Gipsberg- Trophy 2012: Vergangenes Wochenende fand die schon mit Spannung erwartete Premiere der Gipsberg-Trophy des MSC Haringgraben statt. Ein neues Rennen, eine neue Strecke. Grund genug also die Herausforderung anzunehmen und sich dieses Rennen näher anzusehen. Neugierig und mit ordentlich Motivation kamen die nicht wetterscheuen Teilnehmer ins Herz der Steiermark. Austragungsort war die Ortschaft Tragöß, für viele vielleicht schon bekannt für den „Grünen See"...

Veranstalterhomepage mit offiziellen Ergebnissen: http://www.msc-haringgraben.at/

Fotos von Enduro-Austria: >>hier<<

Die Wetterprognosen sprachen bei dieser Erstaustragung leider nicht für den MSC Haringgraben. Das verregnete Wochenende konnte aber die zahlreichen Zuschauer und Fahrer nicht davon abhalten, gegen Wind, Wetter und den Gipsberg, einem Abbaugebiet mit „Erzberg Stimmung" zu kämpfen und aus dem Schlechtwetterrennen einen gelungenen Renntag zu machen.

Gleich nach Eintreffen im Rennareal bekam man die ersten wichtigen Instruktionen der vielen freiwilligen Helfer. Eine reibungslose Zufahrt zum Fahrerlager war schon mal gewährleistet. Auch bei der Anmeldung lief alles sehr professionell ab. Startnummer und Transponder von Transpondertiming ausfassen, fertig.

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Nach der technischen Kontrolle aller Motorräder der Firma Bikepoint ging es gleich ab in die erste Trainingsrunde. Die Strecke war wirklich sehr vielseitig und kann als eine Mischung aus Erzbergtrassen und Endurotrophy Waldetappen beschrieben werden. Dass die Mitglieder des MSC Haringgraben selbst echte Enduro Fahrer sind wusste man spätestens nach dieser ersten Trainingsrunde. Für viele Fahrer war die Strecke wohl doch etwas zu schwer. Eine echte Endurorunde also. Die Rennleitung erkannte jedoch im Vorfeld zum Rennen die zu schwierigen Streckenabschnitte und baute prompt Umfahrungen ein die für staufreies Fahren beim Wertungslauf sorgten.  Sehr gut reagiert.

Um ca. 11.00 Uhr ertönte das Startsignal vom örtlichen Schussmeister und das erste Rennen des Tages wurde gestartet. Los ging es mit den Klassen Damen, E1, E2 und Old Boys. Gleich nach dem Start ging es da richtig zur Sache. Eine endlos lange Trasse sollte mit Vollgas zu bewältigen sein. Hier mussten trotz der erleichterten Streckenführung trotzdem einige Fahrer feststellen, dass es mit dem ersten Versuch nicht klappen würde. Grundsätzlich muss man jedoch sagen, dass der Regen in dem Gips-Abbaugebiet nicht wirklich große Probleme bereitete. Dieses Gips-Material saugte sehr viel von den Niederschlägen einfach auf. Lediglich bei zwei Waldauffahrten kam es vereinzelt zu Traktionsproblemen. Es ist aber auch ein Endurorennen und keine MX-Veranstaltung.

Bei den schwierigen Streckenabschnitten standen jedoch immer genug freiwillige Helfer und Streckenposten zur Verfügung um ein sicheres, flüssiges Rennen zu gewährleisten. Die zahlreichen Zuschauer wurden mit Speis und Trank direkt vor Ort versorgt und der Platzsprecher informierte die Gefolgschaft in jeder Runde mit aktuellen Zwischenständen und Informationen der verschiedenen Klassen. Willi Stocker (E.A.R.T.) konnte lange die Führung halten, musste diese aber nach einem unglücklichen Hinfaller eines anderen Teilnehmers abgeben und wurde letztlich 2ter. Der Sieg ging letztlich an Tazreiter  Benedikt vom Rameis Team auf Husaberg. 

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Um ca. 13 Uhr schwenkte die Rennleitung die langersehnte Zielflagge und das erste Rennen des Tages war vorbei.

So gut wie das 1. Rennen begann so chaotisch startete das 2. Rennen um ca. 14.00 Uhr.  Nach einem umstrittenen Startsignal mit "Schuss" starteten die Gruppen E3 und Profi ins 2. Rennen des Tages. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter kam der Frühstart durch eine Fehlzündung eines Motorrads zustande. Der Starter mit dem Gewehr war nämlich noch nicht einmal ganz von seinem Fahrzeug abgestiegen als es schon krachte. Jene Fahrer die liegengeblieben waren, wurden jedoch nach der ersten Schleife wieder ins Rennen eingeschleust. Nach wenigen Fahrminuten tauchte auch noch kurz eine rote Flagge auf welche der Streckenposten nach einem Funkspruch der Rennleitung aber wieder entfernte. Das Rennen wurde fortgesetzt.

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Für Spannung und viele Überholmanöver war in diesem 2.Lauf jedenfalls gesorgt. Bis zu Ende der ersten Runde gab es zahlreiche Führungswechsel in den schwierigen Streckenabschnitten. Willi Hirschmann vom Enduro-Austria-Racing-Team (E.A.R.T.) konnte dann aber die 1.Position übernehmen. Nach ca. 1 Stunde 20 musste das Rennen wegen eines Unfalls kurz unterbrochen werden, die Einsatzkräfte waren sofort zur Stelle. Zum Glück war der Unfall nicht so schlimm wie erwartet.  Nach dem Abtransport des Verletzten  wurde  das Rennen mit der Unterbrechungszeit verlängert damit alle auf ihre volle 2 Stunden Rennzeit kommen konnten.

Die Profiklasse gewinnt  Willi Hirschmann mit seiner PT-Motors Beta auf Golden Tyre Bereifung mit einer überlegenen Fahrzeit und einer Runde Vorsprung. Auf Platz 2 Plöb Sigi, unterwegs mit einer Knopper KTM. Platz 3 ging an den ortskundigen Leitner Hansi auf GasGas.

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Für Verpflegung wurde in einer Veranstaltungshalle gesorgt wo auch die Siegerehrung gefeiert wurde. Bei der 2. Auflage welche hoffentlich stattfinden wird, gibt es vielleicht auch den einen oder anderen Sachpreis mehr als bei der Premiere ;-)

Großes Lob jedenfalls an alle freiwilligen Helfer und Einsatzkräfte die bei sehr schwierigen Verhältnissen einen super Job abgeliefert haben.
Für die Premiere und die vorherrschenden Verhältnisse war das Rennen unterm Strich super organisiert.

Hoffentlich gibt's nächstes Jahr wieder ein neue Auflage der Gipsberg-Trophy.
Die Strecke wird 2013 bei besseren Witterungsverhältnisen sicher noch mehr Endurosportler nach Tragöß locken.

2013 wir kommen !!

Bericht und Bilder: Enduro Austria. W.H.