Endurofahren macht Spaß. Das artverwandte Snowmobilfahren ebenfalls. Aber warum nicht beides vereinen? Vergangenes Wochenende durfte Enduro-Austria beim Test der YETI SNOW MX Antriebe auf der Turracher Höhe dabei sein. Eine Mischung aus Medien, Händlern aus dem In-und Ausland, Rennveranstaltern und Tourenveranstaltern waren vor Ort. Auch ein polnischer Snowmobile-Weltmeiser gab sich die Ehre…

 

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Was ist eigentlich YETI SNOW MX?

Stephan Flatau von „bike and ski GmbH“ aus Bayern hat den Testtag ins Leben gerufen um diesen Antrieb vorzustellen. Der bayrische Motorsportler betreibt eigentlich ein Fachgeschäft für Fahrräder und Ski, ist aber auch Generalimporteur für diese Schnee-Antriebe für Motorräder. Außerdem veransaltet die Firma coole YETI SNOW MX Touren in Schweden.

Der Antrieb ist aus Carbon gefertigt, besteht aus 7-14 Schichten und bringt fertig montiert ein Gesamtgewicht von ca. +4kg auf das Seriengewicht der Enduromodelle auf die Waage. Die Kits gibt es für alle gängigen Enduro-Hersteller. Die Leistung sollte bei den 2-Taktern mindestens der einer 300er entsprechen und bei den 4-Taktern sollte es schon eine 450er sein. Der Antrieb steht in mehreren Längen zur Verfügung und bringt verschiedene Wendigkeiten.

 

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Montage:

Stephan Flatau: „Man demontiert die Heckschwinge und den dazugehörigen Stoßdämpfer der Enduro. Anschließend wir die Schwingenaufnahme entfernt und der YETI SNOW MX Antrieb mit dem selben Bolzen wieder montiert. Statt dem Stoßdämpfer wird noch ein Stabilitäts-Stab angebracht. Die Hinterradbremse wird dann noch nach oben rechts anstatt der Vorderradbremse verlegt.
Dann habe ich hinten meine Kettenbremse. Der Primärantrieb geht über die kurz gehaltene Kette und den Sekundärantrieb, und dass ist der Unterschied zu anderen Herstellern, haben wir über einen Keilriemen gemacht. Das heißt, ich kann am Berg, je nach Gelände, händisch die Übersetzung sofort wechseln indem ich die durchsichtige Schutzkappe mit Schnellverschlüssen abnehme und die Einstellungen vornehme.“

 

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Ski Vorne:

Der Ski ist im Moment Markführer - Auf Grund der eigenwilligen Konstruktion mit 2 gebogenen Hälften die gesamt 3 Kanten ergeben. Dadurch erhält der Ski eine sehr gute Griffigkeit auf härterem Untergrund einerseits und er schwimmt aber im tiefen Schnee trotzdem schön auf. Die Umsetzung der Aufnahme erfolgt mit Karbonplatten und nicht mit Stahl oder Titan. Das bringt zusätzliche Flexibilität in die Seitenbewegung.

 

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Wie lange dauert so ein Umbau? Laut Flatau benötigt man beim ersten Mal ca. 2 Stunden. Wenn man allerdings einmal weiß wie es geht braucht man nur mehr die Hälfte der Zeit.

Warum so etwas kaufen?

Leute die ein Snowmobile besitzen und auch Enduro fahren haben 2 komplette Motorsportgeräte zu Hause stehen die natürlich auch gewartet werden müssen. 2 Motoren etc. Mit diesem Antrieb kann man beides vereinen und hat noch dazu mehr Feeling vom Motorradfahren. Außerdem sind sie viel leichter zu transportieren. Auf einen Pick-Up passen da gleich mal 3 von den Dingern drauf.
In Kanada und Amerika gibt es mittlerweile ganze Rennserien wo mit diesen Antrieben gefahren wird. Meistens mit Flying – Start wie bei den Snowmobilrennen. Da fahren auch bekannte Motorsportler wie Ronnie Renner oder Robbie Maddison mit, die ebenfalls bereits ihre Snowmobile beiseite gestellt haben und begeisterte YETI-Fahrer geworden sind.

 

 

YETI ist eigentlich „CS Motorsport“, eine erfahrene Firma die viele Jahre für Snowmobile-Hersteller zugeliefert hatten. Irgendwann haben sich die Jungs dazu entschlossen selbst etwas zu bauen.
Der Antrieb fängt bei 8500,-- Euro an und kommt mit einzelnen Komponenten wie zB. noch besseren Stoßdämpfern etc. auf knapp 10000,-- Euro. Die Antriebe können direkt bei Bike and Ski GmbH bezogen werden.

 

 

YETI SNOW MX Touren:
Wer sich nicht gleich selber einen Antrieb leisten will kann das alles aber trotzdem selbst ausprobieren. Bike and Ski GmbH veranstaltet Yeti-Schnee-Touren in Schweden! Einfach mal „bike and Ski GmbH“ kontaktieren!! Die Kontaktdaten findest du am Ende des Artikels!

 

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Enduro-Austria Fahrerlebnis:
Gebaut sind diese Antriebe natürlich nicht vorwiegend für eine knüppelharte Kunstschneepiste. Leider war am Testtag noch nicht mehr vom schönen Weiß vorhanden. Zur Verfügung standen eine 501er Husqvarna von Bike and Ski GmbH und eine 450er KTM von KTM Griesser Motorsport.

Etwas skeptisch haben wir uns beim erstem Mal auf die 501er Husqvarna gesetzt. Der Gedanke: Der Ski muss ja bei der ersten Schrägfahrt gleich wegrutschen. Lieber erst mal eine Runde im Flachen Gelände um das Einsatzgerät kennenzulernen.
Klar, da kann man nicht um die Ecke lenken wie mit einem Motorrad. Aber nach der einen Schleife im Startbereich habe ich gleich den Hahn aufgedreht und die 501er beschleunigte auf dem Skihang als ob er aus griffiger Erde wäre. Man kann da ganz normal raufschalten und das Gerät hat immer Grip.

Und auch wenn das Heck mal ein wenig ausbricht ganz entspannt dagegen arbeiten wie sonst auch. Einzig die engen Kurven auf der harten Piste waren am Anfang etwas ungewohnt. Hat man allerdings einmal Vertrauen in den Ski vorne, der übrigens ebenfalls mehr Spurtreue bringt als zuerst vermutet, dann kann man sich schon mal ein wenig reinlegen. Am Ende des Test hatten wir richtige kleine Anlieger in den Schnee gefahren.

Trotz der harten Piste ein geiles Erlebnis und wenn man bereits Endurofahrer ist fällt die Umstellung sehr leicht. Im Tiefschnee muss das der absolute Wahnsinn sein. Enduroschweben im Schnee würde ich es nennen. Das Schnee-Tourenangebot ist jedenfalls näher anzusehen…

Kontakt und alle Infos auf: http://www.bikeandskigmbh.de

Hersteller: https://yetisnowmx.ca/

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Bericht und Fotos: Enduro-Austria, M.M.