3. Lauf Österreichische Enduro Meisterschaft: Ötscher. Regen verändert vieles. Außer den Sieger: Schöpf. Der 27jährige Rennpromotor des seit vielen Saisonen außergewöhnlichen Ötscher Enduros, Karl Teufl, legte erneut eine international anspruchsvolle ÖM-Strecke in das Bilderbuchgelände seiner Heimat...

 

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Karl Teufl legt seine anspruchsvollen Luxus-Trails unter den Ötscher. Der Regen besorgt den Rest.

Trotz Schlechtwetterwarnung hatte das Luxus-Event der österreichischen Enduromeisterschaftsserie damit locker die maximal zulässigen Startplätze aufgefüllt und die Teilnehmer vor Ort mit perfektem Organisationsaufbau, sorgfältigem Catering und sicheren Fahrerlagerverhältnissen zufriedengestellt.

Der entscheidende Bonus des 3. ÖM-Laufs: herausfordernde Trails in der phantastischen Ötscherlandschaft, die sonst für Offroad-Motorradfans nahezu unzugänglich bleibt. Plötzlich einsetzende starke Regenfälle verschärften die Fahrbedingungen am Rennsonntag allerdings derart dramatisch, dass sich die Rennleitung dazu entschloss, die Renndistanz um eine Runde auf vier statt der vorgesehenen fünf Umläufe zu kürzen.

Fahrer mit CrossCountry Background müssen kämpfen. Die Rennleitung streicht eine der fünf zu fahrenden Runden.

Eine Entscheidung mit gutem Augenmaß, wie selbst Fahrer aus dem ÖM Spitzenfeld nach Zieleinlauf einräumten. Nicht wenige Fahrer mit vorzugsweise CrossCountry Background äußerten Zweifel, ob sie überhaupt über die volle 5-Runden Distanz das Ziel gesehen hätten.

Etliche Freizeitfahrer des Mittelfeldes mussten wegen der sehr selektiven nassen Streckenverhältnisse ihren Renneinsatz überhaupt vorzeitig abbrechen.

Bernhard Schöpf packt schon wieder die volle Punkteanzahl ein. Drei SP-Zeiten unter der 6 Minuten Schwelle.

All das verhinderte nicht, dass der ÖM-Führende Bernhard Schöpf auch im schönen Ötscherland die volle Punkteanzahl in seinen Rucksack packen konnte. Schöpf, der sich im Ziel wie viele Top-Fahrer über seine Fehler auf dem schwierigen Boden ärgerte, blieb mit seiner KTM als einziger in allen gezeiteten Sonderprüfungen unter der 6-Minuten Schwelle. Sein gefährlichster Gegner, Philipp Schneider aus dem Enduroteam Vorarlberg, hielt sich knapp hinter Schöpf mit nur 1 bis 4 Sekunden Rückstand auf echter Schlagdistanz. Besonders schwerwiegende Fehler in Runde zwei, die Schneiders Abstand zu Schöpf um fast eine Minute anwachsen ließen, machten aber die echte Siegchance zunichte.

 

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Phil Schneider macht in der ersten SP Druck. Und Manuel Isopps Sherco springt aufs Podium und durchbricht die KTM/Husqvarna Mauer.

Eine einzige Sherco durchbrach die dichte KTM- und Husqvarna ÖM-Spitze unter dem Ötscher: Manuel Isopp, bei Obereder Motos unter Vertrag, gelang der Sprung aufs ÖM-Podium und wehrte damit die Angriffe von Walter Feichtinger und Tom Hostinsky erfolgreich ab.

Und wieder: Patrick Riegler siegt in der Junioren Wertung. Schnölzer und Enöckl rutschen in zu viele Fehler.

Mit einer dem Schöpf-Sieg sehr ähnlich souveränen Leistung holte sich auch der Gesamtführende der Juniorenwertung, Patick Riegler auf KTM die volle Punkteanzahl ab. In der ersten Sonderprüfung um ein Hudertstel hauchdünn vorne, konnte Macel Schnölzer (KTM) in SP1 noch so etwas wie Druck gegen Riegler aufbauen und auf Fehler des ÖM-Führenden hoffen. In Runde 2 und 3 erwischten die Fahrfehler auf selektivem Boden den Junior aus Werner Müller’s Racing Team selbst.
Riegler war mit fast einer Minute Vorsprung für Schnölzer praktisch am Horizont verschwunden. Dahinter hielt Sebastian Enöckl auf der Trialhof-Husqvarna den soliden dritten Rang.

ÖM Finale: ÖEC Guttaring im Oktober.

Damit stehen die ÖM-Racer bereits unmittelbare vor dem Meisterschaftsfinale in einer verkürzten, aber dennoch hoch attraktiven Rennsaison. Bernhard Schöpf und Patrick Riegler sind die Enduro Meisterschaftstitel 2020 kaum noch zu nehmen, wenn sie im Oktober zum Schlussrennen, dem ÖEC Guttaring Enduro, antreten.

Alle Informationen zum großen ÖM Finale unter www.enduro-oem.at 

 

PA: Österreichischer Endurosport Verband, Fotos: Niki Peer