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Bild: Bester Österreicher in der Profiklasse:  Manfred Karl in Prolog-Action

 

Heuer haben zum 10. Mal die "Six Days Crazy Job" stattgefunden. Eine beliebte GPS - Enduro Rally in Bulgarien. Wer sich bis dato nicht sicher war ob er oder sie daran teilnehmen soll: Hier unser Bericht der Aufschluss darüber geben soll, für wen dieses Rennen geeignet ist und ob es sich auch wirklich auszahlt…

Anreise:

Damit du in Bulgarien dabei sein kannst musst du natürlich auch erst mal dorthin kommen. Und da gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. 1. Du setzt dich in dein Auto und fährst selber runter. Wird von vielen gemacht, man muss sich aber klar darüber sein, aus Österreich ca. 14 Stunden Autofahrt in Kauf zu nehmen. Dazu kommen natürlich Treibstoff, Autobahngebühren usw. Dafür hast du vor Ort ein Fahrzeug, bist unabhängig und kannst zB. nach dem Rennen deinen Urlaub noch um ein paar Tage am Schwarzen Meer verlängern. Das sind nochmal ca. 2 Stunden Fahrt von Kazanlak, dem Austragungsort der SDCJ.

Um zum Veranstaltungsort Kazanlak zu kommen kannst du aber auch Variante 2 wählen. Du buchst (möglichst schon im Winter) einen Flug von Wien nach Sofia. Dieser kostet nämlich nur knapp 200,-- In Sofia kannst du dich von einem Taxi abholen lassen. Preis für die ca. 2,5 Stunden Fahrt ca. 100,--

Natürlich musst du auch dein Motorrad und das Gepäck runterbringen. Dafür gibt es Anbieter wie beispielsweise „Härtl Transporte“. Chef Andreas Härtl arbeitet sehr professionell und ist auch vor Ort sehr bemüht. Da gibt’s dann das rundum Sorglospaket mit Fahrzeugpflege und Betreuung bei den Tankstopps. Oder deine Freunde die ebenfalls vor Ort sind nehmen dir dein Equipment mit. Bei der Unterkunft vor Ort handelt es sich um ein sehr gutes Hotel mit einem Zimmerpreis von knapp 80,-- Euro, egal ob dieses Zimmer mit einer oder 2 Personen belegt ist.

Dazu kommt dann noch die Startgebühr die mit Euro 400,-- welche für eine ganze Woche absolut OK ist.

 

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Das Rennen:

Wir stellten uns die Frage: Ist diese Veranstaltung für jedes Fahrkönnen geeignet? Was wird bei den "Six Days Crazy Job" geboten? Aus diesem Grund habe ich mich auch in der Hobbyklasse eingetragen Gleich vorweg: Nein es ist kein Rennen für alle. Es gibt zwar 3 Schwierigkeitsklassen, aber auch die leichteste Hobbyklasse verlangt ein gewisses Maß an Fahrkönnen. Da muss man sich schon ein wenig mit dem Enduro-Sportmotorrad im Vorfeld beschäftigen. Die Hobbyklasse ist ideal für alle die bereits über ausreichend Fahrkönnen verfügen, sich aber nicht 5 Tage lang im Gelände schinden wollen. Aber auch hier gibt es die eine oder andere Passage die einfach ein gewisses Maß an Fahrzeugbeherrschung voraussetzt.

 

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Schwerer wird es dann in der Experts- und natürlich in der Profiklasse. Die Expertsklasse ist für den geeichten Hobbypiloten mit etwas mehr Einsatz zu bewältigen. Bei den Profis geht’s dann schon bei manchen Streckenteilen richtig ins Eingemachte. Ich wollte aber wissen ob man in der Hobbyklasse eine Woche lang entspannt Endurofahren kann ohne dass einem aber langweilig wird. Stundenlange Schindereien sollten aber auch nicht gerade dabei sein. Schauen wir uns das also mal genauer an:

Tag 1: Der Prolog:

Der Prolog startet nur wenige Kilometer von der Unterkunft. Es wird gemeinsam dorthin gefahren und für die verschiedenen Klassen gilt es ein Endurocross in der Stadt zu bewältigen. Der Prolog startete mit einer Asphalt-Geraden um einem anschließenden Kreisverkehr. Danach ging es hinunter in ein Bachbett, unter 2 Brücken hindurch und über 2 Staustufen mit Hilfe einer „Hühnerleiter“ wieder nach oben. Dass diese Holzgestelle bei Feuchtigkeit nicht mehr vollen Grip geben ist klar. Dementsprechende Szenen haben sich zur Freude der vielen Zuseher dort abgespielt. Trotzdem sind wir da noch weit entfernt von Mörderhindernissen wie bei anderen internationalen Hard-Enduro Rallys. Und das ist auch so OK, denn: Die "Six Days Crazy Job" sind bekannt für eine familiäre Atmosphäre in Gesellschaft guter Hobbysportler bis hin zum Profi. Weiter geht der Prolog dann im üblichen Maße über Baumstämme und Reifen bis ins Ziel.

