussion.

Didi und mehrere weitere Fahrer aus der Spitzengruppe hatten einen Kontrollpunkt nicht passiert. Nach Didis Schilderung fehlte an der entscheidenden Abzweigung die Markierung. Etwa 100 Meter später mündete ihre Linie wieder auf dieselbe Schotterstraße. Während der Fahrt war für die vorderen Fahrer deshalb nicht zu erkennen, dass sie einen kurzen Streckenabschnitt ausgelassen hatten.

In der ersten Auswertung wurden Didi für den fehlenden Kontrollpunkt 45 Strafminuten angerechnet. Das brachte ihn zunächst auf Rang drei. Über die Wertung wurde vor Ort ausführlich gesprochen. Didi hatte das gesamte Rennen mit seiner Helmkamera aufgezeichnet und besprach die Bilder der Abzweigung mit dem Veranstalter.

Nach Didis Bericht erhielt er mündlich die Zusage, die Zeitstrafe zu korrigieren oder den Sachverhalt und die Wertung richtigzustellen. Deshalb entstanden auch die Siegerfotos mit ihm. Eine schriftlich bestätigte endgültige Klärung lag zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht vor.

Bei aller Diskussion über das Ergebnis blieb Didi vor allem die Fahrt in Erinnerung. Die Strecke machte ihm Spaß, das Gelände forderte ihn und der Sonntag war eine gute Vorbereitung auf Sea to Sky. Gut möglich, dass King’s Path ihn im nächsten Jahr wiedersieht.

 

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Fotos: @King’s Path Enduro Race 

PA: X-Grip

 

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