Ein Endurorennen, das alles zu bieten hatte: Vom Start bei Sonnenschein auf staubigsten Forststraßen bis hin zum mystisch finsteren Lunzer Wald im Lichte des Enduroscheinwerfers. Als Zugabe gab es dann noch ein Gewitter mit Sturzbachentwicklung und seifenähnlichem Boden. Die Fahrer in den ersten Rennen hatten noch Wetterglück. Im Pro-Race ging es danach anders zur Sache...

Der Start erfolgte diesmal nicht nach Le-Mans Manier, sondern sitzend auf dem Bike mit erhobenen Händen vor Hackis Schrottflinte. Nach dem Schuss ein Druck auf den Startknopf und ab auf die Strecke. Staubig trockene Bedingungen und einige Überraschungen, die man nur bei Strecken ohne Besichtigungsrunde oder Training findet.

Querliegende Baumstämme als Hindernisse für die Schikanen. Erstes prominentes Opfer: WIBMER Matthias vom E.A.R.T. Er zerlegte sein Motorrad beim ersten derartigen Hindernis auf gröbste Art und Weise. Nach einem kurzen Service im Fahrerlager war er aber bald wieder auf der Strecke und hat das Feld von hinten aufgeräumt. In die Rennentscheidung konnte er aber nicht mehr eingreifen. Die ersten 3 Runden waren ein Zweikampf zwischen Seppi FALLY und dem deutsche Yamaha Piloten Edward HÜBNER. Ab Runde 4 war der apokalyptisch reitende deutsche Enduroprofi aber schneller. Seppi FALLY kanns egal sein. Er führt nun in der Gesamtwertung mit 55 Punkten relativ klar vor NEISSER Patrick mit 47 Punkten.

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Die erste Stunde des Rennens war von den Bedingungen weitgehend gleich. Eine sehr abwechslungsreiche, nicht zu stark ausgefahrene Strecke, die in diesem Lauf zwar keine Chicken-Lines mehr hatte, aber dennoch sehr flüssig und schön zu fahren war. Erwähnenswert ev. noch die unzähligen losen Steine, die auf der Strecke so herumlagen. Unglaublich, wie es einem da die Räder versetzt.

Nach knapp über einer Stunde ging es dann aber los. Zuerst wurde es so richtig finster. Und zwar so, dass man sofort die Brille weggab und es trotzdem nicht glauben konnte. Wie in der Nacht! Jeder der einen Scheinwerfer hatte benutze diesen auch. Zu guter Letzt kam dann auch noch ein anständiges Gewitter dazu. Innerhalb von kürzester Zeit wurde die Strecke unfahrbar rutschig. Da gab es auf einigen Stellen auch beim Winterenduro mehr Grip. Der vorzeitige Abbruch war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

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Nach 1,5 Std. dann folgendes Ergebnis:

HÜBNER Edward
FALLY Seppi
NEISSER Patrick

Die Experts Klasse ging an:

FEICHTINGER Michael
ORTNER Martin
RESINGER Christian

Die Damen Wertung holten sich:

DALLHAMMER Veronika
STURM Nicole
VIEGHOFER Patricia

In allen Rennen war die Strecke sehr abwechslungsreich, flüssig und für jedermann fahrbar. Leicht war es zwar nicht aber es gab in den Beginner Klassen Chicken-Lines für alle schwierigen Stellen und absolut keine „Knock-out" Hindernisse, welche man nicht bewältigen konnte. Etwas staubig zwar, O.K. Aber das Wetter kann man sich ja nicht aussuchen.

Die Veranstaltung kann man als mehr als gelungen bezeichnen. Knapp 350 Enduristen waren dabei und so wie es gelaufen ist werden wohl alle beim nächsten Event im Hackstockgraben wieder dabei sein. Die Organisation und Durchführung der Rennen war in allen Bereichen sehr gut.

Das sagen die Veranstalter und Fahrer:

„Wir haben uns um eine tolle Strecke für die ACC-Piloten bemüht und freuen uns über die vielen Teilnehmer", strahlte Gerhard Lechner („Hacki"). Die Fahrer waren mit den Bedingungen in Lunz zufrieden: „Eine Strecke mit vielen Herausforderungen, das ist richtiger Enduro-Sport", erklärte Lokalmatadorin Veronika „Vroni" Dallhammer, als Siegerin der Damen-Wertung. Auf einen starken 2.ten Platz kam Nicole Sturm, die schnelle Enduro Lady aus Neuzeug. Für die Wild Child's (65ccm/85ccm Klasse) gab es in Lunz eine andere Streckenführung: „Wir haben für den Nachwuchs die Strecke ein wenig entschärft, um auch für die jungen Talente bestmögliche Bedingungen zu schaffen", sagte Gerhard Lechner.

