Stefan Schlaf hat seine Saison 2015 als E.A.R.T. Fahrer gleich mal mit einem Schlüsselbeinbruch begonnen. Nach monatelanger Pause hat Stefan jetzt zum ersten Mal wieder bei einem Rennen teilgenommen und konnte sich auch gleich unter die Top 5 seiner Klasse einreihen. Sein Erfahrungsbericht vom Alpe Adria Cup in Buzet/Kroatien:

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Buzet. Bekannt aus den Vorjahren für eine knackige Strecke und richtig Enduro. Heuer gleichzeitig auch Europameisterschaftslauf - verspricht tolle Atmosphäre, wo kann man schon mal Profis aus Norwegen beim Reifenwechsel beobachten ? und, beste Streckenverhältnisse.

Wetter perfekt und nach 4,5 Stunden Anreise sofort zur Administrativen Abnahme. Alle sehr freundlich aber doch etwas genauer als man es von anderen Rennen gewohnt ist. Also Zulassungschein, grüne Versicherungskarte, Lizenz. Anschließend Startnummern kleben (natürlich auf gelben Untergrund )und zur tech. Abnahme. Lautstärkemessung, Reifen und Fahrgestellnummer Kontrolle, Auspuff und Räder markieren und endlich rein in den Parc-Ferme. Die Stuntshow und Fahrerparade entgeht mir leider .

Tag 1

Gefahren wird im klassischen Enduromodus: Also Start in Minutenabständen zu dritt, Runde auf vorgegebene Sollzeit und pro Runde 2 Sonderprüfungen, da zählt dann die schnellste Zeit. Eine Runde: 60Km, Sollzeit 2 Stunden 23 Minuten. Am ersten Tag sind 3 Runden zu fahren. Also Über 7 Stunden ! Da heißt es Kräfte einteilen, also die Sonderprüfung nicht zu flott und auf der Etappe schauen das man in der Zeit bleibt. Mein ungarischer Freund Sandor sagt die Zeiten werden nicht das Problem weil die hat der Herr Rinaldi ermittelt und da haben sie dann einfach noch 10 Minuten draufgegeben. Ja,Ja nur Herr Rinaldi war 4 mal Weltmeister !!

Los gehts. Die Strecke ist wunderschön ! Bachbett, Singeltrails, Auf- und Abfahrten - alles dabei. Bei der ersten Zeitkontrolle bin ich ca. 4 Minuten zu früh, na ja viel ist das nicht aber OK. Die zwei Sonderprüfungen sind technisch anspruchsvoll, wer da schnell sein will muss alles können: Von Reifenhindernissen über Steinauffahrten, Bachbett bis motocrossmäßige Sprünge.

Innerhalb der Runde gibt es noch einen sogenannten Spectators Point. Also was für die Zuschauer. Das verheißt normal nichts gutes, denn die wollen ja was spektakuläres sehen und das bedeutet meist Schweiß und Tränen für die Fahrer. Ist aber nicht soo wild. Ein rutschiges Bachbett mit steiler Ausfahrt. Ist zu bewältigen und zur Not stehen noch ein paar Helfer bereit.

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Bei der zweiten ZK nach dem Fahrerlager hab ich auch nur 3 Minuten, ich muss aber noch tanken und das Camelbag ist auch leer. Weiterfahren und hoffen das der Sprit reicht ? Nein, ich entschließe mich zu tanken und fasse so 2 Minuten Strafzeit aus. Wie sich zeigt eine gute Entscheidung denn auf der zweiten Runde bleiben einige Fahrer ohne Benzin liegen.

Noch weitere 2 Runden zu fahren, Kräfte schonen und ein bißchen schneller um Zeit zum Tanken rauszuholen. Kann meine Sollzeiten einhalten und komme um 17.50 müde ins Ziel. Jetzt noch 15 Minuten Zeit zum Motorrad durchschauen und anschließend wieder in den Parc Ferme. Noch schnell einen Blick auf die vorläufigen Ergebnisse. Aha bin 5ter von 16 in meiner Klasse. Sonderprüfungszeit gesamt fast eine Stunde !Jetzt duschen und essen und um 9 ins Bett ! Bin hundemüde !

Tag 2

Der Veranstalter befürchtet Regen am Nachmittag und verlegt den Start 30 Minuten vor. Heute nur 2 Runden zu fahren. Das Starterfeld hat sich trotzdem merklich gelichtet. Einigen war die Anstrengung gestern wohl doch zu viel. Die Strecke fährt sich etwas aus. Manche Stellen werden besser, manche schlechter. Taktik wie gestern .Nicht zu schnell auf den Tests, nicht stürzen, rund fahren. Auf der Etappe keine Strafzeit kassieren.

Nach 5 Stunden wieder im Ziel. Es hat sich ausgezahlt bin wieder 5 ter ! Noch eine Stunde warten bis zum Ende der Protestfrist und dann Motorrad abholen alles einpacken und ab nach Hause !

Fazit: So eine Veranstaltung ist schon ein Aufwand keine Frage. Aber! Top Endurogelände, internationales Flair und Mann lernt viele Tricks und sieht viele Sachen von Internationalen Fahrern. Auch mit Herrn Butzner vom Reifendienst kann mann sich über unterschiedliche Reifen unterhalten und lernt.

Sehr schönes Rennen, sehr anstrengend aber herrlich wenn man es ins Ziel schafft !!

Report: Enduro-Austria, Stefan Schlaf

 


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