Was für ein Wochenende. Nach der Rutschpartie von 2013 zeigt sich der Veranstaltungsort Rasa in diesem Jahr von seiner schönsten Seite. 15 Grad, Sonnenschein und ein leichtes Lüfterl welches für permanente Kühlung durch die Fahrershirts sorgte. Heuer startete die Veranstaltung bereits am Freitag mit den ersten Qualifikationsläufen. 2 Läufe waren zu absolvieren, die bessere Zeit wurde herangezogen.

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Die Qualifikationsrunde wurde in der näheren Umgebung um das Start/Ziel Fabriksgebäude gefahren und dort wurde schon klar, dieses Rennen ist nur für geübte Endurofahrer ausgesteckt. Nach einem langen Winter gleich ins gröbere Gelände, da hats bei vielen Fahrern gleich mal ordentlich in den Unterarmen und in den Handflächen gebrennt. Die Strecke führte über Steinauffahrten über Ab-und Auffahrten im Wald weiter zu einem Steinbruch wo die erste richtige Schlüsselstelle zu Tage trat. Eine kleine schräge Auffahrt die mit wenig Anfahrt zu bewältigen war, sorgte für die ersten gröberen Hänger. Gleich danach folgte eine Art Grottendurchfahrt unter Tage bei der einige Fahrer vergaßen den Kopf einzuziehen bzw. zu flott in die Höhe eintauchten und mit Schürfwunden hinter wieder rauskamen.

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Unterm Strich nach 2 Runden aber alles geschmeidig fahrbar. Und die Zeiten zeigten, dass nach der 2. oder 3. Runde sehr viel möglich ist. Am Samstag wurden die Rundenzeiten bereits um ein vielfaches verbessert. Diese Rundenzeiten waren später für die Startaufstellung des Hauptrennens am Sonntag ausschlaggebend.

Bei der Fahrerbesprechung am Samstag Abend wurde klar: Das wird kein Spaziergang. Speziell Checkpoint 7 (Wir nennen ihn wegen seiner Zahl liebevoll "Casino") sollte endgültig die Spreu vom Weizen trennen. Wer es bis dorthin geschafft hat kann sich sicher bereits als guter Enduro Sportfahrer bezeichnen, denn bereits die Kontrollpunkte 1 bis 6 waren mit extremen Waldauffahrten gesäumt welche viele Fahrer nur mit Hilfe Ihrer Kollegen bewältigen konnten.
Bereits bei Checkpoint 3 war ein Weiterkommen ohne Fremde Hilfe kaum möglich. Mit fremder Hilfe ist allerdings nur die Hilfe anderer Fahrer gemeint, denn die Zuhilfenahme von anderer Personen ist nur bei ganz bestimmten und eigens angekündigten Punkten erlaubt. Das gesamte Rennen ist also sozusagen eine No-Help Zone.

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Direkt vor Checkpoint 7 (Casino) war dann für fast alles das Rennen beendet. In diesem Casino wird allerding nicht mit Jetons sondern mit Steinen gespielt. Das Ganze spielt sich in einer Art "Canyon" ab. Die Einfahrt war noch relativ einfach zu handhaben, später folgten dann aber mehrere, bis zu ca. 1 Meter hohe Steinstufen. Das Problem war die Anfahrt zu den Stufen. Diese waren nämlich geprägt von losem Steinmaterial die eine zügige Anfahrt extrem schwer machten. Viele Fahrer versuchten dann in 2er oder 3er Teams die Motorräder hochzuheben. Aber selbst dies war nach 6 CP in den Knochen fast nicht möglich. Mit 4 Personen war es machbar, kostete aber viel Zeit da ja auch 4 Motorräder hoch mussten. Kurz gesagt, es war für viele der Anfang vom Ende.

Die Teams durften auf der linken Seite vorbeifahren, mussten sich aber auch mit rutschigen Waldböden herumstreiten. Die Stimmung in dem ganzen Areal war bis auf die Hauptdarsteller sehr gut. Durch die Vorankündigung dieses CP waren sehr viele Zuseher dorthin gewandert um die Fahrer anzufeuern. Wer diese Hürde meistern konnte durfte weiter zu einer alten Fabrik und zu den nächsten schwierigen Auffahrten wie zB. den CP "Stromleitungen". Und wer dies auch noch geschafft hatte wurde mit einer Etappe mit Meerblick belohnt bevor es zurück in Richtung Fahrerlager und damit ins Ziel ging.

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Am Ende schafften es gute 10 Fahrer in der vorgegebenen Zeit ins Ziel (Offizielles Endergebnis steht noch aus) Dabei war Philip Scholz dermaßen schnell, dass er vom Veranstalter bei CP 14 für 15 Minuten angehalten werden musste, da er sonst in den Gegenverkehrsbereich der Strecke gekommen wäre. Die letzten Teamfahrer sind zu diesem Zeitpunkt nämlich erst gestartet. Die Zeit wurde ihm anschließend gutgeschrieben. Mit so einem hohem Noveau haben auch die Streckenbauer nicht gerechnet. Auf zweiter Position kommt der Slowene Micha Spindler ins Ziel. Bester Österreicher und auf Rang 3 im Endergebnis fährt Philipp Bertl im Ziel ein. Eine Wahnsinnsleistung.

Bei den Teams gewinnt das Team Cyprian Zdenek und Cyprian David aus Tschechien. Rang 2: Leitner Oliver/ Rieß Michael, Österreich
Rang 3: Kotarski Tihomir / Platuzic Ivica, Kroatien

Trial: 1. Klec Grega 2. Trippolt Günter 3. Damijan Rek

Die Ergebnisse werden noch ausgewertet und stehen in Kürze auf www.x-tracks.eu zur Verfügung.

Link: Video von der Qualifikation und Fotos von allen Rennen

Bericht: Enduro Austria
Videos und Fotos: Enduro Austria, Christina Kraus
Foto Siegerehrung: Michael Dörr