Von 13. bis 14. September fand bereits die 2. Auflage des Extrem-Enduro Lika statt. Über 200 Fahrer aus 7 Nationen fanden sich am Rande des Velebit-Gebirges ein, um für nur 60 Euro Startgeld, 2 Tage durch die unberührten Kroatischen Wälder fahren zu dürfen. Obwohl „fahren" oft das falsche Wort war...

0917 lika01

Durch die doch recht lange Anreise herrschte bereits am Freitag reges Treiben im Fahrerlager. Natürlich bei heftigem Regen wurden eifrig Planen gespannt und hurtig die Zelte aufgebaut. Doch mit Einbruch der Dunkelheit verzogen sich die Regenwolken, und man konnte auf ein sonniges Wochenende hoffen. Am Samstagmorgen herrschte zwar noch dichter Nebel, doch so gegen 09.00 Uhr konnte sich die Sonne durchsetzen und bis auf einen kurzen Schauer am Nachmittag hielt das Wetter das ganze Wochenende stand.

Um 09:30 Uhr stand die Fahrerbesprechung am Programm. Durch das bunt gemischte Fahrerfeld wurde alles jeweils in Deutsch, Englisch und Kroatisch vorgetragen. Auch nachträgliche Fragen wurden in der jeweiligen Sprache beantwortet. Es brauchte also niemand Angst zu haben etwas nicht zu verstehen oder niemanden für ein Gespräch zu finden.

Das Feld wurde unterteilt in Expert, Hobby, Team und Veteranen. Die Experten mussten natürlich auch die Expert-Spur wählen, wogegen der Rest des Feldes auf der Hobby-Spur unterwegs war und die schwierigsten Stellen umfahren durfte. Und um eines klarzustellen. Alle hier im Bericht als Hobbyfahrer bezeichneten Fahrer haben nichts mit den Hobbyfahrern zu tun, welche bei uns zu Hause herumjammern wenn mal bei einem Enduro Rennen eine Wurzel im Weg ist oder es ein bisschen steiler bergab geht. Denn auch die Hobbyspur hier hatte es faustdick hinter den Ohren!

0917 lika02

Um 10 Uhr ging es dann auch schon mit der Qualifikation los. Es galt einen 18 km langen Kurs zu bewältigen. Gestartet wurde einzeln im 30 Sekundentakt. Los ging es mit Enduro-Cross. Baumstämme, Rohre und Baggerreifen galt es zu überwinden bevor es raus in die Wildnis ging. Dann die erste Gabelung. Hobby links und Expert nach oben. Durch den heftigen Regen die Tage davor waren auch die Bodenverhältnisse dementsprechend. Die ersten Fahrer konnten sich noch „relativ" leicht nach oben kämpfen. Doch mit jedem Endurist wurden die Spurrillen tiefer und somit half nur eins: Vollgas und nicht in der Spur steckenbleiben. Endlich oben, ging es auch schon wieder runter ins Tal. Ab jetzt verliefen Hobby- und Expertspur wieder zusammen.

Weiter ging es über Steine, Bachbette und Singletrails. Schwierig, aber alles fahrbar. Theoretisch hätte man oben am Bergkamm die wunderschöne Aussicht genießen können, doch die meisten hatten nur die Stoppuhr und den daraus folgenden Startplatz am Sonntag vor Augen. Gewonnen hat zum Schluss der Tscheche Volny Martin mit einer Zeit von 23 Minuten 23. Am Abend im Zelt dann die erste Siegerehrung. Der Schnellste seiner Nation bekam einen Wolf aus Glas überreicht. Bester Österreicher wurde übrigens der Kärntner Isopp Manuel vom BuF-Club.

Am Sonntag war dann zeitiges Aufstehen angesagt. Bereits um 8:15 Uhr mussten die Benzinkanister abgegeben werden und wurden dann zur Tankzone gebracht. Um 8:30 Uhr dann Fahrerbesprechung und um 09:00 Uhr wurde bereits der Schnellste vom Samstag gestartet. Zuerst wieder über den Enduro-Cross-Parcours und dann hinaus ins Land des Wolfes wie die Strecke so schön heißt. Anfangs noch über Feldwege und Waldwege dauerte es nicht lange bis das erste Bachbett wartete. Je nach Fahrkönnen standen auch schon die ersten Motorwäschen am Programm. Man will ja mit einem sauberen Motorrad am ersten Checkpoint ankommen. Bis jetzt noch gemeinsam unterwegs durften die Hobbyfahrer nun das Bachbett verlassen.

0917 lika03


Die Experts jedoch mussten weiter den Bach hoch. Kleine Wasserfälle und tiefe Tümpel gab es zu überwinden. Um schneller weiterzukommen bildeten sich schnell „Teams" um sich gegenseitig zu helfen. Im Idealfall hat der Vordere dann auch gewartet um seinen Nachkommenden ebenfalls hochzuziehen. Endlich oben angekommen ging es mal kurz am Bergkamm entlang. Tolle Aussicht und ein bisschen Fahrtwind tat Mensch und Maschine gut. Aber es dauerte nicht lange bis die nächsten Gemeinheiten auf die Fahrer warteten.

Steile Abfahrten, Bachüberquerungen und wieder rauf. Diesmal jedoch nicht im Bachbett sondern durch den Wald. Sah von der ferne nicht so schwierig aus, doch durch den aufgeweichten Boden und den darunter versteckten Wurzeln war eine gute Mischung aus Gas, Gefühl und Gleichgewicht gefragt. Andernfalls hieß es schnell wieder runter und neuer Versuch. So kämpften sich eben alle voran um zumindest mal die Tankzone bei Checkpoint 5 zu erreichen.

Dort angekommen wurden Getränke verteilt und beim Tanken wurde auch sofort geholfen. Und weiter im Programm. Wieder rauf aufs Bike und hoch durch die Schottergrube. So ging es weiter bis zum Ende. Die Bäche wurden tiefer und die Steinstufen höher. Die Waldauffahrten länger und vor allem wurden die Fahrer immer müder. Eine Auffahrt welche am Anfang des Rennens noch als spaßige Vollgasstelle durchging wird nach ein paar Stunden Renndauer eben zur Herausforderung erster Klasse.

Am Ende schafften es 15 Expert-Fahrer und ca. 30 Fahrer in der Hobbyklasse das Ziel innerhalb des 6 Stunden Limits zu erreichen. Wie gesagt, auch die Hobbyspur hatte es in sich. Gewonnen hat schlussendlich Volny Martin vor Cyprian David beide aus Tschechien gefolgt von Spindler Miha aus Slowenien. Bester Österreicher war wieder Isopp Manuel. Nachdem er gerade die Klasse Junior bei der Enduro-Trophy gewinnen konnte nun auch ein Top Resultat beim Extrem-Enduro.

Erste Videos auf Youtube:

Obwohl während des Rennens bestimmt alles und jeder verflucht wurde bin ich mir sicher, dass nächstes Jahr wieder alle Teilnehmer am Start stehen werden. Denn trotz aller Strapazen hat es viel Spaß gemacht und ohne Schweiß kein Preis. Außerdem war die gesamte Veranstaltung top organisiert. Es gab genug Platz zum Campen, die Strecke war gut ausgesteckt, Helfer auf der Strecke, gratis Getränke bei der Tankzone und im Festzelt wurde gut gekocht.

Deshalb freuen wir uns auf Enduro Lika 2015!

Enduro-Austria, Anton Edlinger
Fotoquelle: Croatia Enduro Lika

Facebooklink: https://www.facebook.com/extreme.endurolika