Der neue Österreicher im KTM Werksteam bilanziert nach mehr als sechs Monaten intensiver Vorbereitung. Kurz vor Weihnachten reduziert Matthias Walkner die Taktzahl: „Zu Weihnachten bin ich zu Hause und da lasse ich es ein paar Tage ruhiger angehen." Am 29. Dezember beginnt für Matthias Walkner dann das größte Abenteuer seiner bisherigen Karriere.

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Gemeinsam mit dem KTM Werksteam wird er in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires das Neue Jahr begrüßen und seine erste „Rallye Dakar" in Angriff nehmen: „Ich habe mich in den letzten Monaten gründlich vorbereitet. Der Rallye-Sport ist ungemein komplex. Da muss man an vielen Schrauben zugleich drehen."

Zuallererst musste der gelernte Weltklasse-Motocrosser seinen Fahrstil an die Rallye-Anforderungen anpassen: „Fahrerisch sind das zwei verschiedene Welten", sagt Walkner: „Beim Motocross musst du in kurzer Zeit die maximale Leistung abrufen. Bei Rallyes geht es aber darum, über Stunden konstant schnell zu sein. Deswegen muss man zum Beispiel auch eine ganz andere Position am Motorrad finden. Es geht darum, ökonomisch und kraftsparend am Bike zu stehen. Zugleich muss man jederzeit bereit sein, sehr plötzlich auf ein Hindernis oder eine gefährliche Stelle reagieren zu können." Daran hat der 28-jährige Salzburger bei zwei Trainingslagern in Spanien zusammen mit KTM Teamleader Marc Coma sehr intensiv gearbeitet: „Meine Freunde sagen, dass ich mittlerweile auch beim Motocrossen ganz anders am Motorrad stehe."

Auch der Umstieg auf sein neues Arbeitsgerät war mit sehr viel Detailarbeit verbunden: „Ich habe mich auf der 'KTM 450 RALLY' von Anfang an sehr wohl gefühlt. Doch braucht es gut 50 rennmäßige Fahrstunden, um sich an das Limit des Motorrades heranzutasten. Dann bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie die Maschine in extremsten Fahrsituationen reagiert. Bei der Abstimmungsarbeit sind mir meine vielen Testkilometer als KTM Entwicklungsfahrer sicher entgegen gekommen."

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Völliges Neuland war für den MX3-Weltmeister von 2012 die Tatsache, dass er als Rallye-Pilot während der Fahrt permanent „lesen" muss. Das Fahren nach Roadbook sei eine eigene Wissenschaft, sagt Walkner. Gerade hier lauern die größten Gefahren für Rallye-Neulinge: „Schon alleine die Vorbereitung und das Markieren des Roadbooks kann entscheidend sein.

Meine KTM Teamkollegen haben mir hier bei unseren Trainingslagern wirklich viele wertvolle Tipps gegeben." Mit speziellen Trainingsmethoden hat Matthias Walkner auch daran gearbeitet, sich die Bilder und Informationen des Roadbooks in Sekundenbruchteilen einzuprägen: „Das ist einerseits eine Frage der Sicherheit. Je mehr ich mir mit nur einem Blick merke, desto seltener muss ich auf das Roadbook schauen – also kann ich mich länger auf das Gelände und die Strecke konzentrieren. Zugleich kann das in Summe auch wertvolle Zeit bringen. Denn bei jedem Blick ins Roadbook drosselt man das Tempo ein klein wenig. Bei insgesamt mehr als 9000 Kilometern können da schon einige Minuten zusammenkommen."

Am 4. Jänner 2015 wird Matthias Walkner in Buenos Aires in seine erste „Rallye Dakar" starten. 15 Jahre nach Heinz Kinigadner ist er der erste Österreicher, der die meist beachtete Langstreckenrallye der Welt im seit Jahren dominierenden KTM Werksteam absolviert. Bis 17. Jänner liegen dann mehr als 9000 Kilometer in Argentinien, Bolivien und Chile vor dem MX-Weltmeister aus Kuchl. Walkners Minimal-Ziel ist, „im Ziel anzukommen und mir nicht weh zu tun." Und als Rennfahrer im besten Sinn des Wortes will Walkner natürlich aufzeigen und sich für mehr empfehlen: „Wenn alles gut läuft, dann würde ich gerne bei einigen Etappen in den Top 5 ankommen. Wenn ich am Ende in der Gesamtwertung in den Top 15 bin, dann wäre ich sehr zufrieden."

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Fotos: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool