ÖEC Lauf 4 in Pramlehen. Rennen am Freitag, geht das? Eindeutig ja. Es gab zwar in Vorfeld einige, teils hitzige, Diskussionen, aber es ist halt schwer alle zufrieden zu stellen. Viele vergessen eben, dass mit „alle“ nicht nur die Fahrer gemeint sind. Es beginnt beim Veranstalter mit all seinen Helfern, geht über die Grundbesitzer bis hin zu den Behörden...

 

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Wer will kann auch noch Petrus hinzufügen oder wer halt fürs Wetter verantwortlich ist…
Darum sind wir uns sicher, dass wir letztendlich den besten Kompromiss für alle gefunden haben. Danke an dieser Stelle für die vielen positiven Rückmeldungen. Sollte trotzdem jemand anderer Meinung sein, er kann gerne selbst ein Rennen oder eine gesamte Serie veranstalten, und dann alles besser machen…

Bei Kaiserwetter wurde um 10 Uhr das Training eröffnet. Jeder konnte nach Belieben die Etappe in Angriff nehmen, oder gleich in die Qualifikation starten. Die Etappe begann gleich wie in den letzten Jahren. Schöne Single-Trails quer durch den Wald. Das erste Mal spannend wurde es dann beim Checkpoint 1 „Gockel Pfad“ fast 1 km ein Bachbett rauf. Der 2. Checkpoint „Nutella“ zeigte heuer keine Krallen. Es war recht trocken und somit leicht befahrbar. Aber wer es bei Regen kennt weiß was da los ist…

Der gefürchtete „Römerweg“ musste heuer von allen befahren werden. Er wurde jedoch mit einem Bagger gerichtet und so waren die größten Stufen weg und es lagen nur mehr so fußballgroße Steine rum. Aber dafür gab es heuer was Neues. Checkpoint 3 „Graham´s forest“. Wie der Name schon erahnen lässt sollte man hier nicht unbedacht reinfahren. Ersten weil‘s schon am Anfang heftig runter ging, und zweitens weil‘s dann ewig schräg weiter geht. Hier war Gefühl am Gas gefragt. Langsam über die schrägen Wurzeln drüberrollen und dann ein kurzer Gasstoß um schön langsam Baum für Baum den Berg wieder rauf zu kommen. Zu früh Gas und das Hinterrad war weg, zu spät und das Hinterrad war auch weg.

 

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Die Sonderprüfung in Pramlehen ist sowieso ein Highlight beim ÖEC. Rundenlänge so um die 10 Minuten. Das ist länger als die meisten der Stundenenduros die wir in Österreich haben. Start im Sägewerk, gleich ein Sprung auf die Wiese hoch, durchs Wäldchen, den Berg rauf und wieder runter, einmal ums Ferienhaus und zum schluss nochmal ordentlich vollgas über die Wiesen. Richtig geil. Am Ende dann noch eine kurze Endurocross einlage mit ein paar Bäumen. Hier hat man dann auch bei so manchem Fahrer gemerkt, dass die Kondition am Ende ist. Obwohl 10 Meter vorm Ziel hat das Motorrad gefühlt 200 kg und da dauerte es teilweise schon etwas länger um die Fuhre wieder in Gang zu setzten.

Mit einem Respektabstand gewonnen hat schlussendlich unser Husqvarna Werksfahrer Pascal Rauchenecker. Sein Hauptkonkurrent Lars Enöckl hatte leider Pech. Er verlor mitten in der 2. Sonderprüfung die Kette und konnte somit das Rennen nicht beenden. Dafür wurde um die Plätze zwei und drei umso heftiger gekämpft. Nach den ersten 3 Runden war Thomas Reichhold ca. 3 Sekunden vor Patrick Käfer-Schlager. In der Championsrunde haben dann beide alles gegeben. Kurz vorm Ziel dürfte Thomas dann eine kleine Unstimmigkeit mit seiner KTM gehabt haben und verlor die Kontrolle. Er hat aber nicht losgelassen und obwohl er schon neben dem Bike hergezogen wurde, schaffte er es sogar fast noch den sicheren Sturz zu vermeiden. Aber halt nur fast… Er war aber schnell wieder auf den Beinen, und so konnte er zumindest noch den 3. Platz nach Hause bringen. Hätt schlimmer ausgehen können.

Nach dem Rennen gab es dann noch eine kleine Bike-Trial-Show mit Tom Pechhacker. Er ist mit dem Rad von Baum zu Baum gehüpft und am Ende sogar vom Podium runter. Also nicht vom Stockerl runter, sondern vom Stapler auf dem die Sponsorentafel aufgehängt war. Wirklich sehenswert.

Auch wenn die Verschiebung kurzfristig war, das Rennen selbst war ein Traum. Perfekte Strecke, tolles Wetter und Spannung bis zum Schluss. 250 Starter können das bestätigen.
Gratulation an das Team von Enduro Pramlehen.

Infos und Ergebnisse auf : http://www.endurocup.at/ 

 

Fotos: ÖEC


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