Nächtlicher Prolog: Mehr als 130 Fahrer der Enduro-Europameisterschaft starteten am Freitag Abend in den Prolog bei dem Finale der EM in Rüdersdorf, direkt im Osten der deutschen Hauptstadt Berlin. Dort im Industriemuseum war schon der Parc ferme in den historischen Gebäuden untergebracht und der Test führte entlang des Bülow-Kanals. Es wurde früh dunkel und schon bald setzte der Veteran Werner Müller eine Bestzeit die über eine Stunde Bestand haben sollte...

 

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Auf der anspruchsvollen Strecke hatte der Altmeister keine Probleme, sondern erkämpfte sich die Anerkennung von der vielen Zuschauer vor Ort und die Gewissheit, auf dem besten Weg zu seiner Titelverteidigung zu sein. Doch am Ende holte sich der Brite Tom Sagar die absolute Bestzeit aller Klassen mit einem Vorsprung von 3,60 Sekunden vor dem Tschechen Jaromir Romancic und der Franzosen Rudy Cotton. Doch dieser Prolog ist nur der Auftakt für zwei Tage Enduro pur, mit täglich über siebeneinhalb Stunden Offroad im Sattel der Motorräder.

Das Live-Timing für die beiden Tage gibt es direkt hier: www.zeitnahme-dataservice.de  oder als App für das Smartphone: "Zeitnahme TM"

 

Europameisterschaft:

Die äußeren Bedingungen waren optimal für den ersten Fahrtag bei der Enduro-Europameisterschaft in Rüdersdorf (östlich von Berlin). Das Wetter zunächst etwas kühl, doch als die Sonne die Wolken vertrieben hatte, wurde es seht griffig auf den drei langen Sonderprüfungen, die sich in den drei Runden zu über einer Stunde Prüfungszeit addierten. Dazwischen waren weitere 50 km Offroad-Kilometer, die des dreimal zu absolvieren galt.

Die erste Meisterschaftsentscheidungen fiel schon am Morgen, als der Zweite der E1-Meisterschaft, der Schweizer Jonathan Rosse, schon in der ersten Sonderprüfung einen Elektrikdefekt hatte und den Wettbewerb nicht beenden konnte. Damit war der Weg frei für die vorzeitige Titelverteidigung des Italieners Maurizio Micheluz, der sich an diesem Tag in der Klasse nur von Gaststarter Edward Hübner aus Deutschland geschlagen geben musste.

 

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Auch in der E2-Klasse wurde schon vorzeitig der Meister ermittelt: Der Brite Tom Sagar gewann in der Tageswertung nicht nur seine E2-Klasse, sondern auch die Gesamtwertung aller Fahrer und konnte damit nicht nur seinen Titel in der E2-Klasse verteidigen, sondern auch erstmals die Overall-Wertung gewinnen – ist damit auf seiner KTM vorzeitig der „Meister aller Klassen“.

In der E3-Klasse fehlt dem Schweden Martin Sundin allerdings noch eine einziger Punkt um seinen Titel zu holen. Einige Patzer warfen den Husqvarna-Piloten auf den vierten Tagesrang zurück, doch seinem Konkurrenten Toman Radek erging es noch schlechter, so dass der Kampf zwischen den Beiden noch nicht ganz entschieden ist.

Der Veteran Werner Müller aus Österreich konnte seinen neunten (!) Titel allerdings schon vorzeitig sicherstellen: Mit einem weiteren Tagessieg blieb er in dieser Saison bislang ungeschlagen!

In den drei Junioren-Klassen ist noch keine vorzeitige Entscheidung gefallen: In der Junioren-E1-Klasse musste der Führende Nicolas Pellegrinelli verletzungsbedingt den Tag schon nach der ersten Sonderprüfung beenden und macht die Meisterschaft frei: Der Tagessieg von David Abgrall aus Frankreich bringt diesen auf Meisterschaftskurs.

Der Tagessieg von Mirko Spandere aus Italien in der Klasse der jüngsten Fahrer, bis 20 Jahre, bringt ihm ein dickes Punkte-Polster, aber noch nicht ganz den Titel. Ähnlich ergeht es Jeremy Carpentier: Der Franzose war sogar Dritter in der Overall-Wertung, gewann die Junioren-Klasse der E2/E3-Fahrer, doch zum Titel fehlen ihm gerade noch fünf weitere Meisterschaftspunkte.

Mehr informationen, Ergebnisse, Fotos auf unserer Homepage: http://enduro-europa.com/

Beitrag: Robert Pairan