Dieses Jahr stand das KOTH in Arad wieder im Hard Enduro Rennkalender. Dementsprechend hatten sich auch ein paar prominente Teilnehmer angesagt. Neben Wade Young, Mario Roman, Travis Teasdale und David Cyprian waren mit Lars Enöckl und Philipp Bertl auch 2 österreichische Hard-Enduro Profis am Start, um Punkte für die Hard-Enduro-World-Series zu sammeln...

 

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Bild: Mario Roman im Prolog

Die ganz großen Superstars fehlten jedoch. Irgendwie ist der Hard-Enduro Kalender selbst für geneigte Beobachter nicht ganz durchsichtig. Prinzipiell eine super Idee, nur ohne Erzberg und Romaniacs eine etwas unausgereifte Sache. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Hard-Enduro-Wertung gibt’s hier: http://hardenduroseries.com 

Wie auch immer. Das King of the Hill Enduro ist eine ganz eigene Geschichte. Es gibt kein Mittelding. Beim ersten Mal war es so nass und rutschig, dass nicht einmal 20 Fahrer ins Ziel kamen. In einem anderen Jahr war es wieder so trocken, dass man im 4. 5. und 6. Gang durch den Wald heizen konnte. Die Hoffnung auf ein trockenes Rennen war heuer spätestens beim Prologtraining dahin. Regen!!!

Der Prolog: Diesmal war der Prolog wieder in Arad. Im wesentlichen auf der gleichen Strecke wie 2016, wodurch die Starter vom Vorjahr einen großen Vorteil hatten. Zwei Runden galt es zu bewältigen. Etwas seltsam war, dass die Zeit aus einem Rennen heraus gewertet wurde, bei dem man durch Zufall oder Willkür den Startplatz zugewiesen bekam. Bei bis zu 28 Startern in einem Lauf war es aus den hinteren Reihen nur schwer möglich, eine gute Zeit zu fahren.

Link zum King of the Hill: https://heca.ro/ 

Es mussten übrigens nur die Profis das heuer wirklich schwere Steinhindernis bewältigen. Das führte beim Betrachten des Gesamtergebnisses zu Erstaunen. Wie kann man Pro und andere Klassen zusammen werten wenn die Strecken unterschiedlich sind? Verwunderung gab es übrigens auch beim Beobachten der Hobby Läufe. Da konnte es schon passieren, dass einer im Sand vor lauter Druck im Anlieger mit dem Lenker am Boden streift und dann das darauffolgende Autoreifenhindernis ohne abzudrehen im Power Wheelie nahm. Das schafft so mancher Profi nicht.

 

 

Lars Enöckl siegte vor Theodor Kabakchiev und Travis Teasdale. Stark waren auch die Österreicher Marco Messner und Dominik Leimhofer auf den Plätzen elf und zwölf. 13. wurde Philipp Bertl, der allerdings auf einer anderen Strecke wie Marco und Dominik unterwegs war. Wade Young kam über Platz 35 nicht hinaus, obwohl er beim anschließenden, aber für die Tageswertung unbedeutenden Superfinale klar der beste Fahrer war.
Dieses Superfinale war zwar sehr spannend, zählte aber nicht zur Wertung.

Tag 2 Hard Enduro: Gleich vorweg. Der 2. Tag war die Hölle.

Der Start war in Pro, Experts, Veteran und Hobby nach den Prologergebnissen gereiht. Da passte auch das Prolog-Ranking. Anfangs war es noch sehr griffig und schnell. Dann kam der Stau im Bachbett. Das Reglement konnte da schon mal etwas „interpretiert“ werden. Nach den KOTH Rules darf man nicht weiter als 30 Meter vom Track entfernt sein. Manchmal wurde man jedoch bei 3 Meter schon von einem Marshall gestoppt. Bei anderen Stellen war es wieder komplett egal. Jedenfalls ging es in der Expert Klasse drunter und drüber. Für etwas Gerechtigkeit sorgten dann einige Abschnitte, die wirklich bewältigt werden mussten, weil kein Umfahren möglich war.

