Die Offroad-Weltpresse wurde nach Lulea/Schweden eingeladen um die neue Husqvarna Modellserie 2015 zu testen. Bereits 2014 fand die Präsentation der Modelle im Heimatstaat der Marke Husqvarna statt. Damals in Uddevalla. Diesesmal ging es ganz in den Norden des Wikingerstaates. Was hat sich nun getan bei der neuen Marke? Im Gespräch mit Johannes Ketter, Brand Manager Husqvarna Österreich, sprechen wir die wichtigsten Themen an:

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Wie zufrieden ist Husqvarna mit der Österreichischen Marktsituation? Wie wird das Händlernetz der nahen Zukunft aussehen?
"Wir sind mehr als zufrieden. Es ist im letzten Jahr alles sehr, sehr schnell gegangen. Das Händlernetz steht, seit November sind die Fahrzeuge draußen und mit Jahreswechsel wurden schon über 100 Fahrzeuge bzw. bis Ende Mai 2014 über 330 Bikes in Österreich verkauft. Wir haben uns von Anfang an das Ziel gesetzt, mit 15 Händlern auszukommen. Endgültig werden wir mit 13 Händlern in das Modelljahr 2015 gehen. Wir sind gut aufgestellt und die Händlerabdeckung ist ebenfalls sehr gut."

Die Teststrecke: Der Strand im Wald ?
Wurden wir Journalisten bereits letztes Jahr in Uddevalla mit einer einzigartigen Strecke überrascht, mussten wir ein Jahr darauf feststellen, dass es in Schweden nichts gibt was es eben nicht gibt. Bei der Anreise zum Testgelände wurde beim Blick aus dem Bus für uns klar: Das wird ein Vergnügen. Satte Wald- und Wiesenflächen und dazwischen, zumindest auf den ersten Blick, leicht sandiger Boden. Da werden wir durchsurven...

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Für die ersten zwei Testgeräte wurden die TE 250er Viertakt und die kleine TE 125 Zweitakt eingetragen. Also rein in die Klamotten und gleich mal in den Endurotrack reingestochen. In gewohnter Manier (Schaut ja eh aus wie bei uns daheim) zügig unterwegs, wurde nach dem ersten Bodenkontakt klar: Man lernt nie aus, und schon gar nicht in Schweden. Die Strecke hatte keinerlei Auf- oder Abfahrten, zog sich durch Wälder, über Wiesen und Bäche und über Steinpassagen. Allerdings war der Untergrund auf der vorwiegend sehr flachen Strecke einzigartig und ungewohnt. Im Prinzip war es ein ewig langer, enger Pfad zwischen den Bäumen, wobei sich Wurzeln, Waldboden in allen Härtegraden, Baumstümpfe, Steine und vor allem teils sehr tiefer Sand wie am Strand, in so kurzen Abständen abwechselten, dass man permanent verschiedenste Verhältnisse vorfand. Man musste sich sehr konzentrieren und vor allem in den sandigen Passagen nicht das Gas verlieren um nicht über den Lenker abzusteigen. Von einem Sitzen am Motorrad konnte keine Rede sein und auch längere Gas-Passagen waren wohl nicht eingeplant.

Alle Testfahrer waren ziemlich gefordert:
Fazit: Wer wie wir die kleinen Hubräume als erstes getestet hatte, konnte die Favoritenmodelle eigentlich gleich mal abhacken. Gerade die Kleinste der Enduroserie war nämlich am besten durch den Wald zu bewegen. Die TE 125 liegt extrem leicht in der Hand und ist für solch enge und flache Waldpassagen das optimale Einsatzgerät. Die Zeit, die man mit diesem Motorrad in engen Kursen gutmacht, kann niemand mehr mit einem stärkerem Bike aufholen.
Gleich dahinter kommt die TE 250 Viertakt die hier ebenfalls noch gut zu steuern war und auch für einen gröberen Steilhang Reserven bieten würde. Außerdem hat dieses Motorrad einen längeren 6.Gang erhalten, sollte es mal schneller werden.

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Trotz der Leistung der größeren Zweitakter und der FE 350 Viertakt war der Speed auf dieser Strecke sicherlich kleiner. Interessant, dass dann die große FE 450 Viertakter wieder besser zu händeln war, da dieses Motorrad den Vorteil bietet, die Hindernisse weg zu schlucken und im Zweifelsfall auch im tiefen Sand mit einem kleinen Gasstoß die ersehnte Rettung zu bringen. Für den Hobbysportler wieder mal eine echte Alternative. Die ganz große FE 501 ist dann schon was für eingefleischte Fans der Leistungsabteilung. Auf diesem Kurs schwer „Plob" - gefährdet und an ausreichend Kraft sollte es dem Fahrer auch nicht mangeln.