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Für Rudi Rameis wurde die eingeschlagene Richtung auch in Lunz bestätigt: „Die Rennen der Wild Child Klasse werden von den Nachwuchsfahrern angenommen, wir werden weiterhin verstärkt in die Nachwuchsarbeit investieren", so der ACC-Serienboss. Der 14-jährige MCC-Behamberg Fahrer Patrick Riegler feierte in Lunz Saisonsieg Nummer 2: „Ich bin einfach nur Happy, ein super Gefühl", so Patrick nach dem Rennen. Rang 2 ging an Andreas Kleber, der dritte Platz an Nikolaus Enzinger. Bei den 65ern sicherte sich Lukas Blamauer den Laufsieg.

Natürlich gab es auch in allen anderen ACC-Klassen hochspannende „Rad an Rad" Kämpfe, besonders erwähnenswert ist der faire Umgang der Fahrer: „Es soll Spaß und Freude machen", so brachte es Andreas Birgmann (vulgo „Birgi") auf den Punkt. Nicht nur als „Racer", sondern auch als Sponsor tritt der Chef der Firma Birgmann Metalltechnik GmbH bei der ACC auf: „Die Austrian Cross Country Championship Serie ist sehr gut organisiert, ich unterstütze gerne Rudi Rameis und sein Team". Bei der ACC-Siegerehrung durften sich in Lunz die ersten 5 Piloten freuen, für Rang 4 und 5 gab es für die Fahrer tolle Schlüsselanhänger, die von Andreas Birgmann gemacht wurden.

Tolles Rennen von Patrick Käfer-Schlager in der Juniorenklasse! Der Opponitzer fuhr ein besonders starkes Rennen und wurde natürlich von seinen Fans groß gefeiert. Hinter Käfer-Schlager landeten Robert Resinger und Alex Eder auf den Plätzen 2 und 3. Mit Michael Lechner gab auch ein Motocrosser im ACC-Lauf von Lunz Gas: Das Ergebnis kann sich sehen lassen = Rang 8!

Der mehrfache Trialstaatsmeister Erich Brandauer trimphierte bei den Pre Senioren, vor Heinz Hadrich und Ernst Gutensohn. Markus Geier war in der Klasse Sport 1 nicht zu schlagen, Rang 2 ging an Christian Pacher, vor Andreas Auer. Anton Edlinger heißt der Sieger der Sport 2 Klasse, Christian Wippel gelang der Laufsieg in der Sport 3 Klasse. Patrick Wutte feierte bei den Youngsters den Sieg. Der MSC-Mattighofen Pilot Michael Feichtinger gewann vor Martin Ortner die XC Expert Klasse.

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Eddi Hübner

Mit einem deutschen Sieger endete das Rennen der XC Pro Klasse: „Das war ein heißes Duell mit jeder Menge Action", berichtete Seppi Fally, der sich mit Edward Hübner ein rundenlanges Duell lieferte. Hübner konnte dann seinen Vorsprung weiter ausbauen und das Rennen gewinnen. Der Rennabbruch wegen des einsetzenden Regens war die richtige Entscheidung: „Völlig richtig, es war einfach nicht mehr fahrbar, der Regen war zu heftig", so Patrick Neisser. Der 25-jährige Kawasaki Pilot der so wie Fally für das Team Damianik startet, versuchte das hohe Tempo an der Spitze mitzugehen: „ Mein Start war gut, leider hat's mir bei der Auffahrt das Hinterrad verschlagen, ich stand quer zur Strecke und verlor den Kontakt zur Spitze", sagte Neisser als Dritter!

Alle Ergebnisse der 14 ACC-Klassen sowie die Wertungen und Zwischenstände sind unter: www.acc.xcc-racing.com   online!

Auch in Lunz parkte wieder der Suzuki Swift! Das ACC-Auto 2013 war unmittelbar neben dem RAMEIS-Teamstand abgestellt und zog die Blicke von Piloten und Fans auf sich. Nach einer mehrwöchigen Sommerpause wird der Suzuki Swift wieder auf die Reise geschickt – Es geht am 31. August nach Reisersberg (Bayern). Dort findet dann Runde 3 der heurigen Austrian Cross Country Championship Serie statt. In den nächsten Wochen darf man sich auch im Team Rameis eine kurze Auszeit gönnen:

„Wir legen nun nach den erfolgreichen Veranstaltungen in Griffen und Lunz eine Pause ein, fiebern aber bereits dem nächsten ACC-Event in Reisersberg entgegen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinem gesamten Team für die perfekte Arbeit bedanken und natürlich auch bei den Veranstaltern für die gute Zusammenarbeit", freute sich Rudi Rameis, der bereits sehr viel Schwung in die ACC gebracht hat!

Nächstes ACC-Rennen = 31. August – Reisersberg (Bayern)!

Fotos: Enduro-Austria, Günter Tod und Eddi Hübner FB

Viele Fotos wie immer auf www.sportpixel.eu

www.acc.xcc-racing.com