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Anfang November wurde uns vom österreichischen Gas Gas Importeur eine 2018er Gas Gas EC 300 übergeben. Christian Resinger vom Enduro Austria Racing Team hat das Motorrad für euch getestet:

Zum Test stand eine Gas Gas EC 300, 2-Takter Model 2018 zur Verfügung. Schon beim Abladen fiel mir sofort auf wie leicht dieses Motorrad eigentlich ist. (105kg trocken) Erstes Indiz für einen interessanten Test…

Beim Vergaser setzt Gas Gas auf den bewährten 48er Keihin-Vergaser verbunden mit einer V-Force Membrane, der große Höhenunterschiede und Temperaturschwankungen locker weg steckt. Großes „Umdüsen“ fällt hier definitiv weg. Der Motor zieht gleichmäßig und sauber nach oben und ein entspanntes und kräfteschonendes Fahren ist garantiert. Verbunden mit einem original verbauten FMF - Endtopf stimmt hier auch der Sound.

 

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Sehr vorteilhaft ist auch die rutschfeste Sitzbank - Speziell beim Hardenduro eine echte Hilfe. Das bekannte "dingeln" des Motors beim längerem würgen ist mir nicht aufgefallen. Auch beim Wegfahren im steilen Gelände hat man erstaunlich viel Traktion. Hier erkennt man, dass Gas Gas eben auch Trails baut.

Das Getriebe scheint aber relativ kurz zu sein. Bei meinem Testmotorrad war eine 13:48 Übersetzung verbaut , diese fuhr sich wie eine 13:51 Übersetzung bei meiner KTM 300. Die Leistung wurde auch noch mal gesteigert. Beispielsweise für den Erzberg-Prolog oder auch bei tiefen Schlammrennen finde ich das sehr wichtig!

Obwohl das Motorrad vorne sehr leicht ist liegt es auch bei höheren Geschwindigkeiten sehr ruhig. Das Kurvenfahren ist durch das geringe Gewicht sehr angenehm. Man kann fast Linien fahren wie mit einem Fahrrad. Die Kombination von agil und trotzdem stabil ist hier wirklich gelungen.

 

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Das Fahrwerk von KYB ist natürlich das Highlight an dieser Maschine. Erstaunlicherweise funktioniert es grundsätzlich von Hardenduro-Sektionen bis hin zu Motocross sehr gut. Fast vergleichbar mit einem überarbeiteten Fahrwerk von WP. Speziell auf den letzten 6 Klicks reagiert es sehr stark, daher ist auch ein Sprung ins Flache überhaupt kein Problem. Harte Unterarme sind fast ausgeschlossen.

Es ist zwar eher auf der schnelleren Seite beim Ausfedern - Das lässt sich aber durch zudrehen der Zugstufe leicht beheben. Der Umlenker hat wie schon oft diskutiert seine Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist sicher das ruhige Verhalten des Hecks beim anbremsen in eine wellige Kurve und das stabile Beschleunigen beim Kurvenausgang. Nachteile hat man hingegen beim Hardenduro weil man eben damit rechnen muss, dass man mal hängen bleibt und es ab und zu unter dir kracht weil du aufsitzt.

Was sicher noch zu verbessern ist, ist der E-Starter, der eigentlich überhaupt nicht funktioniert.
Weder im kalten noch im warmen Zustand. (Das Bike hatte 20 Std. drauf) Sehr ärgerlich beim Hardenduro aber auch beim Rundenfahren weil du hart erkämpfte Meter oder Sekunden durch unnötiges Kicken wider verlierst. Grund dafür ist eventuell eine zu schwach verbaute Batterie. Motorenprofis sprechen auch von einem Problem einer kleinen Buchse im E-Starter die leicht zu tauschen wäre.

Problem erkannt und behoben?

Nach einem technischen Rundschreiben seitens Gas Gas vom 20.November 2017 wurde dieses Problem jetzt offensichtlich erkannt und die defekten Starter werden nebst geänderter Ausbuchtung (der Winkel wird verändert) und CDI ausgetauscht. Damit sollte also dieses, nicht unwesentliche Problem also behoben sein.

 

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Was mir noch aufgefallen ist: Der Luftfilterdeckel der ähnlich wie bei anderen Marken mit Stecknippeln befestigt ist hält nicht wirklich gut. Die generelle Verarbeitung der Plastikteile hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren aber deutlich verbessert und optisch ist es ein wirklich schönes Motorrad!

Am Ende des Tests frage ich mich natürlich selbst, ob ich mit diesem Motorrad Rennen fahren würde und ob ich darauf auch gewinnen kann?!

Die Antwort ist definitiv JA!

Gas Gas hat hier ein echt brauchbares Motorrad gebaut, mit dem man absolut konkurrenzfähig ist! Mit Endurostars wie Giovanni Sala, Christophe Nambotin oder Johnny Aubert hat Gas Gas auch sehr interessante und erfahrene Leute an Bord , die diese Marke in den nächsten Jahren noch viel stärker machen werden.

Infos zu allen Gas Gas Modellen inklusive Bilder auf:  http://www.gasgasmotos.es/en/off-road.html

 

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Bericht und Actionfoto: Enduro Austria, C. Resinger