In der Profi Klasse siegte Wade Young vor Lars Enöckl, Josza Levente, Philipp Bertl und David Cyprian. Leider wurde die Strecke durch den nassen Belag und die steigende Anzahl an Fahrern immer schwieriger bis unmöglich zu bewältigen. Kaum einer konnte die ganze Strecke absolvieren. Die ersten 3 blieben ohne Strafzeit. Die Rider auf den Plätzen 4 bis 6 hatten Strafzeiten. Danach wieder einige nicht. Ob es besser war, sich die schwierigsten Hänge hinauf zu schinden oder gleich die Strafzeit zu kassieren ist fragwürdig. Die Reihung der ersten 5 war jedoch fair.

Die Expert-Klasse hatte einen unglaublich harten Track zu meistern. Marco Messner konnte sich daher als bester Österreicher leider nur den 19. Platz sichern. Am schwersten hatten es jedoch die Veteranen. Sie mussten weitgehend am gleichen Track wie die Experts fahren. Allerdings erst nach den Pros und Experts auf der total zerstörten Strecke. Eine unglaubliche Leistung aller Finisher. Bester Österreicher wurde Jürgen Krupschak als 8.
Die Hobby Spur war heuer viel zu schwer. Auch gute Fahrer verloren hier eine Menge Zeit. So hatte der 20. z.B. schon eine Fahrzeit von knapp 6h!

Jedenfalls war es eine unglaubliche Leistung alle jener, welche das Ziel erreichten. Das King of the Hill war heuer in allen Klassen ein Extrem Enduro. Nicht selten sah man zerstörte Motorräder, angeriebene Motoren und total erschöpfte Fahrer.

 

 

Tag 3: 3 h Extreme Enduro: Am Sonntag wurden Runden gefahren. Am Gesamtergebnis änderte dies jedoch nur wenig. Auch diese Strecke war nicht gerade leicht und die Tracks in den Gräben wurden immer tiefer. Gewonnen hatte wieder Wade Young. Bemerkenswert ist auch der erste Platz von Marco Messner bei den Experts.

Gesamtwertung Profi: 1. Wade Young
2. Lars Enöckl
3. Josza Levente
8. Philipp Bertl

Expert: 1. Maciej Loboz, bester Österreicher Marco Messner auf Platz 13
Veteran: Zdenek Cyprian, bester Österreicher Jürgen Krupschak auf Platz 8
Hobby: 1. Leric George, bester Österreicher Leon Strasser auf Platz 2

Hervorzuheben ist die Leistung des 907 Racing Teams, die während des ganzen Bewerbs aufgezeigt haben. Leider hat sich Florian Kirchmayer beim beherzten Versuch den großen Prolog Doppelsprung zu nehmen das Schlüsselbein gebrochen. Gute Besserung an dieser Stelle. Generell muss man sagen, dass die Veranstalter es leider nicht schaffen das Rennen von Jahr zu Jahr zu verbessern, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Nach Befragung der besten Profis bestätigte sich jedoch, dass zumindest die Pro Reihung fair war. Nach den ersten Pros und in den anderen Klassen spielten sich dann jedoch teilweise Dramen ab.

Zum Vergleich: Bei den Romaniacs ist der Track vom GPS der schnellste. Alles links und rechts ist unmöglich oder schwerer. Beim KOTH war das Gegenteil der Fall. Wen wunderts, dass da abgekürzt wurde. Laut Reglement bekommt man erst eine Strafzeit, wenn man gemäß GPS 30 Meter vom Track entfernt ist. Wenn man das mental packt und einfach bei allen schweren Stücken 20 Meter neben der Spur fährt ist man eine Stunde schneller im Ziel. Manch einer nutzte das zumindest auf Teilstrecken ziemlich brutal aus.
Verbesserungswürdig wäre die Wertung vom Prolog, der unkoordinierte Stau beim Training, das Chaos bei der Startaufstellung, die Standardverspätungen beim Start (Jaja, Nebel im Wald...), die dubiosen Wertungen und die heuer viel zu schwer gewählten Tracks.

Leider wurden heuer einige Motorräder gestohlen. In diesem Fall aus den Autos. Die bewachte Halle war sicher.
Grundsätzlich ein schönes Rennen. Es herrschten wettertechnisch heuer sicher erschwerte Bedingungen – Trotzdem: Es sind Verbesserungen möglich....

 

Bericht und Foto: Enduro-Austria, R. W.

Videoquellen: King of the Hill 2017 - Prologue Highlights by Lutzifer Videographer, KOTH Day 2 Start Finish Cuvin Panta Mare, etc by Lutzifer VideoGrapher