Schulterluxation beim Training: Florian Reichinger - Verletzung am Saisonbeginn und –ende. Robert Schimmerl und Bernhard Stöckl vom Therapiespezialisten STEP in Lochen am See haben alle Hände voll zu tun. Das herausfordernde Objekt heißt Florian Reichinger. Denn der 22-jährige Minderfinger ist Dauerpatient und hat eine schmerzvolle Saison hinter sich. Nach dem Kreuzbandriss Mitte Jänner beendet der Husqvarna-Pilot die Saison mit einer schweren Schulterluxation. Passiert ist das beim Training in Sollern...

 

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17 Rennen, 13 Mal am Podium, Junioren-Vizestaatsmeister

In Anbetracht der Umstände war 2016 für Reichinger ein höchst erfolgreiches Jahr: 17 Rennen hat er heuer absolviert, 13 Mal stand er dabei am Podium. Dazu kommen noch der hervorragende neunte Platz mit dem österreichischen Junioren-Nationalteam bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Spanien und der Vizestaatsmeistertitel bei den Junioren.

Kreuzbandriss, Gehirnerschütterung, Schulterluxation

2016 war für den jungen Oberösterreicher aus dem Terra X-Dream-Rennstall vor allem ein schmerzhaftes Jahr.

Schon der Start in die Saison verlief denkbar ungünstig. Beim Hallentraining zog sich Reichinger Mitte Jänner einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Nur wenige Tage später wurde unter der fachkundigen sporttherapeutischen Anleitung von STEP Lochen mit einer ausgeklügelten Therapie und einem speziell abgestimmten Training begonnen.

 

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Beim zweiten Enduro Masters-Saisonrennen in Reisersberg Ende Mai produzierte der junge Munderfinger erneut einen schweren Abgang. Nach einer heftigen Gehirnerschütterung mit Krankenhausaufenthalt musste er eine Rennpause einlegen und das Projekt Titelverteidigung in der Klasse Profi Einzel der Enduro Masters-Serie endgültig abhaken.

Die Klammer eines „nicht ganz optimalen Jahres“ (Reichinger) schloss sich nun beim Training auf der Heimstrecke in Sollern. „Eigentlich war es nur ein kleiner Ausrutscher. Die Auswirkungen waren aber größer. Habe mir die Schulter ausgekugelt. Wieder links, das dürfte meine schwächere Seite sein“, ist Reichinger aber schon wieder zu Scherzen aufgelegt.

Knochen heil, Bänder beleidigt

Im Krankenhaus Braunau wurde die Schulter wieder in die dafür vorgesehene Position gebracht. Von Knochenbrüchen blieb Reichinger verschont, einige Bänder sind jedoch eingerissen. „Jetzt heißt es wieder einmal, brav schonen und fleißig Physio bei STEP Lochen machen. Und dann hoffe ich, dass ich bald wieder fit bin. Diesbezüglich habe ich heuer ja wirklich viel gelernt. Letztlich haben mich die Blessuren sogar stärker gemacht“, grinst der Husqvarna-Pilot. Das kaputte Kreuzband bleibt vorerst, wie es ist: „Wenn es so gut weiter geht, lasse ich das in 20 Jahren mal herrichten.“

 

Report: H Wetzelsberger, Foto: Gorodniakova