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Wer also im Cross-Country-Betrieb unterwegs ist, sollte sich die „Kleinen" ernsthaft mal ansehen. Im Alltagsbetrieb ist für den ambitionierten Hobbyfahrer bei den 2-Taktern die 250er sicher eine gute Wahl, bei den Viertaktern die 350er. Für jemanden der auch mal größere Endurotouren plant ist die 450er ein interessantes Einsatzgerät, das viele Fehler gutmacht.

Mit welchen Neuerungen der Modelle haben sich die Techniker am meisten beschäftigt ?
Johannes Ketter: „Das Modelljahr 2015 ist eine Evolution der Serie 2014. Wir haben versucht die Modellinie weiterzuführen. Kleine Änderungen wurden verbaut. Die größte Veränderung gibt es seitens des Fahrwerks, speziell auch im MX-Bereich hinsichtlich der Gabel. Bei den Enduromodellen wurde unter anderem auch der Heckrahmen optimiert. Neben weiteren Änderungen ganz wichtig auch die Sitzbank mit einem gröberen Muster im Überzug um weniger zu rutschen und mehr Haftung zum Bike zu erhalten. Auch zwei neue Designs eigens für MX und Enduro wurden umgesetzt."

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Es fällt auf, dass einige österreichische Talente zu Husqvarna gewechselt haben. Bleibt es bei diesen Fahrern oder wird es weitere Änderungen geben ?
„Unser Ziel war es natürlich von Anfang an konkurrenzfähig zu sein. Ganz wichtig ist es uns aber nicht nur kurzfristig Fahrer zu engagieren sondern mittel- bis längerfristig zusammenzuarbeiten und gemeinsam etwas aufzubauen. Ganz wichtig auch die Jugend zu fördern. Diese Fahrer sind speziell im Endurobereich auf Husqvarna ganz stark unterwegs. Wir unterscheiden zwischen nationalen Vertragsfahrern und händlerunterstützten Sportfahrern die den größten Teil ausmachen."

Änderungen an den Enduromodellen:

-Neuer Scheinwerfer und neue Scheinwerfermaske für den markanten Husqvarna-Look
-Gleicher Vorderradkotflügel wie bei den Motocross-Maschinen für einfachere Montage
-Neue CNC-gefräste Gabelbrücken, die auf den neuen Vorderradkotflügel abgestimmt sind
-Verstärkung des hinteren Rahmenauslegers auf der Airbox-Seite, um die Airbox besser abzudichten
-Neues Tachogehäuse verbirgt die Kontrollleuchten außer Fernlicht
-Verbesserte Handguards bieten besseren Schutz vor Schlägen
-Neuer, festerer und strapazierfähiger Sitzbankbezug
-Neue Graphics, die sich von den Motocross-Modellen unterscheiden und eine Weiterentwicklung von Husqvarnas Design und Farbgebung darstellen
-FE 250: längerer 6. Gang für entspanntere Transfer-Etappen
-Neuer Kupplungskorb bei der FE 250 und der FE 350, gewichtssparende Konstruktion
-Neue Vergaserabstimmung bei der TE 125 für optimierte, sanftere Leistungsentfaltung
-Neue Power Valve-Abstimmung bei der TE 250 mit einem Öffnungspunkt 200 U/min höher als bisher, und neue Vergaserabstimmung für eine bessere, sanftere Leistungsentfaltung
-TE 250 und TE 300: Neue, kürzere Übersetzung des E-Starters sorgt für hohes Anfangsdrehmoment und besseren Startvorgang. Neue Dichtung am inneren Kupplungsdeckel für bessere Abdichtung.
-TE 250 und TE 300 sind mit einer neuen, leichteren und effizienteren 3-Ah-Batterie ausgestattet.

In kurzer Zeit doch einiges Neues:
Die Techniker haben also in wenigen Monaten doch einiges an den neuen Husqvarnas verändert. Eine genaue Beschreibung der Änderungen findest du in der angeführten Datei. Mit dem Husky-Style Angebot kannst du dein Bike noch weiter optimieren und dir auch das passende Outfit für dich selbst besorgen.

Vielen Dank an das gesamte Husqvarna-Team für die perfekte Organisation der Präsentation und einen speziellen Dank auch an die Fotografen Sebas Romero und Marco Campelli sowie Eros Girotti (Video) die wie immer mit vollem Körpereinsatz das Ganze mehr als professionell ins rechte Licht rückten.

Actionfotos: Sebas Romero
Studiofotos H.Mitterbauer
Bericht: Enduro-Austria

Link: Alle Änderungen MX und Enduro im Detail
Link zu allen Modellen: http://www.husqvarna-motorcycles.com/de_at.html

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