Was für ein Glück im Unglück für die Veranstalter des Schicherenduros. Nach einer sonnigen Herbsphase wie es sie laut Medien schon seit Jahren nicht mehr gab, regnete es ausgerechnet einen Tag vor dem Rennen in Strömen. Dieser Freitag war auch gleichzeitig Anreisetag mit Anmeldemöglichkeit sowie der Möglichkeit die Strecke zu  Trainingszwecken in Angriff zu nehmen. Außerdem war ein Händler Exclusivtraining ausgeschrieben. Trotz des Sauwetters mit  Kälteeinbruch ließen sich einige Fahrer diese Gelegenheit nicht entgehen. Am Samstag war der Boden dann wieder in Ordnung und bei der Siegerehrung nach dem Rennen lachte die Abendsonne dem Tagessieger Bernie Walzer ins Gesicht.

Webseite des Veranstalters mit offiziellen Ergebnnissen: www.schilcherenduro.at

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Der  Veranstalter konnte am Freitag dann auch wohl gleich sehen was fahrerisch auf der Strecke noch möglich war. Kurz gesagt es war eine dreckige Rutschpartie. Hoffen auf das Beste war angesagt: Siehe da, der Veranstalter wurde für seine Mühen belohnt. Der Regen (und auch ein paar Schneeflocken) hörten in der Nacht auf und der Renntag präsentierte sich sonnig bis leicht bewölkt. Die Frage war nun wie weit der Boden aufgeweicht war. Und es sollte nur die ersten Fahrer mit einer oberflächigen Schleimschickt treffen. Bereits kurz nach dem Start der ersten Klasse wurde der trockene Unterboden mit der rutschigen Oberfläche ordentlich durchgemischt und einem griffigen Rennverlauf stand nichts mehr im Wege.

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Trotzdem wurden einige Streckenteile kurzfristig geändert um einen reibungslosen Rennverlauf zu gewährleisten. Sicher eine gute Entscheidung die in späterer Folge bestätigt wurde. Die Strecke war auch so anstrengend genug, aber sehr flüssig zu fahren. Wie letzes Jahr bei der Premiere war wieder vom Wiesenslalom über künstliche Hindernisse bis zur Waldauffahrt alles dabei.

Im Zuseherbereich wurde zur Freude vieler Zuseher auch heuer eine Baumstammsektion eingebaut. Aber auch die Schlüsselstellen entlang der Strecke konnten von den Zusehern leicht erreicht werden. Überhaupt scheint der Offroadsport rund um die Gemeinde Ligist sehr beliebt zu sein, denn die Masse an Fans und Zusehern wird jährlich mehr - Auch bei niedrigen Temperaturen.

Um 10.00 Uhr wurde das erste Rennen gestartet. Diesesmal gab es auch keinen wirklichen Fehlstart da der Schuss überraschender kam als im Vorjahr. Die ersten Klassen hatten die Ehre das rutschige Erdreich in den ersten Runden unter entsprechendem Körpereinsatz durchzumischen. Klasse 2 (Rookies), Klasse 5 (Oldstars), Klasse 6 (Damen) und Klasse 7 (Elektro)

Am Nachmittag ebenfalls pünktlich um 13.30 Uhr wurde das zweite Rennen gestartet: Klasse 1 (Profis),Klasse 3 (Youngstars) und Klasse 4 (Wildboys) Bei den Profis konnte sich Willi Hirschmann (E.A.R.T.) vom Start weg durchsetzen und matchte sich in den anschließenden Runden mit Patrick Neisser. Der MXler Patrick Neisser hatte dann aber vor allem auf den Wiesenabschnitten mit den vielen Anlegern die Nase vorne und setzte sich am Ende vor Hirschmann auf Rang 2. Gewinner des Rennens ist aber Bernhard Walzer der die beiden nach den ersten Runden übeholte und nicht mehr einzuholen war. Der Abstand zwischen den Drei betrug am Ende jeweils ca 1,5 Minuten.

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Im Start/Zielbereich war auch wieder ein Sprung eingebaut. Diesmal sogar mit Schildern zur Orientierung der Weite für die Zuseher. Den weitesten Sprung mit guten 30 Metern konnte Willi Hirschmann fliegen. Willi: "Als ich zum Schluss wusste, dass sich bei der Platzierung nichts mehr ändern wird hab ich es nochmal richtig krachen lassen. Die Springerei konnte ich ja schon vor Jahren beim Silvesterspringen in meiner Heimat üben"

Die ganze Veranstaltung vom Vorjahr zu toppen, war schon alleine vom Wetter her schwer. Die Verantwortlichen haben aber mit einer Verfeinerung der Strecke, Streckenänderungen im richtigen Moment und einer super Gastronomie einmal mehr bewießen, dass immer noch was möglich ist. Überhaupt tritt die ganze Organisation sehr ruhig und professionell auf - haben die Damen und Herren ja auch schon so manchen Trialbewerb organisiert.

Wieder ein super Rennen mit super Zusehern.

Bericht, Videos und Fotos: Enduro-Austria