Am letzten Juli-Wochenende des so verregneten Sommers 2011 fand sich die Enduro-Gemeinde aus Nah und Fern in der vom einstigen Steilhang-Rennen berüchtigten Region Rachau/ Glein, ein. Da es die Tage vor dem Renn-Wochenende immer wieder regnete, war die Strecke sehr durchfeuchtet.  Sie führte über Hohlwege, wurzelige Auffahrten, schnelle Forstwege und langsame Single-Trails durch ein Gelände, das sich jeder Enduro-Fahrer vor seiner Haustür wünscht. In den 70ern wurden in der Nähe sogar einmal die Sixdays ausgetragen. Auf der ca.13-minütigen Runde ging es steil bergauf und bergab, ein wenig Können war jedenfalls gefragt. Mit viel Kampfgeist  war die gesamte Strecke aber für Jeden zu bezwingen..

Veranstalterhomepage und offizielle Ergebnisse: www.enduro-trophy.at
Fotos/Videos: Enduro-Austria Foto-und Videoseite mit 10 Minuten Video vom Rachau Enduro
Weitere Bilder: www.sportpixel.eu

Die Selektivität der Strecke konnte von den Fahrer dann auch gleich im Training von 9 bis 10 Uhr geprüft werden. Schnell wurde klar, dass die Schlüsselstelle des Rennens unter anderem eine Forstwegauffahrt nach dem Start werden wird, denn schon im Training gab es hier einiges an Stau. Tiefe Furchen ließen so einige Motoren überhitzen. Der Veranstalter wollte diesesmal den sonst am Nachmittag startenden Klassen auch einmal eine jungfräuliche Piste gewähren und drehte die Startreihenfolge der Klassen von Vormittag auf Nachmittag um.

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Somit startete als erstes die Klasse E3 vor E1 und den Senioren am Vormittag. Bevor noch um 11 Uhr der erste Schuss fiel, heulten schon einige Motoren frühzeitig auf und leider gingen ein paar Fahrer mit einem Frühstart ins Rennen. Diese wurden dann richtigerweise am Ende des Renntags mit Strafzeiten zurückgereiht.  Der Rennverlauf am Vormittag zeigte schnell wie anspruchsvoll dieses Gelände ist, denn bei etlichen Geräten kochte nicht nur der Motor, sondern auch der Kopf und die Streckenposten mussten so einigen fluchenden Fahrern weiterhelfen. 
Kurz vor 14 Uhr stellten sich die Klassen Junioren und E2 auf der Startwiese auf. Das Wetter war immer noch trüb und feucht, dadurch wurde die Strecke am  Nachmittag nicht besser und somit waren die Starter des Nachmittags auf schwere Bedingungen eingestellt. Teilweise regnete es leicht und die Waldauffahrt war mittlerweile so tief, dass die Motorräder bis zur Sitzbank verschwanden. Nach der ersten Runde lichtete sich das Feld und ein, naja flüssiger, Rennverlauf war  gegeben. Mittlerweile wurden die Furchen im Waldboden Stellenweise so tief, dass man sie ohne Hilfe der zahlreicher Zuseher und Fahrerkollegen nur schwer durchfahren konnte. Sogar die Spitzenfahrer vom Vormittag hatten wohl Mitleid mit den Nachmittagsgruppen und standen mitten im Dreck um den Fahrerkollegen weiter zu helfen.

Der Rennverlauf aller Klassen war sehr spannend, es gab viele Führungswechsel sowie Ausfälle durch technische Gebrechen. In der Klasse E3 gewann schlussendlich Pöschl Rudi vor Sailer Roland, der durch einen vermeintlichen Frühstart Strafzeit bekam, und so den Sieg abgeben musste. Dritter wurde Hirschmann Willi (E.A.R.T.). In der Klasse E1 siegte Würger Hannes vor Strengberger Christian und dem aus dem Ruhrgebiet angereisten Ludwig Roy.  In der Klasse Senioren konnte sich Lechner Gerhard vor dem Lokalmatador Schopohl Günter und Schwenner Hugo durchsetzen. In der Klasse Junioren gewann Hostinsky Thomas, welcher sich auch die Overall-Wertung mit der schnellsten Tagesrunde sicherte, vor Enöckl Lars und Schöpf Bernhard. Die Klasse E2 dominierte Stocker Daniel, der es fast schaffte, das gesamte Fahrerfeld zu überrunden, vor Wibmer Matthias und dessen Team-Chef Walzer Bernhard. Auch sehr erwähnenswert die Leistung der 5 Damen an diesem Tag, die alle tapfer die Runde meisterten.

Elf Team Trophy
Am Sonntag ging auf der selben Strecke der letzte Lauf zur Elf Team Trophy 2011 über die Bühne. Der Veranstalter scheute keine Kosten und Mühen und fuhr kurzerhand mit einem  Bagger durch die Strecke, um die schwierigen Passagen wieder fahrbar zu machen. Gewinnen konnte das Team Pöschl/Bierbaumer vor Brandauer/Enöckl und Kofler/Steiner.
Die beiden Rennen boten den Zusehern Endurosport hautnah, denn diese hatten die Gelegenheit durch kurze Fußmärsche die spektakulärsten Passagen zu besichtigen.  Auch für ihr leibliches Wohl wurde gut gesorgt. Dieses erstmals ausgetragene Endurorennen in Rachau/ Glein kann in die Liste der Top-Rennen aufgenommen werden ... wir freuen uns auf das nächste Jahr!