0411 hot4

 

Nach diversen Anfragen zum relativ neuen Kennzeichenhalter von HotSwop haben wir beschlossen, das Teil mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht ganz uneigennützig, denn bis jetzt haben wir selbst noch keine praktikable Kennzeichenhalterung gefunden. Die Produktbeschreibung sieht ja vielversprechend aus. Bisher sah man immer wieder kreative Versuche wie man ein Kennzeichen an die Enduro montiert.

Einige Beispiele:

Der Klassiker ist sicher die Montage mit der passenden Plastik-Kennzeichenhalterung. Legal, aber unpraktisch. Man outet sich sofort als Sonntagsfahrer.

Weit verbreitet: Löcher Durchbohren und Anschrauben. (Meine Methode)
Improved Version: Montage mit Flügelmuttern. Werkzeugfrei, allerdings verliert man gern die Muttern.

Durchwegs Kreativ: Kennzeichen Abdecken mit z.B. einer Bremsscheiben oder Kettenradabdeckung aus Stoff. Schützt vor „feindlichen“ Blicken. Allerdings hat man immer noch das riesige Kennzeichen am Heck.

Enduro Wechselkennzeichenhalterung: Dieser Blechteil ist gar nicht so schlecht. Das Gegenstück (ebenfalls aus Blech) verbleibt am Kennzeichenträger des Motorrads und steht auf der Seite weit weg. Nach fast jedem Hard Enduro Einsatz ist das Ding verbogen.

Kennzeichen als Aufkleber: Ist Super im Gelände (auch fast nicht lesbar). Natürlich aber alles andere als legal.

Südländischer Kennzeichen-Style: Hat jeder Endurist schon mal im Sommerurlaub bestaunt. Hierbei wird das Kennzeichen am Spritzschutz für das Federbein befestigt. (Das Teil vor dem Hinterreifen). In südlichen Ländern vermutlich möglich - bei uns wohl eher nicht...

 

0411 hot1

 

Natürlich stellt sich auch die Frage: Wer braucht sowas?
Schnell mal zur Waschanlage um das Motorrad zu reinigen, auf einen "Sprung" zum Motorradhändler deines Vertrauens, zur nahegelegenen MX-Strecke ohne das Motorrad gleich aufladen zu müssen, eine kleine Testfahrt in der näheren Umgebung bei der auch öffentliche Straßen benützt werden müssen, kleine Besorgungen, usw. Und natürlich auch für jene, die mehrere Motorräder mit Wechselkennzeichen besitzen. Nur einige Beispiele bei denen dieser Kennzeichenhalter schnell und unkompliziert benützt werden kann.

Der HotSwop Test:

Schon beim Auspacken hat man den Eindruck, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt. Alles wirkt hochqualitativ gefertigt und eine perfekte Montageanleitung liegt bei. Es passt auch alles tadellos, allerdings benötigt man interessanterweise einen 7mm Schraubenschlüssel der ja nicht gerade in der Standard-Werkzeugkiste oder gar beim On-Board Werkzeug zu finden ist. Das tut der erfolgreichen Montage aber keinen Abbruch.

Bis zum endgültigen Festschrauben kann man die Wirkung des Magneten nicht richtig testen da das Magnetteil bei der Montage "mitmontiert" wird. Dann löst sich sofort jeglicher Zweifel: Es hält Bombenfest!

Das getestete Wechselkennzeichen Set besteht aus Aufnahmen für 2 Motorräder und einer Kennzeichenbefestigung. Das Taferl wird direkt auf diese Befestigung geschraubt. Wir Österreicher haben das Problem, dass wir das allergrößte aller Kennzeichen haben. Da wäre es nicht schlecht eine Grundplatte aus Alu oder noch besser aus Carbon zu montieren. Für dieses Unterfangen braucht man dann längere Schrauben. Es funktioniert aber auch ohne so eine Zusatzplatte.

Aufpassen muss man allerdings bei der Wahl der Bohrungen am Kennzeichen. Diese sollten beispielsweise beim Modell KTM eher im oberen Bereich vorgenommen werden. Sonst kann man das Kennzeichen nicht mehr von oben einrasten, da dieses dann beim Rücklicht ansteht. Siehe Bild:

 

0411 hot5

 

Fahrtest:

Klack - Eingerastet und das Ding hält perfekt!! Da löst sich nichts von Vibrationen oder Schlägen. Es hält Bombenfest. Ob Wheelie, Geländekante oder Sprung. Das Teil hält. Auch 165 auf der Bundesstraße waren kein Problem fürs Kennzeichen. Mehr gibt die 500er nicht her.

Wenn es dann ins Gelände geht wird das Kennzeichen einfach abgenommen und im Rucksack verstaut. Das kleine verbleibende Teil ist leicht und kein Problem für Hard-Enduro. Es könnte allerdings sein, dass Schmutz in der Halterung verbleibt. Dann muss man das Teil mit einem Schraubenzieher, Ast oder ähnlichen ausputzen. Verschleiß war übrigens keiner feststellbar.

Ich habe das Kennzeichen beim Hard-Enduro Training montiert gelassen. Sofern man das Kennzeichen nicht durch Bodenkontakt beschädigt passiert nichts. Keine Chance es zu verlieren. Da verbiegt sich vorher das Taferl in alle Richtungen.

Fazit des Tests:

Bereits unter Euro 40,-- bekommt man eine qualitativ hochwertige Kennzeichenhalterung. Das HotSwop Teil funktioniert tadellos und ist mit Sicherheit das praktikabelste und verlässlichste System am Markt. Beim Motocross muss man das Kennzeichen natürlich abnehmen, sonst könnte man es unter Umständen verlieren. Bei allen anderen Aktivitäten könnte man es immer montiert lassen. Die Halterung hält alles aus. Das Limit ist das dünne Blech des Kennzeichens.

 

HotSwop bestellen: http://www.mxg-parts.com

 

0411 hot6

 

Zusatztest: Natürlich wollten wir wissen wie weit man gehen kann - Die Frage also: Wie werden wir das Kennzeichen gewaltsam los!

Gleich vorweg: Für den nachfolgenden Einsatzzweck ist dieses Produkt natürlich nicht erschaffen worden. Der Plan ist ja das Kennzeichen zu montieren und bei der Cross-Strecke abzunehmen…

Zum Testen hab ich das Kennzeichen auch auf der Crossstrecke drauf gelassen. Dabei ist es abgefallen. Wie kam es dazu? Es hat ein paar Runden ohne einen Muckser überstanden, bis ich bei einem Sprung zu weit kam. Dabei hat das Fahrwerk hart durchgeschlagen. Das Kennzeichen hatte an einem Reifenstollen eingehakt und die Platte wurde in die Höhe gedrückt. Dabei wurde es nach vor geschoben und ist abgefallen. Das Kennzeichen war danach unten in der Mitte etwas eingebogen. Die Halterung hat es überlebt. Man konnte es ganz normal wieder montieren. Ich hab mir das danach genauer angesehen und mal das Federbein ausgebaut. Selbst wenn das Rad ganz einfedert, berührt der Reifen das Kennzeichen nicht.

Es muss also wirklich so brutal durchschlagen, dass sich der Heckkotfügel samt Kennzeichenhalterung verbiegt.

 

0411 hot2

 

Test: Enduro Austria R.W.

Fotos: (c) Enduro-Austria