Croatia Rally vom 17. bis 22 Mai 2015 - Primosten Kroatien: Für diese Rally habe ich mal wieder meine geliebte KTM 690 Rally Baujahr 2008 ausgepackt. Ist zwar schon alt für ein Rallygerät, wird aber mit Hilfe einiger Partner in „Schuss" gehalten: Fahrwerksservice von HASLACHER, Schalldämpfer und somit Erfüllung der Lärmlimits von REMUS, Verschleißteile (und auch Fahrerausrüstung) von AUNER und ECKL, sämtliche Flüssigkeiten von SHELL...

0528 krei1

Die Anreise

Es gibt keine zweite Rally die von Österreich aus in so kurzer Zeit erreichbar ist: 8h mit dem Klein-LKW ist eine Sensation für ein Rennen auf diesem professionellen Niveau.

Die Abnahme

Papier- und technische Abnahme sind rasch erledigt. Dann ICO (Fahrtstreckenmesser) auf Testkilometer kalibrieren. Das war es dann schon mit den Aufgaben am Samstag.

Das Rennen

Zur Klasseneinteilung: Die Croatia-Rally ist ein Rennen bei dem Motorräder von der leichten Sportenduro bis 2-Zylinder Maschinen teilnehmen. Die Strecke ist für alle diese Motorräder mehr oder weniger befahrbar, die Sportenduros haben bauartbedingt und aufgrund der teilweise sehr engen Streckenführung einen großen Gewichts- (ca. 60kg auf meine KTM 690 Rally) und Handlingvorteil (Radstand und Schwerpunkt). Beachtlich, dass auch einige Zweizylinder die Strecke in Angriff genommen haben.

0528 krei2

Sonntag 17. Mai – Prolog

In den Weingärten in 20km Entfernung von Primosten. 90 Fahrer sind am Start, Zeitabstand: 1 Minute. Viele Navigationsanweisungen auf kurzer Strecke! Eine Auffahrt war fahrtechnisch die Herausforderung für einige Fahrer: kein Anlauf und lose Steine.

3. Platz (1. Platz Rally-Motorräder)

Montag 18. Mai – 1. Etappe

Start 8 Uhr morgens bei bestem Wetter / ca. 250 km, 90 Fahrer am Start. 2 Sonderprüfungen

Schaut euch die Fotos an – es ist ein Privileg in einer so phantastischen Region ein Rennen fahren zu dürfen.

2. Platz (1. Platz Rally-Motorräder)

Dienstag 19. Mai – 2. Etappe

Start 6 Uhr wieder bei strahlendem Sonnenschein / 398 km, über 550 Roadbookbilder, teilweise alle 20m. Zwei Sonderprüfungen, wobei die erste enorm schnell ist und die zweite vom Untergrund schwierig zu fahren ist: viele Steinstufen und lose grobe Steine sowie eine endlose Abfahrt, gesät mit Löchern und engen Kurven. Das Roadbook kann ich nur mehr per Handrad bedienen, da sich die Madenschraube im Roadbook gelöst hat – die Hand vom Lenker zu geben fordert jedes Mal Überwindung, da der Untergrund sehr unruhig ist.

3. Platz gesamt (1. Platz Rally-Motorräder).

Mittwoch 20. Mai – Ruhetag. Motorradservice, beide Reifen wechseln, Bremsbeläge hinten. Roadbookhalter repariert. Check des gesamten Motorrades. Chillen.

Donnerstag 21. Mai – 3. Etappe

Am Start noch bewölkt, ca. 350 Kilometer. Bereits kurz nach dem Start beginnt es stark zu regnen – bis zum Start der ersten Sonderprüfung sind alle bis auf die Haut nass – egal.

Wie immer „tricky" zu navigieren. Fahre die Verbindungsetappen wenn es geht immer als erster – es macht mir enorme Freude im Gebüsch, Wald und auf einer unberührter Wiese den Weg zu finden: that´s Rally.

Jetzt zeigt sich, dass mein Motorrad in die Jahre kommt: Lenker-Fernbedienung des ICOs fällt aufgrund des starken Regens aus. Muss wieder bei jeder Kalibrierung der Wegstrecke die Hand vom Lenker nehmen.

2. Platz (1. Platz Rally-Motorräder). Eine Sonderprüfung gewonnen, einmal Zweiter.

Freitag 22. Mai – 4.Etappe

Start 7 Uhr 30, es starten nur mehr 44 Fahrer. Das Rennen wird aufgrund des äußerst rutschigen Untergrundes nach der ersten Sonderprüfung abgebrochen.

4. Platz gesamt (1. Platz Rally-Motorräder)

Großes Lob an den Veranstalter: Roadbook ist sehr präzise geschrieben! Und erst die Landschaft!!! – Doppelt so viele Kilometer am Tag und ein großer Sandhaufen und „Dakarfeeling" wäre perfekt.

1. Andrea Tronconi; 3h 21min 21 sec; KTM 350 EXC

2. Stefano Fasani: + 2:06 min, Beta 450 RR

3. Ferdinand Kreidl, +6:20 min, KTM 690 Rally (1. Platz Rally-Motorräder)

4. Valentini Caruso; + 23:51 min, KTM 450 EXC

5. Michael Migutsch: + 25,34 min, Husaberg TE

20. Günter Lasselberger,+ 1h15:09min KTM 690 Rally-Raidumbau (5. Platz Rally-Motorräder)

Günter Lasselsberger – mein Freund und Vereinskollege Offroadgang - hat vor der Croatia Rally nur die Legends-Rally auf Sardinien bestritten. Die Legendsrally ist eine dreitägige Roadbookrally ohne Zeitwertung. Die Croatia war seine erste Rally unter „zeitstress" – tolles Ergebnis! Der Vorjahressieger Nicola Tonetti hat nie in die Entscheidung eingreifen können und hat mit einem Rückstand von 32:03min den 9. Platz belegt.

Was steht an?

Bisher habe ich immer die „Mechanik" und die „Optik" meines Motorrades instand gehalten – jetzt wird auch die Elektrik fällig.

Keep in touch! (Quellen: Kreidl)