Der Name wird wohl allen Startern tief im Großhirn hängenbleiben. Nicht weil es die Premiere eines weiteren Rennens war. Es war für fast alle eine der wildesten Schlammschlachten aller Zeiten. Besonders auf diese großen Distanzen. Sicher hat der ein-oder andere schon vergleichbare Streckenteile erlebt, auf diese Streckengesamtlänge hat es aber vermutlich noch kein Dreck geschafft...

Man darf hierbei auch nicht vergessen, dass man da irgendwo in der Pampa im Dreck feststeckt wenn mal die Einschätzung des Streckenverlaufs danebengeht. Da steht die Mami oder der Betreuerstab nicht gleich ein paar Meter weiter um dich zu retten, nein da bist du erst mal sehr alleine. Trotzdem war der Zusammenhalt der Starter aus mehreren Nationen unglaublich. Im Sumpfloch ist es egal aus welchem Land das Seil kommt. ;-) Richtig Enduro.

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Ein  harter Winter und viel Regen im Frühling waren bereits die ersten Vorboten zu einem harten Rennen, spätestens bei der Anreise durch Ungarn war jedoch klar: Hier wird es überhaupt nicht staubig ! Riesige Überschwemmungsgebiete säumen die Autobahn. Wo einst Wiesen und Felder waren, gibt es jetzt Seen und Teiche. Die Wetterprognosen für das gesamte Wochenende waren auch nicht begeisternd. Aber es hilft ja nix. Neues Rennen,  noch dazu in der Nähe Österreichs. Muss man sich ansehen. Schade natürlich für den Veranstalter der sich alle Mühe gab hier wirklich was ordentliches auf die Beine zu stellen.

3 Renntage sollten es werden. 1x Prolog,  1x 100km und 1x 60 km Streckenlänge quer durch die Botanik. Wäre es hier trocken gewesen, wäre dies sicher ein Traumrennen geworden.

Die Anfahrt aus Österreich erfolgt problemlos auf Autobahnen über Ungarn bis vor die Rumänische Grenze. Dort beginnt das Straßenleiden wie es die Rumänienkenner ja schon öfters erleben durften. Schlaglöcher bis zu einem halben Meter Tiefe sind da keine Seltenheit. Da heißt es schon mal die Augen aufmachen sonst ist das Rennen vorbei bevor es angefangen hat. Kann schon (wie uns) mal passieren, dass dir eine, durch ein Schlagloch abgelöste Radkappe, vom Vordermann entgegenfliegt..

Am Vortag zum Prolog angekommen, hatte man die Möglichkeit sich bis 22.00 Uhr anzumelden. Genaugenommen bis 21.00 Uhr da man eine Stunde Zeitverschiebung mitrechnen muss.

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Dies hatten glücklicherweise auch schon einige Fahrer gemacht, denn die Anmeldun g am nächsten Morgen ging eher schleppend vonstatten.  Da alles über die nationale Motorsportkommision abgewickelt werden musste, wurde mit viel Bürokratie und umso weniger Personal gearbeitet. Alleine das Anstellen beim Arzt dauerte ewig – Nur um sich den Blutdruck messen zu lassen. Grundsätzlich war die Anmeldung aber mit mehreren Stationen gut aufgebaut und der  Veranstalter hatte ohnehin zugesagt im nächsten Jahr einiges zu ändern.

Also Anmelden, Motorrad in den überdachten und bewachten Parc Ferme gestellt und mal das Gelände erkunden. Da findet sich eine große Servicezone, ein Waschplatz mit 2 Hochdruckreinigern, und auch eine Pension mit Bar. Die Zimmer sind sauber und günstig. Dass Essen mit eher sehr kleiner Auswahl aber OK.

Tag 1 Der Prolog:

Pünktlich zum Start der Hobbypiloten um 09.00 Uhr setzte ein sanfter Landregen ein der sich eine Weile halten sollte. Die ohnehin mitgenommene Strecke wurde dadurch auch nicht leichter.
Die künstlichen Hindernisse bestehend aus Baumstämmen, Betonrohren und LKW Reifen wurden im nassen Zustand zur richtigen Herausforderung.

