Der Salzburger Hard Enduro-Fahrer Michael Walkner (22) zählt in seiner noch jungen Karriere bereits zur absoluten Weltspitze. Die Zeit der Corona-Krise nutzte Walkner, um sich bezüglich Motorrad und Abstimmung neu zu orientieren...

 

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Während eines gefüllten Rennkalenders und permanenten harten Trainings wäre es schwierig gewesen, gröbere Änderungen am Material durchzuführen. Nun aber beim kompletten Stillstand der Sportwelt und Absage der ersten drei WESS (World Enduro Super Series) Rennen in Portugal (Lagares), Frankreich (Trefle), Österreich (Erzberg) war es möglich, Grundlegendes zu ändern, ohne gleich den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren.

Noch kurz vor der Corona-Krise im Februar wurde intensiv in Spanien und Italien getestet und abschließend sogar ein Rennen zur italienischen Extrem-Enduro Meisterschaft bestritten. Erstmals wurde dies probeweise nicht mehr auf einer KTM sondern auf einer Husqvarna TE 300i durchgeführt.

 

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Wie auch so viele andere Sportler musste Walkner in dieser Krise kreativ werden, um eine Alternative für Training und Materialabstimmung zu finden. Sein Team (sein Vater am Fahrwerk und Bruder Thomas am Motor) tüftelte ununterbrochen an der Abstimmung des neuen Motorrads. Ein kleines Testgelände am eigenen Grundstück machte dies auch in dieser schwierigen, eingeschränkten Zeit möglich.

Nun stehen zwei Husqvarna Motorräder, die Zweitakter TE 300i für Extrem-Enduro und eine Viertakter FE 250 für Klassik Enduro und Crosscountry, optimal vorbereitet und abgestimmt bereit. Vergangenes Jahr wurde aufgrund des doch sehr großen Test-Aufwandes auf den Einsatz von zwei komplett unterschiedlichen Motortypen verzichtet, weshalb Walkner einige Kompromisse in Kauf nehmen musste. „Die Husqvarna kommt meiner Körpergröße und meinem Fahrstil sehr entgegen. Das Bike ist um einiges niedriger, was mir speziell in schwierigen Extrempassagen sehr hilfreich ist“, freut sich Michael Walkner auf den Start der WESS-Rennsaison.

Die nächsten Rennen stehen noch im Rennkalender und Walkner hofft auf deren Austragung. Es sind dies:

Round 4: Red Bull 111 Megawatt ( Polen ), 27.-28. Juni 2020
Round 5: Red Bull Romaniacs ( Rumänien), 21.-25. Juli 2020
Round 6: Tennessee Knockout ( USA), 15.-16. August 2020
Round 7: Hawkstone Park Cross-Country ( UK), 23.-26. September 2020
Round 8: Hixpania Hard Enduro (Spanien), 9.-11. Oktober 2022

 

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Ein neuer Stern am Hard Enduro-Himmel:

Michael Walkner aus Gaißau startete seine Profi-Sportkarriere erst im Frühjahr 2018 (nach Matura am Werkschulheim Felbertal und Präsenzdienst). Noch im selben Jahr erzielte er Top-Platzierungen bei der Red Bull Romaniacs Silver Class (Rumänien, 2. Platz), dem Sea to Sky (Türkei, 8. Platz) und dem Hixpania (Spanien, 5. Platz). Anfang April 2019 sorgte Walkner in Rumänien beim „King of the hill“ mit einem 1. Platz international für Aufsehen. Danach konnte er bei Rennen in Spanien zwei TOP-TEN Platzierungen einfahren (Alestrem/Spanien: 9. Platz, Bassella Race/Spanien: 10. Platz).

2019 stieg er zum ersten Mal in die WESS (World Enduro Super Serie) ein. Diese Serie umfasst acht Rennen. Hier die einzelnen Platzierungen:

Lagares (Portugal) – 23. Rang;
Trefle (Frankreich) – 25. Rang ;
Erzberg (Österreich) – 26. Rang
Hixpania (Spanien) – 11. Platz am Samstag; am Sonntag, an 13. Stelle liegend, ausgefallen;
Red Bull Romaniacs Gold Class (Rumänien) – 12. Rang
Hawkstone Park (England) – 17. Rang
Bassella Race 2- Enduro Solsona – nicht am Start wegen einer Lebensmittelvergiftung
GetzenRodeo (Deutschland) – 17.Rang
WESS- Endstand– 13. Rang

Trainiert und gecoacht wird Walkner von seinem Vater Rupert Walkner, österreichische Motocross-Legende und Leiter der Abteilung Offroad bei KTM. Mit im Betreuerteam unterwegs ist auch sein Bruder Thomas Walkner, der als Motorenmechaniker ebenfalls für KTM tätig ist.

 

PA und Fotos: Walkner