Am 21. Mai war es wieder so weit: Ca. 100 Teilnehmer fanden sich zur ausverkauften Rally Croatia im schönen Dalmatien ein. In 5 Fahrtagen sollte es über 1.200 Kilometern im kroatischen "Outback" über Stock und Stein gehen. Und die italienische Organisation rund um den Dakar-Veteran Marco Borsi hatte sich einiges einfallen lassen...

 

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Die Fahrer, vorwiegend aus Italien, Österreich, Deutschland, Slowakei, und der Schweiz wurden über alle Terrains gejagt: Weingärten, Wiesen, Felder, Steinwüsten, Berge, steile steinige Auffahrten, Trampelpfade, Baumstämme, Geröllhalden, und atemberauende Kulissen aus den berühmten Winnetou-Filmen, alles war dabei, genauso wie hohe Temperaturen und Regen, was die trockene Erde in Schlamm verwandelte.

Die Organisation konnte sogar eine Ausnahmegenehmigung für das Naturschutzgebiet rund um den Mali Alan erreichen, ausgelassen wurde also gar nichts.

Eingeteilt wurden die Fahrer in die Klassen Expert, Amateur und Ladies, sowie den Unterklassen der Light Bikes, Rally Bikes, Heavy Bikes, Vintage, Quads und SSVs.

Das Contiger Rally-Team war dieses Jahr zur Einstimmung für die Wüstenrallys mit Martin Rabenlehner, Joseph Hetzenauer und Christian Horwath am Start. Mit den schweren Werksrallymaschinen von KTM wussten die Jungs, dass es nicht mehr als eine Trainingsrally sein wird, denn die Rally Croatia ist für leichtes Gerät geschaffen und nicht für eine 690er KTM-Rally, die sich in Afrika wohler fühlt.

 

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Dennoch plagten sich die "Contigers" tapfer und ohne vorheriges Training durch die Sonderprüfungen, von denen es jeden Tag 2 mit einer Länge von bis zu 30 KM gab.

Pech hatte Christian Horwath, der am 3. Fahrtag Probleme mit der Spritzufuhr hatte und so aus dem Rennen war. Dennoch scheint er als 21. in der Gesamtwertung bei den Bikes über 450ccm auf.

Besser ging es hingegen Martin Rabenlehner. Er konnte mit einem 7. Platz in seiner Klasse die Fahne des Contiger Rally-Teams hoch halten. Doch auch er kam nicht ohne Stürze und Blessuren davon. Sein Bike braucht nun eine Generalüberholung!

Auf den KTM-Profi-Schrauber Günter Knopper (https://www.knopper-kfz.at/), der das Contiger Rally-Team hervorragend betreute, kommt nun nach der Rally viel Arbeit zu. Er hatte ohnehin schon während der Rally Tag und Nacht nahezu alle Teilnehmer, die mit ihren Leiden vor der "Aussenstelle Knopper" standen, versorgt: Reifenschäden, neue Mousse, Servicearbeiten, Ölwechsel, kaputte Hebel, verbogene Lenker, Elektrikprobleme, etc,... es gab nichts, was Günter Knopper nicht reparieren konnte! Unter Tags war er mit seiner Barbara sogar als Streckenposten in den Sonderprüfungen bei besonders gefährlichen Kreuzungen eingeteilt.

 

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Im Großen und Ganzen verlief die Rally ohne große Unfälle und Komplikationen. Das Roadbook war auch hervorragend geschrieben und so hielten sich die Navigationsfehler in Grenzen. Die Rally hatte auch Urlaubscharakter. Weniger wegen der doch teilweise sehr langen und anstregenden Tagesetappen (Start um 6.00 Uhr früh!), sondern wegen des Hotels im malerischen Primosten direkt am Meer.

Für Euro 925,- Startgeld inkl. Übernachtung und Halbpension bekommt man in ganz Europa keine Rally in diesem Format. Trotz des günstigen Preises gab es auch maximale Sicherheit mit medizinischer Unterstützung und jeder Teilnehmer musste einen Tracker bei sich tragen, mit dem man im Notfall die Rettungskette aktivieren konnte!

Kurios war auch der Ausstieg aus der Rally-Szene des italienischen Profis Stefano Fasani. Nach dem 3. Tag kam er als Gesamführender ins Ziel, stieg von seinem Bike ab und verkündete: "Ich habe keinen Spass mehr, ich werde keine Rennen mehr fahren", sprach es aus, packte seine Sachen und fuhr umgehend nach Hause!

Sieger der Rally wurde Ferdinand Kreidl, vor Juen Beat und Gallina Cesare. Den 4. Platz konnte sich noch Claus Wittmann vom Team Hasi-Moto ergattern.

Infos zur Rally: http://www.trxraid.com/evento/91/CROAZIA-RALLY-2017/

Mehr Infos unter: www.rally-team.at

 

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Quellen: Contiger Rally-Team