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Man muss aber dazusagen, dass der Prolog, zumindest in der Hobbyklasse,  ohne größere Probleme zu handeln war wenn man gut überlegt an die Sache heranging. Der Prolog war auch nicht sehr lange. Die Prologstrecke war auch bis auf 4 Hindernisse für Hobbyfahrer und Profis gleich.
Prolog Ergebnis Profi: 1. Chris Birch, 2. Paul Bolton, 3. Graham Jarvis - Somit stand die Startreihenfolge für den 1.Renntag fest.
Nach einem kostenlosen Gulasch im Veranstaltungsgelände war dann erst mal Pause bis zum ersten Renntag.

Tage 2 und 3 - Das Rennen:

100km sollten es am Samstag werden. Selbstverständlich wurde die Strecke gekürzt. Die Fahrer wurden in kurzen Abständen einzeln ins Rennen geschickt – Es gibt also kein Zurück mehr. Die Strecke selbst war feinstes Enduro. Allerdings auch eine einzige Schlammspur.

Und es waren noch genug sehr schwere Teilstücke verbaut. Auch die Hobbyspur war eigentlich nur für gestandene Enduristen ausgelegt.  Wer hier geglaubt hat sein Enduro-Basiswissen holen zu können, hatte sicher keinen Checkpoint zu sehen bekommen.  Auch Die Profispur war wirklich nur für Profis. 

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Im Laufe der Strecke wurden 2 Tankzonen eingerichtet. Die erste ca. bei Km 40 wäre im Normalfall völlig ausreichend gewesen. Durch die teils sehr harten Kämpfe gegen den Matsch bei dem man schon mal eine halbe Stunde an einem Steilhang zu kämpfen hatte, ging vor allem einigen 2-Takt Fahrern leider schon vorher der Sprit aus. Insgesamt hatte man von 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr Zeit diese Strecke zu absolvieren. Und es waren mehr als eine Handvoll die diese 10 Stunden ausnützten.

Völlig abgekämpft trifft man sich zur Abendstunde im Fahrerlager um sich bei einer Dampfstrahler -Ganzkörperbehandlung vom Dreck zu befreien. Die Abendaktivitäten hielten sich auch in Grenzen. Jeder wusste jetzt was ihn auch am Sonntag erwarten sollte.

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Der Sonntag sollte ein schnelles und einfacheres Rennen werden. Soweit die Theorie. Es war im Vergleich zu Samstag auch sicher leichter – Trotzdem: Auch am letzten Tag kämpften viele Fahrer mit diversen Auffahrten und Schlüsselstellen. Nach einem, wegen Nebel von 09.00 Uhr auf 11.00 Uhr verschobenen Starts, regnete es wenigstens nicht und es kam sogar kurz die Sonne zum Vorschein.

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Am Ende gewinnt Husaberg Pilot Graham Jarvis vor dem jungen Wade Young und dem deutschen Markus Kehr die Gesamtwertung. Neumayr Harald und Hippman Norbert konnten in der brutalen Profiklasse die absolut hervorragenden Plätze 8 und 9 belegen.

Bei den Hobbyfahrern gewinnt David Cyprian vor Zdenek Cyprian und Lozob Marciej. Die Österreicher Florian Gschaider und Rüdiger Wolfgruber (E.A.R.T.) belegen Platz 8 und 11. Ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis. Insgesamt schafften es nur 17 Fahrer alle Checkpoints anzufahren.

Fazit:

Dieses Rennen wird in Zukunft sicher eine sehr interessante Sache. Alleine schon wegen der Nähe zu Österreich. Laut Veranstalter wurden bereits  die ersten Änderungen für 2014 fixiert. Wenn diese Kinderkrankheiten erst einmal behoben sind und auch noch das Wetter wieder mitspielt wird das eine gaaanz schöne Veranstaltung. Wir gratulieren jedenfalls dem Veranstalter der bei diesem Sauwetter wirklich sein Bestes gab.

Erste Bilder vom Geschehen im Wald sind bereits online. Leider hat auch uns das Wetter hinsichtlich Foto- und Videoerstellung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei dem Regen und der hohen Luftfeuchte und dem Dreck der durch die Gegend flog war es besonders mit der Onborad Kamera sehr schwer zu filmen. Wir müssen ja auch noch auf der Strecke mitfahren.

Trotzdem:  Fotos und Videos des Rennens folgen in den nächsten Tagen:

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Veranstalterhomepage mit offiziellen Ergebnissen: www.heca.ro

Bericht, Videos und Fotos: Enduro-Austria