Terra X-Dream mit Feichtinger-Mühlbauer, dem Reichinger-Doppelpack und Mittendorfer am Start. Der Erzberg krönt neue Könige. Einige hat er aber auch schon gestürzt. Beim härtesten Endurorennen der Welt treffen sich von 4. bis 7. Juni 2015 wieder alle Schmerzbefreiten der Offroad-Welt im steirischen Eisenerz. Beim ultimativen Erzbergrodeo mit dabei ist auch der Terra X-Dream-Rennstall mit Florian und Philipp Reichinger, Michael Feichtinger-Mühlbauer sowie dem Trial-Spezialisten Kevin Mittendorfer...

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Qualen inklusive

Sein Ruf ist längst um die Welt gegangen: Der Berg aus Eisen zieht seit zwei Jahrzehnten die weltbesten Enduro-, Trial- und Motocross-Piloten und Hundertschaften ambitionierter Amateure an. Auch heuer werden es wieder mehr als 1.500 aus 38 Nationen sein. Alle wollen beim Höhepunkt des Erzbergrodeos dabei sein: Beim Red Bull Hare Scramble am 7. Juni werden jedoch wieder nur einige wenige Piloten das Ziel sehen. Der Rest wird sich und ihr Material beim Versuch, sich gegen die Fahrphysik zu stemmen und möglichst viele Checkpoints zu erreichen, bis an die Grenzen quälen.

Reichinger im Vorjahr bei Checkpoint 14

Bei seinem allerersten Erzberg-Auftritt hat es Florian Reichinger (Husqvarna) im Vorjahr gleich bis Checkpoint 14 geschafft. „Eigentlich ist es ganz gut gelaufen. Aber am Ende war ich völlig leer", erinnert sich das 20-jährige Talent aus Munderfing an seine Premiere. Er weiß, dass man sich für den Erzberg zwar Ziele stecken kann, diese aber besser für sich behält. „Es gibt Millionen Möglichkeiten, das Motorrad oder sich selbst aufzuarbeiten. Dann kann das Rennen ganz schnell vorbei sein." Selbst mit zig-fachen Weltmeistern kennt der Erzberg kein Pardon.

Feichtinger-Mühlbauer will rechtzeitig fit werden

Der Bändereinriss im linken Knöchel, den er sich Anfang März unmittelbar vor Saisonstart zugezogen hat, bremst Florian Reichinger derzeit noch immer. „Ich hoffe, dass bis zum Erzberg-Wochenende alles wieder paletti ist." Rekonvaleszent ist auch Michael Feichtinger-Mühlbauer noch. Der 21-jährige Terra X-Dream/Husqvarna-Pilot aus Schalchen hat einen tollen Saisonstart hingelegt und den ersten Enduro-Staatsmeisterschaftslauf gewonnen. Kurz darauf hat er sich jedoch beim Training eine Rippe gebrochen und musste den zweiten ÖM-Lauf auslassen. „Ist schon so gut wie vergessen", zeigt auch Michael Feichtinger-Mühlbauer, dass er einiges einstecken kann.

Trial-Spezialist Mittendorfer mit guten Voraussetzungen

Ein gutes Rennen traut Terra X-Dream-Chef Joe Lechner, der der Erzberg selbst zwei Mal bezwungen hat, auch dem jungen Ohlsdorfer Kevin Mittendorfer zu. Der 22-jährige Husqvarna-Pilot war 2011 Trial-Juniorenstaatsmeister. „Für das Rennen am Sonntag sind das grundsätzlich sehr gute Voraussetzungen. Natürlich wird es auch darauf ankommen, aus welcher Startreihe Kevin starten kann", meint Lechner. Die Startaufstellung für das Hare Scramble am Sonntag ergibt sich aus den Prologergebnissen. Bei diesem Rennen am Freitag bzw. Samstag geht es mit vollem G'schäft über die Erzberg-Trassen hinauf auf den Gipfel.

