Momentan sind die Österreicher im Endurosport stark im Aufwind. Nach dem 9. Platz beim ISDN geht’s auch beim Extrem-Enduro dahin. Philipp Bertl und Lars Enöckl fahren in der Weltelite mit. Aber was macht dieses Getzenrodeo so besonders, dass alle Stars dort mitfahren! Der größte Unterschied zu normalen Endurorennen ist die Stimmung. Auf der ca. 5km langen Strecke sind insgesamt weit mehr als 10000 Zuseher.

 

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Link: Hier geht's zu vielen Videos des Rennens

 

In der ehemaligen DDR, genauer gesagt in der Nähe von Chemnitz und Zschopau ist der Endurosport genauso beliebt wie bei uns das Skifahren. Der Unterschied zu unseren Rennen ist so wie der von der Abfahrt in Beever Creek zum Nacht-Slalom in Schladming. Für dieses Extrem-Enduro kann man sich de facto nicht anmelden. Man wird ausgesucht! Relativ praktisch für die Auserwählten, denn man zahlt kein Startgeld, und man wird gratis verköstigt, sogar die Betreuer. Dafür muss man sich die Finger wund schreiben bei der Autogrammstunde.

Von den besten österreichischen Hard-Enduristen gaben sich 3 Mann die Ehre. Lars Enöckl, der frisch gebackene Sea-to-Sky Sieger und auch Philipp Bertl lies sich dieses Rennen nicht entgehen. Einziger österreichischer Privatier im 39 Mann starken Feld war Manuel Jestl, welcher sich in letzter Zeit immer zum Extrem-Enduro Rider spezialisiert.

Das Rennen teilt sich in ein 2h Rennen zur Qualifikation und einen 5 Runden dauernden Finallauf, wobei in diesem Finale nur die besten 12 Fahrer starten dürfen. Die Strecke kann man als Naturstrecke bezeichnen. Fast keine künstlichen Hindernisse. Länge ca. 5km. Senkrechte Kanten und Abfahrten bei denen Profis verzweifeln gibt es mehr wie ausreichend. Schwierigkeitsgrad??? Für Normalsterbliche unbezwingbar. Graham Jarvis hat die letzten Rennen gewonnen. Jeder, der sich mit Endurosport beschäftigt, weiß was das heißt.

Qualifikation: Hinter Gomez, Walker, Jarvis und Roman folgt gleich Lars Enöckl als 5.
Philipp Bertl wurde 8. und Manuel Jestl 13.
Der 13. Platz ist in diesen Fall leider eine Unglückszahl. Ein Platz zu schlecht für das Finale. Schade, aber als Hobbyfahrer eine gewaltige Leistung.

Link zum Veranstalter: www.getzenrodeo.net

 

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Hauptrennen: Es geht in die andere Richtung. Jonnie Walker bestimmt das Tempo und begeht ein paar Fehler die Graham Jarvis mit abgeklärter Routine ausnutzt. Alfredo Gomez und Mario Roman quetschen sich auch noch an Walker vorbei. Philipp Bertl wurde nach schlechtem Start mit überlegter Fahrweise 8. mit der gleichen Rundenanzahl wie Jarvis. Lars Enöckl hatte an 5. Stelle Wasserkontakt in einem Bachbett und bekam den Motor nicht mehr zum laufen.
Bester Deutscher wurde Gerhard Forster als 12.

Die Teilnehmer konnten nur positives vom Rennen berichten. Wäre nett, wenn man beim nächsten Getzenrodeo im Kreis der wenigen auserwählten wäre. Leider wird das vermutlich nichts für Ottonormalendurist. Fürs Zuschauen muss man vertretbare 5 Euro löhnen. Bei mindestens 10000 Zuschauern weiß man dann, warum die Fahrer hier nichts zahlen müssen. Es gibt sogar Preisgeld.

Ein interessantes Detail am Rande ist der Name Getzen. Ein Getzen ist ein Gericht welches, na sagen wir mal so: Es ist nicht jedermanns Sache → So wie das Getzenenduro. Die Zutaten dafür findet man auf der Strecke: Ofenrohr Auffahrt, Zwiebelschale, Kartoffelreibe, Speckschwarte, Buttermilchrinne → Das alles ergibt einen Getzen. Nichts für jedermann. Aber manchen taugts so richtig.

 

Bericht: Enduro-Austria

Foto2: sbPhotografie