Wie man es mittlerweile gewohnt ist, war das HSV-DBE (Deep Brown Earth) -Race wieder einmal eine Schlammschlacht. Und das, obwohl das Wetter in den letzten Tagen gar nicht mal so schlecht war. Vermutlich liegt es einfach an der Location und am Termin. Es ist einfach immer rutschig. Sicherheitshalber gab es vor dem Rennen auch kein Training. Das hätte wahrscheinlich dazu geführt, dass sich einige Teilnehmer wieder abgemeldet hätten. So gab es das Aha-Erlebniss erst in Runde 1. Zu spät also :-)

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Der Renntag begann stressfrei mit der Anmeldung bis 11.00 Uhr. Um 11.45 ging es zur Fahrerbesprechung und danach gleich zur Startlinie in die Lehmgrube. Ein ehemaliges Ziegelwerk-Abbaugebiet ist Schaublatt des Rennens. Eine genaue Definition für die Bodensubstanz kann vermutlich nicht getroffen werden. Jedenfalls lebt die Erde dort im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne Training wirkte das irgendwie wie ein Himmelfahrtskommando. Auf der Startgeraden war das Gras gut einen Meter hoch. Außerdem gab es einiges an Sumpflöchern und größere Absätze im Gelände. Wenn man mit dem ganzen fertig war kam ein Steilhang, der starke Ähnlichkeit zum Berühmt-Berüchtigten ACC-Steilhang in Nagycenk aufwies. Fast eine senkrechte Wand. Punkt 12.00 Uhr erfolgte das Startsignal und wie durch ein Wunder kamen fast ! alle ohne nennenswertes Problem über den Steilhang. Danach war es kurzfristig wirklich super. Verhältnismäßig griffiger Boden, schaute fast so aus wie am Tennisplatz (rote Ziegelerde). Kurz danach ging es in den Wald. Auch super, dachte sich wohl jeder. Bis zum ersten Hindernis. Da waren einige Baumstämme auf die gemeinste Art verlegt. Der Boden war auch noch rutschig und so kamen einigen Fahrern nicht jugendfreie Flüche aus. Nebenbei wurde auch einiges an Kühlwasser verkocht. Wer das hinter sich gebracht hatte, konnte sich wieder kurz freuen über einen gut fahrbaren Teil der Strecke. Diverse Querfahrten und Schlammlöcher kosteten so manchen jedoch den letzten Nerv. Gerüchten zur Folge sollen auch einige sehr bekannte Fahrer die Flucht angetreten haben. Die verbleibenden Fahrer wurden aber durch eine zusehends besser werdende Strecke belohnt. Allerdings musste man bei der Wahl der Spur immer mehr aufpassen, da es mit fortlaufender Renndauer immer mehr zu stecken gebliebenen Motorrädern kam. Nach 3 extrem harten Stunden war es dann so weit. Rennende und Vorbereiten für die Nacht.

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SUPAnightfire: Ein Nachtrennen in Österreich hat ja ziemlichen Seltenheitswert. Man sah in der Rennpause so einiges an abenteuerlichen Lichtern und Spezialkonstruktionen, um sich einen Vorteil für das Rennen zu verschaffen. Ob das dann bei allen auch gewirkt hat bleibt fraglich. Kurz nach 1700 Uhr erfolgte jedenfalls der Start für das Rennen. Die Strecke wurde auch „ganz leicht“ entschärft. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde das Rennen zusehends langsamer (zw. 7 und 10 Minuten pro Runde langsamer) und es wurden immer mehr Hindernisse herausgenommen. Durch die Strapazen vom 3 h Race vom Nachmittag war das Nachtrennen eine Konditionssache. Nur die fleißigsten Trainierer schafften es ohne Pause durchzufahren. Kurz nach 19.00 Uhr wurde das Rennen mit einer „brennenden“ Zieldurchfahrt beendet.

Die Sieger der Rennen:(Tag und Nacht zusammen) 

Team 

1. Reisinger/Enöckl

2. Feichtinger/Feichtinger

3. Pirolt/Lechner 

Einzel 

1. Degen Peter

2. Dölzelmüller Lukas

3. Wolfgruber Rüdiger E.A.R.T. 

HSV-Wertung 

1. Krimbacher Gerhard

2. Wimmer Lukas

3. Krimbacher Marcel 

Das Rennen welches als HSV-Clubrace ausgefahren wurde war eine tolle Veranstaltung. Die Crew um Präsident Robert „Wirli“ Wirlitsch hat keinen Aufwand gescheut und eine traumhaft gemeine Piste hingezaubert. Dutzende Helfer stapften Tagelang in diesem Dreck herum um eine ordentliche Strecke auszustecken und die Absperrungen anzubringen. Das Nachtrennen ist einzigartig in Österreich und ein echtes Erlebnis. Bei der Siegerehrung gab man sich auch nicht „schuftig“ und es gab Warenpreise bis zum letzten Platz. Die Sieger durften einen riesigen Pokal mit nach Hause nehmen. Trotz der an sich perfekten Transponderzeitnahme wünschen wir uns allerdings eine noch bessere Info für die Fahrer während des Rennens, da man diesmal überhaupt nichts über die Platzierungen während des Rennens mitbekam. Die Kulanzzeit von 15((30)45))?? Minuten gehört im Vorfeld ein wenig klarer definiert. Ansonsten hat aber alles gepasst. Zusammenfassend. Tolle Strecke, super Rennen. Nächstes Jahr gerne wieder. Allerdings stellt sich die Frage was passiert, wenn es dort wirklich einmal regnet? Nicht umsonst wird es die Hölle genannt.

Text: W.R. - Fotos: Enduro-Austria

Beitragsfoto: Andi Gamsjäger