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35 ultraharte Kilometer: Das Erzbergrodeo 2015 in Zahlen

Das Erzbergrodeo findet heuer zum 21. Mal statt
Über 1.500 Starter. Die besten 500 qualifizieren sich für das Red Bull Hare Scramble, das als härtestes Endurorennen der Welt gilt. Start dieses Hardcore-Rennens ist am Sonntag, Punkt 12.00 Uhr Mittag. Renndauer: 4 Stunden. Die Strecke 2015 führt über 23 Checkpoints, davon 16 No Help-Zonen. In diesen No Help-Zonen dürfen sich Fahrer nur gegenseitig helfen, Hilfe von außen ist nicht erlaubt. Gesamtstrecke Red Bull Hare Scramble: ca. 35 Kilometer

Die berüchtigtsten Streckenabschnitte: Grundsätzlich kann schon ab dem ersten Meter viel passieren. Richtig kernig wird es hier:

Überall im Wald (und es geht oft durch den Wald beim Red Bull Hare Scramble): Dort lauern gemein glitschige Steine und Wurzeln. Dazu ist es oft höllisch steil. Alternative Linien sind Fehlanzeige, es gibt meist nur einen Weg.

Wasserrohr: Eine mächtig lange, steile Auffahrt, null Anlauf und loses Geröll. Für die Top-Piloten kaum ein Problem. Wird aber mit Fortdauer des Rennens immer kniffliger. Rauchende Motoren garantiert.

Schrägaufzug: Steil + technisch schwierig.

Carl's Dinner: Mannshohe Felsbrocken auf einer Länge von mehreren hundert Metern. Wer diese extreme Passage gemeistert hat, darf berechtigte Hoffnungen auf eine Zielankunft haben – sofern Zeit und Kraft dann noch reichen.
NEU 2015: Carl's Dinner muss von den Teilnehmern zwei Mal gewältigt werden - es werden zwei Fahrspuren installiert, die Fahrer werden sich also bei Hin- und Rückfahrt begegnen.

Dynamite: Eigentlich was für Bergsteiger. Das Motorrad muss halt auch irgendwie rauf. Die letzte große Challenge vor dem Ziel in der Erzberg-Arena.

Die Favoriten 2015

Vorjahressieger Jonny Walker (UK/KTM)
Graham Jarvis (UK/Husqvarna)
Taddy Blazusiak (POL/KTM)
Alfredo Gomez (ESP/Husqvarna)
Andreas Lettenbichler (GER/KTM)
Ben Hemingway (UK/Beta)
Dan Hemingway (UK/Beta)
Wade Young (RSA/KTM) etc.

Das Terra X-Dream/Husqvarna-Team für den Erzberg 2015

Michael Feichtinger-Mühlbauer, Schalchen
Florian Reichinger, Munderfing
Philipp Reichinger, Munderfing
Kevin Mittendorfer, Ohlsdorf

Die Erzberg-Sieger 1995 – 2014

2014: Jonny Walker (UK, KTM)
2013: Graham Jarvis (UK, Husqvarna)
2012: Jonny Walker (UK, KTM)
2011: Taddy Blazusiak (POL, KTM)
2010: Taddy Blazusiak (POL, KTM)
2009: Taddy Blazusiak (POL, KTM)
2008: Taddy Blazusiak (POL, KTM)
2007: Taddy Blazusiak (POL, KTM)
2006: David Knight (UK, KTM)
2005: David Knight (UK, KTM)
2004: Chris Pfeiffer (GER, Gas Gas)
2003: Cyril Despres (AND, KTM)
2002: Cyril Despres (AND, KTM)
2001: Juha Salminen (FIN, KTM)
2000: Chris Pfeiffer (GER, Gas Gas)
1999: Stefano Passeri (ITA, KTM)
1998: Giovanni Sala (ITA, KTM)
1997: Chris Pfeiffer (GER, Gas Gas)
1996: Chris Pfeiffer (GER, Gas Gas)
1995: Alfie Cox (RSA, KTM)

Quelle: Wetzelsberger, vollewäesch.com

Foto2: Niki Peer