Enduromasters Pramlehen: Ein sehr knackiges Rennen, dass laut Veranstalter Karl Pechhacker bei den Profis auf jeden Fall einen Endurofahrer vom MXler trennen sollte. Gesagt, getan. Zumindest für jenen Teil des Rennes, der mit den roten Pfeilen markiert war. Aus diesem Grund waren wohl auch zahlreiche Guides mit dem Trialgerät unterwegs. Diejenigen Enduristen, die solche Geräte ebenfalls gerne mal im Grenzbereich bewegen, hatten auch mit der Enduromaschine eindeutig die Nase vorne. Unschlagbar an diesem Wochenende war das Duo Brandauer/Enöckl. Die Einzelwertung ging an Krimbacher Gerhard.

Veranstalterhomepage mit Fotos und offiziellen Ergebnissen: www.pramlehen.at und www.enduromasters.at

Für einen Event, der das ganze Wochenende dauert, war das Enduro-Pramlehen komplett stressfrei. Freitag nur Training. Samstag Training und Prolog und am Sonntag dann nur das Rennen. Angefangen hat das ganze freitags, bei bestem Wetter. Nach einem in diesen Sommer seltenen, lauen Abend im Fahrerlager bzw. bei einem kühlen Blonden im „Hofrestaurant“ wurde der Sternenhimmel finster. Ein 20 Minuten langer Wolkenbruch ging über die Lunzer Bergwelt nieder und machte die Strecke für den Rest des Wochenendes etwas „rutschig“.

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Am Samstag in der Früh waren die ersten Runden auch dementsprechend langsam. Das Motorrad quasi im Standgas die Auffahrten hinaufquälen bzw. über die nassen Wurzelabfahrten hinuntertragen. Trotzdem: die ganze Strecke war fahrbar und es gab keine richtigen großen Probleme. Die Strecke ist übrigens vom Feinsten. Eine Enduro Runde, wie man sie nur ganz selten findet. Fahrzeiten von 30 Minuten für eine „rote“ Runde waren ganz normal. So was findet man nicht oft in Österreich. Stang ist da in einer ähnlichen Liga, aber dann ists auch schon aus. Nach dem ausgiebigen Training ging es dann zum Prolog, der auf der Hobbyspur ausgetragen wurde. Es gab dabei auch keine Probleme. Die Bestzeit sicherte sich Lokalmatador Lars Enöckl, der dort Gerüchten zur Folge mit jeder Wurzel per Du ist. Er war knapp über eine Minute schneller als der zweitplatzierte Degen Peter.

Das Rennen am Sonntag wurde genau nach der Reihenfolge des Prologs gestartet. Eigentlich ein super System mit dieser Startmethode. Das sollte man vlt. am Erzberg für den 2. Prologtag übernehmen. Damit könnte man viele Überholmanöver im Staub mit 0 Sicht verhindern. Jedenfalls wurde man in ca. 15 Sekunden abstand weggelassen und es kam lange zu keinen Stauungen. Nach ca. einer halben Runde kam dann die „rote“ Steinauffahrt, die ja eigentlich eine Umfahrung für die Steil&Steinauffahrt war. Bis dorthin war man richtig froh, wie super alles zu fahren war. Auf besagter Auf“fahrt“ kam dann die Ernüchterung. Während die Steine im Training noch fahrbar waren, wurde es dort während des Rennens so richtig glitschig. Einige Fahrer mussten sich gegenseitig helfen.

Mit Mühe und Not kam dann doch fast jeder drüber. Auf der Hobbyspur war es währenddessen deutlich leichter. Sie war sogar einigermaßen schnell. Trotzdem war das Tempo bei den Meisten im Vergleich zu anderen Rennen eher gemütlich. Hauptsache die Hindernisse wie Steilhang fehlerfrei absolvieren und den höllischen Schlammweg ohne Rutscher oder hängen bleiben schaffen. Eine Fehlerlose Runde brachte wesentlich mehr als Tempobolzerei mit Abstechern neben die Strecke. Nach ca. einer Stunde wurde die Profispur, die keine Umfahrung hatte für „Normalprofis“ schon sehr schwer zu bewältigen. Da die Temperatursäule 30 grad Plus anzeigte, war bei zahlreichen Profis nach zwei bis drei Schiebe- und „Zah“Aktionen im Wald die Luft draußen. Einige hartgesottene quälten sich bis zum Schluss durch und wurden mit guten Platzierungen belohnt. Manche haben von der Hitze und den Schwierigkeiten bei der Steinauffahrt aber gar nichts mitbekommen und fuhren diese, wie wenn es trocken wäre. Unglaublich. (Waren aber nicht viele)

In der Profiklasse waren das:  Krimbacher Gerhard vor Enöckl Peter und Schmölz Markus

Die Profi-Teamklasse ging an Brandauer/Enöckl vor Lechner/Leimhofer und Jagersberger/ Wagner

Die Hobbyklassen gingen an Ahrer Markus bzw. das Team Moser/Tazreiter

Bei den Fast Oldies gewann Merkinger Johann

Bemerkenswert ist auch, dass sich insgesamt 5 Damen der Herausforderung stellten. Die schnellste davon war Wieser Christine mit Rundenzeiten, bei denen sich einige freuten, dass es eine eigene Damenwertung gabJ

Insgesamt war das Enduro-Pramlehen ein sehr gutes Rennen im allerfeinsten Endurogelände. Das mit dem Prolog ist eine super Sache. Die Zeitmessung mit dem Armband ist prinzipiell auch eine super Idee. Für die Steinauffahrt hätte man eine Umleitung finden sollen.

Ev verbesserungswürdig ist die Beschilderung: Für Fahrer, die das erste mal da sind, ist die Beschilderung der Runde nicht einfach zu erkennen und das im Training die „rote“ Runde ganz anders aussah, konnte man am Renntag auch nicht wissen.

Sonst war eigentlich alles super. Top Bewirtung, nette Leute, Kärcher, Duschen, ein wirklich ruhiges Fahrerlager, …….alles da. Wobei man die Duschen gar nicht brauchte. Einfach ab zum Lunzer See. Im nächsten Jahr gerne wieder, aber mit besserer Vorbereitung;-) wie immer

Bericht: W.R.

Foto: Wetzelsberger