Die Profis mussten 4 Runden absolvieren. Die Klasse Experts 2 Runden und die Standart-Klasse (Hobby) 1 Runde. Gefightet wurde in allen Klassen natürlich wie bei der WM. Naja es geht ja immer noch um die Ehre ;-)

 

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Die Navigationstage:

Bei den netto 4 Fahrtagen handelte es sich um Streckenlängen um die 90km. Am Vorabend wir der Track auf die GPS-Geräte aufgespielt und um ca. 08.00 Uhr Früh kann man nach Übergabe der Geräte gemütlich, ebenfalls per GPS zu den Startarealen fahren. Dort wird dann jeweils nach Prologzeit bzw. nach Zeit des Vortages gestartet.

Erforderlich ist also natürlich ein GPS-Gerät mit einer Halterung für den Lenker. Allerdings reicht im Prinzip bereits ein einfaches Gerät wie ein Garmin e-trex 20. Wer eine größere Ansicht benötigt, muss dementsprechend tiefer in die Tasche greifen. Es gibt auch Fahrer die mit 2 kleineren GPS wie zB. dem e-trex unterwegs sind und verschiedene Kartengrößen eingestellt haben. Der Vorteil der kleineren Geräte: Es reicht ein Satz AA-Batterien und man muss keine externe Stromversorgung am Bike verlegen…

Die Streckenführung beinhaltet so ziemlich alles: Auf ca. 90km gab es von sehr dunklen und feuchten Wäldern mit rutschigen Schrägfahrten über staubtrockene Verbindungsetappen, herrliche Waldauffahrten, extralange Unterarmkiller-Abfahrten im Steingeröll bis zu Streckenteilen mitten im Gebüsch, die offensichtlich vorher noch fast niemand gesehen hatte (möglicherweise waren wir aber auch neben dem GPS Track) fast alles was das eingefleischte Enduroherz benötigt.

 

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Jedenfalls ist für eine Woche wirklich alles dabei. Ich bin mit Erzbergrodeo Mastermind Karl Katoch außer Wertung in der Standardklasse im Team gefahren und wir haben die Tage wirklich genossen. Wer es, wie wir mit der Wertung nicht so genau nimmt, kann natürlich jederzeit auch mal für ein Foto stehenbleiben oder einfach eine Pause machen. Auch ein Wechsel in eine andere Klasse, egal ob nach oben oder unten, ist bei diesem Veranstalter jederzeit möglich.

Wer also Enduroerfahrung besitzt und richtig entspannt mehrere Tage Endurofahren will ist bei den Six Days Crazy Job gut aufgehoben. Wer eine perfekt, professionell organisierte Veranstaltung like WM sucht ist hier vielleicht fehl am Platz. Letztlich hat aber alles sehr gut funktioniert, man muss nur manchmal ein wenig nachhelfen ;-) Mit einer guten Navigation kann man bei den SDCJ übrigens viel Zeit gutmachen und die „navigiererei“ macht auch für Einsteiger richtig Spaß. Die Temperaturen liegen um diese Jahreszeit in Bulgarien meistens jenseits der 30 Grad Marke. Allerdings ist die Hitze dort auf Grund der trockeneren Luft angenehmer als zu Hause.

Das Fahrerlager befindet sich übrigens direkt neben dem Hotel. Nach der Rückkehr mit kurzer Fahrzeugpflege kann dann auch gleich der Poolbereich im Hotel genutzt werden. Abends geht man am besten mit den Fahrerkollegen in der Nähe essen. Die Taxifahrt in die Stadt kostet nur ca. 2 Euro.
Insgesamt ist Bulgarien sehr günstig und die Bevölkerung wirklich ausgesprochen freundlich.
Ich kann diese Veranstaltung jedenfalls weiterempfehlen.

 

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Die besten Österreicher:
Manfred Kargl mit Platz 4 in der Profiklasse, Thomas Boder mit Rang 2 in der Experts Klasse und Roman Schwarz mit Rang 7 in der Standartklasse. Auch die drei Damen Sabrina BREY, Sabine WISSER und Martina RYDA haben sich durchgekämpft.

Bei den Teams sind Thomas BACH/Thomas BODER mit Rang 2 und P.NESUTA/T.SCHINDELAR mit Rang 3 auf dem Podium in der Expertsklasse.
In der Standardklasse schaffen es Roman SCHWARZ/Thomas DECKER auf Rang 2 und T.TRANINGER/R.RUBIN auf den 3.Platz

Six Days Crazy Job 2017 Ergebnisse/Results Overall

Six Days Crazy Job 2017 Ergebnisse/Results Team

 

Viele Fotos der Veranstaltung finden sich unter den nachfolgenden Facebook-Links!

Links:
Veranstalter: http://www.sixdayscrazyjob.com
Facebook: https://www.facebook.com/SIX-DAYS-CRAZY-JOB-193799993475/
Motorradtransport: http://www.haertl-tours.de/rallye-extremenduro.html
Hotel: http://www.zornica-bg.com/about_us_en.htm

Fotos:
Actiongraphers Web: http://actiongraphers.com/
Actiongraphers facebook: https://www.facebook.com/actiongraphers

 

 

Bericht: Enduro-Austria, Mario
Fotos: Actiongraphers - Anton Anestiev und Yana Stancheva


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